Willi Voss - Die Nacht, der Tod

Anzeige

  • Der Autor: Der Schriftsteller Willi Voss wurde im Jahr 1944 als Willi Pohl geboren, wuchs im Ruhrgebiet auf, wurde zum Bibliothekar ausgebildet und arbeitete vorübergehend als Journalist, bis er Ende der 1960er-Jahre in den Nahen Osten übersiedelte und in die Wirren des libanesischen Bürgerkrieges verstrickt wurde. In den 1970er-Jahren war er als Neonazi und PLO-Mitglied Beschaffer von Waffen für palästinensische Terroranschläge. 1975 soll er für die CIA die Zentrale des PLO-Geheimdienstes auspioniert haben. Seine unter dem Pseudonym E.W. Pless veröffentlichten Polit-Thriller arbeiten die Erlebnisse mit dem Rechtsterrorismus und im Nahen Osten auf. Vom Terrorismus hat sich Voss bereits vor Jahrzehnten losgesagt. Seit 1988 veröffentlicht er Kriminalromane mit dem vogelfreien Ex-Polizisten Holger Fleestedt. Außerdem schrieb er in den 1990er-Jahren Drehbücher für die TV-Krimiserien „Tatort“ und „Großstadtrevier“. Der dritte Band der Holger-Fleestedt-Reihe („Das Gesetz des Dschungels“) wurde 1989 mit dem dritten Platz beim Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet.


    Klappentext (Quelle: Ullstein): Nie wieder Beamter, schwört sich Kripo-Mann Holger Fleestedt bei seinem Abgang von der Hamburger Polizei. Doch als ihm der Kerl mit den Wolfsaugen einen Undercover-Job für seine alte Behörde anbietet, mag Fleestedt nicht ablehnen. Immerhin hofft er, bei seinen verdeckten Ermittlungen gegen einen Asylantenschlepperring endlich seinen alten Todfeinden auf die Schliche zu kommen: korrupten Politikern und ihren Helfershelfern in Vorstandsetagen und Amtsstuben.


    Deutsche Ausgaben (Original und überarbeitet) und eine tschechische Übersetzung:

    • Die deutsche Originalausgabe erschien im Mai 1990 als „Die Nacht, der Tod“ als Ullstein-Buch Nr. 10658, lektoriert von George Schmidt, als Englische-Broschur-Softcover in der Reihe „Ullstein-Kriminalroman“ im Verlag Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin (207 Seiten). 1992 folgte eine kartonierte Taschenbuchausgabe als Ullstein-Buch Nr. 10599 in der Reihe "Ullstein-Kriminalroman“.
    • Im Jahr 2003 erschien eine überarbeitete Ausgabe im Verlag MediaprovO in Weingarten (219 Seiten). 2014 wurde eine E-Book-Ausgabe bei 110th in Blieskastel veröffentlicht (oder nur angekündigt? Ich finde es nirgends. Hier der Link zum Katalog der DNB).
    • 1991 erschien eine tschechische Übersetzung von Jana Volná unter dem Titel „Noc a smrt“ in der Reihe „Edice Muži zákona“ bei Interpress / Trutnov Willcap in Prag (155 Seiten).


    Meine Einschätzung:
    Ein aktionsreicher Polizeiroman, der größtenteils von einer Geiselnahme in einer Privatwohnung in Hamburg erzählt. Ein V-Mann der Polizei liegt tot am Boden (bevor er unschöne Verbindungen zwischen Politik und Organisierter Kriminalität hätte ausplaudern können), das Sondereinsatzkommando scharrt mit den Füßen, der Innensenator hat die Bürgerschaftswahlen im Hinterkopf und zwei Killer rücken an, die Geiselnehmer zu töten, bevor sie noch von der Polizei gekascht werden. Die Handlung erstreckt sich über kaum mehr als eine lange Nacht. Der Schreibstil ist knochentrocken und rasant. Die Dialoge sitzen fast immer richtig. Die Sprache ist adäquat derb und wütend. Wie hier gegenwärtige, ernstzunehmende soziale Probleme (Schleuserbanden) aufgegriffen werden, um die Gegenwart etwas besser zu verstehen, und in einen spannenden Reißer verbaut werden, ist sehr, sehr begrüßenswert. Und die Extremsituation Geiselnahme wird mit bewunderungswürdiger Intensität vor dem Leser hingeblättert. Das ist die Art von Hardboiled-Polizeiroman, wie er in Deutschland wahrlich nicht oft geschrieben wird. :thumleft: Für den Anfang überzeugende dreieinhalb :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne.

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

  • Im Jahr 2003 erschien eine überarbeitete Ausgabe im Verlag MediaprovO in Weingarten (219 Seiten).

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

  • 1991 erschien eine tschechische Übersetzung von Jana Volná unter dem Titel „Noc a smrt“ in der Reihe „Edice Muži zákona“ bei Interpress / Trutnov Willcap in Prag (155 Seiten).


    Beim deutschen Amazon natürlich Mangelware, aber bei diesem slowakischen Online-Antiquariat wurde ich fündig. Ein hässliches Cover! [-(

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

Anzeige