Gudrun Pausewang - Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?

  • Buchdetails

    Titel: Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?


    Band 1 der

    Verlag: Ravensburger Buchverlag

    Bindung: E-Book

    Seitenzahl: 99

    ISBN: 9783473475742

    Termin: August 2014

  • Bewertung

    4.8 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?"

    Der Räuber Grapsch mit seinen zwei Metern Länge und dem struppigen Bart sieht wirklich zum Fürchten aus. Besonders klug ist er nicht, aber dafür sehr stark. Weder Fledermausdreck in der Suppe noch Eiszapfen in seiner Räuberhöhle können ihn aus der Ruhe bringen. Und wenn er Stiefel braucht, dann raubt er sie sogar dem Polizeihauptmann persönlich! Alle Leute haben vor ihm Angst, bis sich eines Tages Olli in seinen Wald verirrt - und sich keineswegs vor ihm fürchtet. Sie wird sogar seine Räuberfrau. Dazu muss er sich aber erst mal bei Ollis Tante vorstellen, was gar nicht gut läuft ... Die witzig-skurrilen Geschichten über den furchtlosen Räuber, von Rolf Rettich mit viel Detailfreude illustriert, sind längst ein Klassiker geworden. Weitere Räuber Grapsch Geschichten: - Ein wilder Winter für Räuber Grapsch - Ein Eigenheim für Räuber Grapsch - Räuber Grapsch rund um die Welt
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  • Die Autorin (Quelle: Wikipedia): Gudrun Pausewang (* 3. März 1928 in Mladkov (Wichstadtl), Tschechoslowakei; † 23. Januar 2020 bei Bamberg; Ehename Gudrun Wilcke) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie schrieb vor allem Kinder- und Jugendliteratur. Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Die Not der Familie Caldera“ (1977), „Die letzten Kinder von Schewenborn“ (1983) und „Die Wolke“ (1987). 2017 wurde Pausewang mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.


    Klappentext (Quelle: Ravensburger Verlag): Der Räuber Grapsch mit seinen zwei Metern Länge und dem struppigen Bart sieht wirklich zum Fürchten aus. Besonders klug ist er nicht, aber dafür sehr stark. Weder Fledermausdreck in der Suppe noch Eiszapfen in seiner Räuberhöhle können ihn aus der Ruhe bringen. Und wenn er Stiefel braucht, dann raubt er sie sogar dem Polizeihauptmann persönlich! Alle Leute haben vor ihm Angst, bis sich eines Tages Olli in seinen Wald verirrt - und sich keineswegs vor ihm fürchtet. Sie wird sogar seine Räuberfrau. Dazu muss er sich aber erst mal bei Ollis Tante vorstellen, was gar nicht gut läuft ... Die witzig-skurrilen Geschichten über den furchtlosen Räuber, von Rolf Rettich mit viel Detailfreude illustriert, sind längst ein Klassiker geworden.


    Deutsche, niederländische, dänische und französische Ausgaben:

    • Die deutsche Originalausgabe erschien zuerst 1984 als „Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?“ mit Bildern von Rolf Rettich im Otto Maier Verlag in Ravensburg (127 Seiten), wiederaufgelegt 1984, 1987 und 1988. 1987 erschien auch eine Lizenzausgabe beim Deutschen Bücherbund in Stuttgart und München (127 Seiten). 2014 wurde das Buch mit den Rettich-Illustrationen im Ravensburger Buchverlag neu aufgelegt.
    • Der Roman ist auch in dem empfehlenswerten Sammelband „Das große Buch vom Räuber Grapsch“ enthalten, der 1992 (und erneut 1995 und 2003) im Otto Maier Verlag in Ravensburg erschienen ist und die ersten vier Grapsch-Romane versammelt: „Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?“, „Ein wilder Winter für Räuber Grapsch“, „Ein Eigenheim für Räuber Grapsch“ und „Räuber Grapsch rund um die Welt“. Der zweite Band ist auf gleichem erzählerischen Niveau wie der erste: Die Handlung wird stimmig weitererzählt, ohne sich zu wiederholen. Die Bücher 3 und 4 mit Räuber Grapsch und seiner wachsenden Familie sind zwar etwas weniger großartig als die famosen Vorgängerbände, aber erzählen auf jeden Fall stets etwas Neues und wiederholen sich nicht. Mit einem Schlag ins Absurde (Riesenpflanzenwuchs durch Meerschweinchenmilch), der sich aber gut einfügt. Die Galaveranstaltung im Rathaus, bei der Grapsch als Nikolaus auftritt und allen mal ordentlich die Meinung sagt (z.B. über selbstherrliche Erwachsene und dass es sich bei den generös durch den Einzelhandel gespendeten Keksen nur um die Ladenhüter der Vorjahre handeln), ist der Hammer!
    • Eine niederländische Übersetzung von Marijke Messing erschien 1984 als „Wie is er bang voor rover Graai?“ mit den Rettich-Illustrationen bei Zwijsen in Tilburg (114 Seiten).
    • Eine dänische Übersetzung von Helle Melander erschien 1985 als „Hvem er bange for røver Graps?“ mit den Rettich-Illustrationen bei Sommer & Sørensen in Kopenhagen (118 Seiten).
    • Eine französische Übersetzung von Frédérique Daber erschien 1990 als „Qui a peur du brigand Grabuche?“ mit den Rettich-Illustrationen bei Hachette in Paris (90 Seiten).

