Charlene Newcomb - Men of the Cross

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  • They embarked on the Crusades as strangers. They battled through as more than brothers-in-arms.
    March 1190. Brimming with the spirit of youth, the idealistic Henry de Grey joins King Richard’s army ready to fight for God’s glory on the battlefield. But after he bloodies his sword and witnesses the slaughter of innocents, he struggles to justify the violent acts he’s committed. Through months of brutal marches and political bickering, Henry finds comfort in the fearless resolve of a brash veteran. But when his feelings of friendship grow into something more, he must put his old convictions through the gauntlet.
    Stephan I’Aigle would follow the king anywhere, even into the heart of enemy territory. He takes Henry under his wing, but fears his growing attachment and burning passion could make him lose his fighting edge. Will opening up his heart destroy the knights’ friendship, or leave them both completely defenseless in the heat of battle?

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    Ich lese recht viele englische Texte, bin aber kein Muttersprachler und kann deshalb den Schreibstil nicht gerecht bewerten. Ich fand ihn manchmal ein wenig anstrengend, vor allem bei Dialogen- vielleicht sollte das historisch-schwülstiger klingen, wer weiß. Ansonsten hatte ich an einigen Stellen Schwierigkeiten, Henrys Gedanken zur Vergangenheit und das aktuelle Geschehen um ihn herum auseinanderzuklamüsern, aber das kann auch an mir liegen.
    Auch, ob die korrekte Darstellung der historischen Begebenheit so hinhaut, kann und will ich nicht beurteilen, obwohl ich an ein paar Stellen so meine Zweifel hätte. Aber dafür ist es eben ein Roman.



    Henry ist ein junger Ritter und noch ein wenig grün hinter den Ohren, wie man so schön sagt. Aufrichtig, fromm, gutherzig… Wir lernen ihn im Laufe der Geschichte ganz gut kennen und er macht eine große Veränderung durch, was angesichts der Ereignisse nicht verwundern dürfte. Allerdings gab es einige Entscheidungen, die ich nur schwer nachvollziehen konnte, einige sogar gar nicht.
    Stephan ist ein wenig älter, kampferfahren und macht einen eher abgebrühten Eindruck. Mir persönlich war er vor allem zu Beginn eher unsympathisch und obwohl er im Verlauf der Geschichte durchaus Sympathiepunkte sammelt, gehört er definitiv nicht zu meinen Lieblingen. Dass er durch seine Liebe zu Henry so einen mimimi-Touch bekommt, macht es nicht besser. Insgesamt fand ich ihn eher blass.
    Was beide gemeinsam haben, ist eine gewisse Distanz. Ich habe mich ihnen nicht übermäßig nah oder verbunden gefühlt.


    Bei den Nebencharakteren wären Allan und Little John hervorzuheben, die ebenfalls eine gewaltige Entwicklung durchlaufen und mir tatsächlich ans Herz gewachsen sind. Was ich ein wenig anstrengend fand, war, dass man teilweise mit Namen zugeballert wurde von Leuten, die vielleicht historisch eine Rolle gespielt haben mögen, mit unseren Protagonisten aber sonst nichts weiter zu tun haben. Insgesamt war die Gruppe der Bezugspersonen wirklich sehr klein, was für meinen Geschmack zu viel Fokus auf Robin gelegt hat. Und wo wir gerade dabei sind: ehrlich, ein Wink mit dem Zaunpfahl hätte genügt um darauf hinzuweisen, dass hier Robin Hood gemeint ist, aber ich habe mich bei der Charaktervorstellung tatsächlich mit dem gesamten Zaun verdroschen gefühlt.



    Die Handlung ist durch das Rahmengerüst des Kreuzzugs eigentlich gut abgesteckt. Das erste Drittel, also der Anfang der Reise, empfand ich als ziemlich zäh und das letzte Viertel ein wenig zu vollgestopft, das Ende ein wenig zu abrupt (Trilogie und so). Mir hat die Darstellung der Strapazen von Reise, Marsch und Kampf wirklich gut gefallen, ich fand die Kampfszenen eindrücklich und auch die daraus entstehenden Schrecken (Stichwort Kriegstrauma) für Henry gut umgesetzt. Allerdings gab es mehrere Szenen, die ihr Potenzial völlig verschenkt haben und dadurch überflüssig wirkten.


    Die Liebesgeschichte fällt unter die Kategorie very slow burn, was mich nicht mal gestört hätte, wenn… ja wenn nicht gleich die ersten geteilten Intimitäten so vage und andeutungsweise gehalten worden wären, dass die Geschichte und ich ein großes Missverständnis miteinander hatten, das sich leider erst viel später aufklärte.



    Das klingt insgesamt recht negativ, aber das Buch lässt mich mit einem frustrierten hrmpf-Gefühl zurück, weil es an einigen Stellen doch sehr viel besser hätte laufen können. Dennoch war es eine nette Unterhaltung.
    3 Sterne dafür :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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