Ursula Poznanski - Blutkristalle

Anzeige

  • Wolfram liebt Ella. Davon weiß sie nur noch nichts. Statt mit ihm endlich das große Glück zu finden, gibt sie sich mit anderen Männern ab. Jedoch hat Wolfram alle in den letzten vier Jahren vergrault. Dieses scheint ihm nur leider nicht bei Paul zu gelingen. Also ist klar, dass Wolfram zu härteren Methoden greifen muss. Als die Turteltauben einen mehrtägigen Wanderausflug in den verschneiten Bergen planen, ist Wolfram überzeugt, dass er dort eine Chance erhalten wird, Paul loszuwerden. Steinschlag, kleine Schneelawinen, rutschige Eispassagen … Da wird sich doch etwas finden lassen.


    Zum 175 Jahre Droemer Knaur Jubiläum sind sechs Kurzthriller namhafter Autor*innen im Mai 2021 erschienen. Und zwar handelt es sich dabei um diese Bücher:

    ☆ Ursula Poznanski - Blutkristalle

    ☆ Michael Tsokos - Kaltes Land

    ☆ Daniel Holbe - Der Fleischer

    ☆ S. K. Tremayne - Augen ohne Licht

    ☆ Lisa Jackson - Revenge – Du bist niemals sicher

    ☆ Veit Etzold - Winter des Wahnsinns


    Poznanski hat sich für ihren Kurzthriller das Thema Stalking ausgesucht. Ihre Geschichte wird aus Wolframs Perspektive geschildert, allerdings ist er kein Ich-Erzähler. Trotzdem erhält man fast ausschließlich Einblick in seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühlen – und diese sind eiskalt, besonders Paul gegenüber. Wolfram ist jedes Mittel recht, um dafür zu sorgen, dass Ella wieder Single wird und falls bei der Aktion Blut fließen sollte, ist es ebenso. Die harmloseren Versuche waren ja nicht von Erfolg gekrönt, von daher hat Wolfram doch gar keine andere Wahl.


    Der Autorin gelingt es gut Wolframs psychische Situation darzustellen. Erschreckend liest man, wie Wolfram seine Tat plant, diese rechtfertigt und was ihm ansonsten noch durch den Kopf. Das Buch könnte eigentlich spannend sein, denn die Grundidee hat Potenzial. Leider stellt sich Wolfram oft nicht geschickt an, wodurch man manchmal eher schon Mitleid mit ihm hat und ihm am liebsten sagen möchte: „Ach Wolfi, lass doch gut sein, dass wird doch nichts.“ Das ist natürlich für die Spannung mehr als kontraproduktiv und von daher hat der Thriller für mich nicht funktioniert.


    Fazit: Der Einblick in Wolframs Gedankenwelt hat Thriller-Potenzial, aber sein Verhalten hat leider dafür gesorgt, dass ich ihn und die Situation nicht als ernste Bedrohung wahrnehmen konnte, wodurch wenig Spannung aufkam. Drei Sterne für die Idee, den flüssigen Schreibstil und das Ende.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

Anzeige