    Inhalt:

    • Ein Störenfried im Juckener Ländchen (4 Seiten)
    • So und nicht anders ist der Grapsch (4 Seiten)
    • Hier lebt’s sich gut – obwohl es stinkt (3 Seiten)
    • Ein Bart als Regenschirm oder: Keine Angst vor Räuber Grapsch (4 Seiten)
    • Herzlichen Dank fürs gerettete Leben (5 Seiten)
    • Mit Schrubber und Seife in die Höhle (6 Seiten)
    • Bleib hier oder ich schieße! (7 Seiten)
    • Ein Räuber in der guten Stube (6 Seiten)
    • Tante Hedwigs Häuschen bebt (4 Seiten)
    • Tassilolli oder: Fledermausdreck in der Suppe (4 Seiten)
    • Eine Ofentür auf dem Rücken oder: Da schnarcht er und schämt sich nicht (6 Seiten)
    • Polizei im Morast – daran gewöhnt man sich (5 Seiten)
    • Was gurgelt im Sumpf oder: Frostbeulen zu zweit (5 Seiten)


    Meine Einschätzung:
    Kannte ich selber nicht aus Kindertagen: Eine unglaublich vergnügliche Geschichte über einen Räuber, der in einer Höhle im Rabenhorster Wald wohnt, und die Liebe findet. :love: Mit seiner kleinen, schüchternen Frau Ollie, die als Bemalerin von Sparschweinen in einer Fabrik arbeitet, und für die die bürgerliche Normalität im Juckener Ländchen keine Aussicht auf zukünftiges Glück bereithält (höchstens als graue Maus im Haus von Tante Hedwig), die darum über sich selbst hinauswächst und den Schritt in die anarchische Aussteigerwelt des kriminellen Karriereverweigerer wagt, haust der nicht besonders kluge, aber starke Räuber Tassilo Grapsch im Wald. In seiner kramigen Höhle stinkt es zwar ein wenig, aber dort lebt es sich gut und frei. Ollie bringt etwas Ordnung in das Räuber-Chaos und versucht ihrem Grapsch obendrein, das Räubern auf lange Sicht auszureden, aber so ganz kann ein Räuber nicht gegen seine Wesensart an.


    Selten habe ich mich bei einem Kinderbuch so sehr aufs Weitervorlesen gefreut. Von der ersten bis zur letzten Seite toll geschrieben! Auf aufmüpfige und fröhliche Art werden der Familienalltag, bei dem sich unterschiedliche Temperamente zusammenzufinden haben, und die Momente, wenn man sich über die Regeln der öffentlichen Ordnung auch einmal hinweg setzen sollte, in eine launige Kindergeschichte gebracht, die Selbstbehauptung und Gemeinwohl in eine von jedem stets auszuhandelnde Balance stellt. Das Leben als gesellschaftlicher Außenseiter am Rand des Existenzminimums wird nicht verniedlicht, sondern ernsthaft mit Entbehrungen und Hungerleiden geschildert, was kindlichen Lesern und Zuhörern eröffnen kann, dass es auch andere Lebenswelten gibt - desolat, anarchisch, ohne Planung und allgegenwärtiges Sicherheitsnetz - in denen trotzdem Harmonie, Freundlichkeit und ein wertschätzend liebevoller Umgang herrscht. Die Liebe sorgt dafür, dass man sich behütet fühlen kann. Die Freundlichkeit sorgt dafür, dass man Freunde und Gleichgesinnte findet. So wird das Buch zu einem Plädoyer für Individualität und einen gesunden Zweifel an Autoritäten. Ich liebe die liebenswerten, vielschichtigen, trotzigen Charaktere und den rustikalen Humor der Autorin!

    Ohne Frage die :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Höchstwertung! :love: Schlägt die Geschichten mit Pippi Langstrumpf in punkto Aufmüpfigkeit, Eigensinn und Autoritätskritik nach meinem Geschmack um Längen, weil der Freigeist hier nicht als skurrile Ausnahme inszeniert wird, sondern in ein soziales und familiäres Miteinander eingebunden wird. :thumleft:

    Tolkien "Der Ring wandert" (59/260)

    Jiménez "Platero und ich" (18/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 167 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Strömquist "Ich fühl's nicht" (17.10.)

  • Der Roman ist auch in dem empfehlenswerten Sammelband „Das große Buch vom Räuber Grapsch“ enthalten, der 1992 (und erneut 1995 und 2003) im Otto Maier Verlag in Ravensburg erschienen ist und die ersten vier Grapsch-Romane versammelt: „Wer hat Angst vor Räuber Grapsch?“, „Ein wilder Winter für Räuber Grapsch“, „Ein Eigenheim für Räuber Grapsch“ und „Räuber Grapsch rund um die Welt“.

    Tolkien "Der Ring wandert" (59/260)

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    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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