Lennox Lechaim - Liebe und Niedertracht von Kleinstädtern zur Sommerzeit

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  • Inhalt:

    In diesem Reigen der Beziehungen wird geblufft, geblendet und geschwindelt, was das Zeug hält. Der gesunde wie auch der bösartige Narzissmus in alle seinen Facetten ist allgegenwärtig, ohne dass er benannt wird. Aber es wird auch geliebt, gehofft und vertraut. Menschen trennen sich und finden überraschend zueinander, entdecken ihre wahre Berufung und finden Lösungen, wo eigentlich nur das Scheitern zu erwarten wäre.

    Es reihen sich dabei nach und nach Begegnung aneinander und fügen sich zu einer Geschichte zusammen. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Den Beginn macht die schwangere Tina, deren Partner sich weder für noch gegen das Kind entscheiden will. Die Juristin Hanna versucht sich mit Hilfe einer russischen Flirtlehrerin einen Mann zu angeln, während ihr Bruder Andi noch immer am Tropf seines Vaters hängt, der in einer unglücklichen zweiten Ehe festsitzt.

    Lennox beleuchtet mal mit einem liebevollen Augenzwinkern, mal mit sezierendem Blick die geheimen Abgründe seiner Protagonisten und zeigt, dass die niederträchtigen Machenschaften des Einen oft zum Glück eines Anderen führen. Lennox ist bei aller Tiefgründigkeit und Bissigkeit ein heiteres Buch voller überraschender Wendungen und ermutigender Leichtigkeit gelungen.



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    Blick ins Innere einzelner Personen


    Insgesamt werden hier von Lennox Lechaim vierzehn verschiedene Personen beleuchtet. Sie alle sind verwoben und irgendwie miteinander bekannt, befreundet, verwandt. Eine interessante Reise ins Innere der Protagonisten beginnt. Faszinierend wie authentisch sich jede Figur beim Lesen anfühlt.


    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und ohne stockende Passagen. Die Kürze des Buches von zirka 100 Seiten sollte aber nicht unterschätzt werden. Jede Figur hat ihr eigenes Kapitel und, um den Überblick über die Verschachtelungen nicht zu verlieren, muss der Leser sehr wohl etwas Vorstellungskraft einsetzen. Zum Ende hätte ich mir beinahe eine Art Skizze gewunschen. Aus reiner Neugierde, nicht um das Gelesene zu verstehen.

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