Sam Feuerbach und Thariot - Leid kennt keinen Sonntag

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  • Gute 4 Sterne für einen temporeichen Thriller, der mit interessanten Charakteren, spannendem und aktuellem Hintergrund sowie unterhaltsamen Stil aufwartet.


    Wir haben das Jahr 2024 und wir befinden uns in Düsseldorf. Als Science Fiction würde ich diesen Thriller deshalb jetzt nicht unbedingt betiteln, aber die Autoren haben hier schon einige technische Rafinessen eingebaut - die es durchaus schon geben kann, aber dennoch an einen kleinen Sprung in die Zukunft denken.


    Der Kommissar, die Putzfrau und der Hacker, drei Leben und keine Wahrheit.

    Stirb live - eine fatale Begegnung vor 100 Millionen Zuschauern.


    Der Slogan für den ersten Band stellt direkt die drei Protagonisten vor, mit denen man hier mitfiebert. Ein Mädchenmord erschüttert die Stadt, bei dem "die Putzfrau" den Tatort reinigt, allerdings nicht für die Polizei.

    Der Kommissar, der ermittelt, weiß bald nicht mehr, wem er trauen soll und der Hacker merkt schnell, dass seine Umtriebe im Netz lebensbedrohliche Ausmaße annehmen...


    Die beiden Autoren ziehen rasant das Tempo an und man kommt beim Lesen kaum zum verschnaufen! Dass sich die drei Erzählperspektiven abwechseln bringt noch mehr Spannung rein und so kann man auch jeden von ihnen gut kennenlernen und entdeckt so manche Überraschung.

    Manchmal fand ich es ein bisschen zu einfach, wie die Lösung der Rätsel gefunden wird, denn die Verbindungen wirken sehr undurchschaubar. Dafür wird sich aber auch nicht mit langem ... aufgehalten und man flutscht nur so durch die Seiten!


    Die technischen Spielereien, die gar nicht so weit her geholt sind, haben interessante Ideen wie es tatsächlich in ein paar Jahren sein könnte. Manches, grade was den IT Bereich und die Hacker Aktivitäten betrifft, hab ich nicht immer verstanden, was aber nicht gestört hat. Für Kenner sind die Details sicher interessant und wirkte dadurch auch authentisch - ging aber nicht zu sehr in die Tiefe, um zu langweilen.


    Dazu kommt die "Live Show", die an die vielen Fernsehshows erinnert, die reine Sensationslust fördern, egal um welchen Preis.

    Der Titel EchtzeiT bezieht sich auf den zeitlichen Countdown, der in jedem Buch der Trilogie stundenweise abläuft und man somit das Geschehen sozusagen "live" miterlebt. Wie auch in der beliebten Fernsehshow, die beim Publikum "Stirb live" genannt wird, da sie es darauf anlegt, bei Polizei Einsätzen hautnah dabei zu sein. Auch die Zuschauer werden aufgerufen, alles was sie in der Richtung entdecken zu filmen, wodurch natürlich die Sensationsgier geschürt und der Einfluss der Medien aufgezeigt werden.


    Aber es gibt noch einige andere wichtige aktuelle Themen, wie die Weiterentwicklung der Technologie und wie diese missbraucht werden kann, hochrangige Persönlichkeiten, die durch ihre Korruptheit eine Art "Diplomaten Status" innehaben und wie leicht so manches unter den Tisch gekehrt werden kann...


    Von Sam Feuerbach hab ich ja schon einige Bücher gelesen und seinen Stil hab ich in so manchen Passagen wiedergefunden. Von Thariot kannte ich bisher noch nichts, was sich jetzt aber sicher ändern wird :)


    Mein Fazit: 4.5 Sterne

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