Will Mabbitt - Die unglaublichen Abenteuer von Melly Jones auf dem magischen Piratenschiff / The Unlikely Adventures of Mabel Jones

  • Kurzmeinung

    Dave2311
    gelungenes, spannendes und unterhaltsames, schräges, piratenmäßiges Abenteuer

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  • Will Mabbitt - The unlikely adventures of Mabel Jones



    Inhalt:

    When Mabel Jones unknowingly commits 'The Deed' she finds herself swiftly bundled into a sack and carried off to the pirate ship the Feroshus Maggot!


    Crewed by the strangest bunch of pirates you would ever want to meet and captained by the dreaded Idryss Ebeneezer Split (a wolf with a false leg carved from a human thighbone, a rusty cutlass sheathed in his belt and a loaded pistol tucked in his pants with no fear of the consequences), the Feroshus Maggot whisks Mabel Jones off on the adventure of a lifetime.

    (Q Amazon)


    Meinung:

    Will Mabbitt - The unlikely adventures of Mabel Jones - Band 1



    Mabels Abenteuer beginnt damit, dass sie mitten in der Nacht wach wird. Ein dichter Nebel hängt vor dem Fenster und es verdächtig still ist. Mabel hört gar nichts. Kein Lärm der Strasse, keinen Fernseher der Nachbarn, kein nächtliches Getier vor dem Haus. Nichts!


    Zitat

    "Mabel listened very carefully, but even with her eyes closed really tight she couldn't hear where the silence was coming from"


    Doch etwas ist auf dem Flur vor Mabels Zimmer und dieses Etwas hat einen Sack dabei, einen Sack der exakt auf Kindergröße zugeschnitten ist. In diesem Fall genau auf die Größe Mabels. Doch noch weiß Mabel das nicht. …. Wie kommt es eigentlich zu dieser Gegebenheit. Hat Mabel etwas getan, was sie in diese Lage gebracht hat.

    Im Laufe des Tage wurde Mabel durch ein Fernrohr beobachtet, nämlich vom Piratenkapität 'Idryss Ebeneter Split', dem Kapitän der 'Feroshus Maggot'. In dem Moment, als Mabel heute wieder mal eine Verhärtung ihres Nasenschleims in eben dieser gefunden hat, wurde sie vom Kapitän und dessen Mannschaft furchterregender Piraten beobachten. Für die Piraten stellte sich nur die Frage ob dieses Kind ES tut oder nicht. Und Mabel tat es. Völlig ungeniert nahm sie das Fundstück und aß es. Mit dieser Entscheidung hatte sie 'The Deed' erfüllt. Die Tat war getan und die Piraten hatten das Recht sie auf ihr Schiff zu holen. Die Regel war nun mal so und auch wenn Mabel davon nichts wusste, fand sie sich schnell in dem auf sie zugeschnitten Sack und wenig später auf dem Piratenschiff wieder.

    Blöd war jetzt nur, dass sie kein Junge war und Piraten brauchen schließlich keine verweichlichten Mädchen an Bord. Und außerdem, Mädchen essen keine Popel! Damit hatten die Piraten nicht gerechnet. Leider aber ist es den Piraten nicht möglich sie zurückzuschicken, also soll sie über die Planke gehen und ihr Glück bei den Fischen versuchen.

    Zum Glück aber ist Mabel ein cleveres Mädchen und, während sie auf dem Weg über die Planke ist, fällt ihr auf, dass der Name des Schiffs falsch geschrieben ist. Die Piraten sind erstaunt darüber, dass sie lesen kann, schließlich ist das unter Piraten nicht so verbreitet, insbesondere nicht bei dieser Crew.

    Durch ihre Lesekünste wird Mabel in die Reihe der Piraten aufgenommen. Ein nasses Grab bleibt ihr vorerst erspart, denn Kapitän Split hat ein Schriftstück, welches er nicht lesen kann und durch Mabel sind die Zeichen nun klar. Dieses Fundstück verweist auf einen sagenhaften Schatz und auch auf einen Möglichkeit Mabel nach Hause zu schicken.

    Die Crew der 'Feroshus Maggot' begibt sich auf ein gefährliches, fantastisches und schräges Abenteuer.

    Mabel muss sich tödlichen Gefahren und Herausforderungen stellen, wenn sie es schafft die ihr gestellten Aufgaben zu bewältigen, findet sie womöglich einen Weg nach Hause.


    Der Einstieg in die Abenteuer Mabel Jones' ist sehr gelungen und unterhaltsam. Im Stil von Lemony Snicket wird die Geschichte mit viel Drama und Witz erzählt. Ähnlich wie bei Snicket, überdramatisiert der Erzähler sehr viel, was die Spannung unglaublich ansteigen lässt, dennoch kommt der Humor nicht zu kurz. Es gibt mehr als genug zu lachen und zu erleben. Es wird aber an keiner Stelle albern. Es fühlt sich durch und durch sehr gut an. Auch ist die Ereignisdichte sehr hoch. Man bekommt als Leser wirklich keine Verschnaufpause. Kaum ist ein Problem gelöst, steht schon das Nächste auf der Matte. Von Langeweile kann also keine Rede sein.

