Anna Baar - NIL

  • Buchdetails

    Titel: Nil


    Verlag: Wallstein

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 148

    ISBN: 9783835339477

    Termin: Neuerscheinung März 2021

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Nil"

    »Am Ende trifft alles zu, gerade das Ausgedachte.« Über die prophetische Kraft des Schreibens. Eine Geschichtenerfinderin wird beauftragt, ihre Fortsetzungsstory für ein Frauenmagazin in der nächsten Ausgabe zu Ende zu bringen. Fieberhaft entwirft sie ein Endszenario, vernichtet aber die Notizen - nicht, weil es misslungen wäre, sondern aus Furcht, es bewahrheite sich. Was, wenn sich das Geschriebene als biografisch erwiese - aber nicht rückwärtsgerichtet, nicht memoirenhaft aus dem Leben gegriffen, sondern wahrsagerisch, mitten ins Leben hinein? Existiert die Erzählerin nur in ihrer Geschichte? Gibt es daraus ein Entkommen? Ein hochliterarischer Roman über das Verhältnis von Realität und Fiktion, Erzählen und Erinnern - sprachlich virtuos und packend geschrieben. »Wir werden unsere Geschichten nicht los, ob wir sie nun erzählen oder nicht, manchmal rutscht etwas davon heraus, mitten ins Schweigen hinein, in die stehengebliebene Zeit, zu einem Schwank gekürzt, einer Kurzfilmsequenz. Kann sein, wir tun was hinzu, oder wie lassen was aus, spielen uns zu Helden auf, spielen die andern herunter. Wir stolpern, fallen uns ins Wort. Am Ende trifft alles zu, gerade das Ausgedachte.«
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    mapefue
    Hochliterarischer Roman über das Verhältnis von Realität und Fiktion, Erzählen und Erinnern - sprachlich virtuos

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    „Nil“ von Anna Baar – ein erlesener Roman über das Schreiben. Vielleicht zu erlesen.

    Es ist ein hochliterarischer Roman über das Verhältnis von Realität und Fiktion, Erzählen und Erinnern - sprachlich virtuos und packend geschrieben.


    Für Literaturästheten sind Sätze wie diese reiner Genuss: „Im Schweigen ist weniger Stummsein als in gängigen Worten.“ Oder: „Das Künftige ist gesät aus der Vergangenheit.“ Oder der etwas längere: „Als Kind stand ich abends am Fenster, erpicht, einen Dieb zu ertappen, nein, nicht ihn zu ertappen, sondern auf frischer Tat zu erspähen, jenen letztlichen Retter, der es zuwege brächte, den immer grimmigen Alten von dem Fluch des Geldes zu befreien.“


    Erzählt wird in dieser literarischen Hochebene die Geschichte einer Autorin, die einen Fortsetzungsroman für eine Frauenzeitschrift verfasst, doch ihre Geschichten verstören das Publikum, weshalb ihr beschieden wird, sie möge den Roman in der nächsten Folge zu Ende zu bringen, irgendwie. Soll das Paar doch einfach über die Klippe springen, meint der Chefredakteur.

    Die Autorin wird festgenommen, sie muss sich verantworten für das, was in ihrem Manuskript passiert, für das, was ein Leser aus diesem Manuskript herausgelesen hat. Auf ihr Verhör wartend – ist es ein Verhör? –, ersinnt sie die Geschichte eines Mannes, der selbst schreibt, und einer Frau, die fabuliert. Wobei: Wer ist da wer? Wo fängt die Autorin an, wo hört die Figur auf? Allesamt teilen sie Erinnerungen, Beobachtungen, Erfahrungen. Eine Art Schnitzeljagd, in dem Klippen, ein Krokodil (der Nil!) und gruselige Einmachgläser eine Rolle spielen.


    Anna Baar, geb. 1973 in Zagreb (ehem. Jugoslawien). Kindheit und Jugend in Wien, Klagenfurt und auf der dalmatinischen Insel Brac. Ihr Debütroman »Die Farbe des Granatapfels« stand drei Monate auf Platz 1 der ORF-Bestenliste. Für die Arbeit an »Als ob sie träumend gingen« erhielt sie den Theodor Körner Preis. 2020 wurde sie mit dem Humbert-Fink-Literaturpreis der Stadt Klagenfurt ausgezeichnet. Anna Baar lebt in Klagenfurt und Wien.

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