    Hinzu kommen die sehr fantastischen Elemente der Geschichte, denn zu Beginn wird Mabel aus ihrer heilen Welt gerissen und findet sich in einer Piraten-Fantasy-Welt wieder. Die ihr gegenüberstehenden Personen, wenn man so sagen will, sind im Prinzip Tiere und diese werden so atemberaubend und absurd in Szene gesetzt, dass man als Leser zwar erschrocken aber auch fasziniert ist.

    Es gibt auch immer wieder Zeichnungen im Buch, welche die Darstellung der Akteure und auch stellenweise der Örtlichkeiten fantastisch umsetzen.


    Wie bereits angesprochen vergleiche ich den Erzähler hier mit Lemony Snicket. Wer also Snicket mag, der wird die Erzählung um Mabel lieben, denn hier wird noch eine Schippe draufgelegt. Mabels Erzähler warnt den Leser immer wieder vor dem Folgenden und gibt auch ab und an den Rat dieses Buch aus der Hand zu legen. Es kommt sogar vor, dass er sich etwas in kleinen Erklärungen verliert und von der Erzählung abkommt. Trotz der Überdramatisierung und dem leichten Pessimismus des Erzählers, bleibt dieser aber immer sehr unterhaltsam.

    Was sich hier aber zu Snicket (soweit ich es beurteilen kann) unterscheidet, ist die Spannung der Geschichte. Das Abenteuer um Mabel, die Piraten und die Schatzsuche ist wesentlich spannender und bedrohlicher. Die Bedrohungen sind massiv und einschüchtert. Die Widersacher sind riesig und angsteinflößend. Doch Mabel ist eine gewitzte Person und mit Hilfe der Piraten kann sie die Situationen irgendwie doch immer meistern. Außerdem ist zu erwähnen, dass es in dieser Erzählung auch etwas gewalttätig (in absolut erträglichem Ausmaß) wird, immerhin handelt es sich hier Piraten.


    Die Geschichte lebt von ihren aberwitzigen Beschreibungen und Begebenheiten und natürlich von der Spannung, der wahnsinnig sympathischen Mabel, den interessanten Nebendarstellern, dem angesprochenen Drama (wenn das hier auch nicht wirklich ein ernstgemeintes Drama ist), dem sehr unterhaltsamen Humor, der an keiner Stelle platt oder fehl am Platz wirkt, und natürlich auch von den Zeichnungen im Buch. Ich hatte jedenfalls meinen uneingeschränkten Spaß bei dieser Geschichte und der nächste Teil der Abenteuer um Mabel kommt definitiv in mein Regal.

    Da fällt mir ein: Die behandelte Geschichte in diesem Teil ist an sich abgeschlossen. Ein wirklichen Cliffhanger zum 2. Band ist nicht vorhanden. Ob überhaupt eine Verbindung zu dieser Erzählung geschlossen wird, kann ich nicht sagen, da ich den Inhalt von Teil 2 (noch) nicht kenne.


    Es gibt nur eine Sache, die mich am Ende gestört hat. Nachdem es eine Erklärung zu den Ereignissen gab, habe ich mich allerdings gefragt, wie die Piraten den Anfang der Geschichte gemeistert haben. (Ich will hier aber nicht ins Detail gehen, da das sonst die Spannung zerstören würde) Eine zufriedenstellende Erklärung habe ich dafür nicht gefunden.


    Fazit:

    The unlikely adventures of Mabel Jones ist ein sehr gelungenes, spannendes und unterhaltsames Abenteuer für Kinder und alle anderen, die Spaß verstehen, Piraten mögen und nichts gegen etwas schräge Geschichten haben. Ich hoffe doch, dass die Abenteuer Mabels ihren Weg in die deutschen Bücherregale finden.

    Ich habe mich jedenfalls mit diesem kleinen Büchlein hervorragend amüsiert und freue mich schon auf einen weiteren Ausflug mit Mabel.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „Will Mabbitt - The unlikely adventures of Mabel Jones“ zu „Will Mabbitt - Die unglaublichen Abenteuer von Melly Jones auf dem magischen Piratenschiff / The Unlikely Adventures of Mabel Jones“ geändert.
  • Ich hoffe doch, dass die Abenteuer Mabels ihren Weg in die deutschen Bücherregale finden.

    Tja, gibt's wohl schon, wie ich durch Marios Titeländerung festgestellt habe. Die deutsche Covergestaltung gefällt mir persönlich aber nicht.

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


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