Christine Brand - Der Bruder

  • Kurzmeinung

    SaintGermain
    Genau so muss ein Krimi sein. Spannend von Anfang bis zum Ende mit einigen Wendungen und interessanten Charakteren.
  • Kurzmeinung

    Annabell95
    Viele Cliffhänger, mehrere Perspektiven und Handlungsstränge machen diesen Thriller sehr spannend.

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  • "Er hat in seiner Karriere vieles gesehen. Er weiß, dass der Mensch zu allem fähig ist, zu viel mehr, als sich ein normaler Verstand vorstellen kann." (Buchauszug)

    Viele Jahre ist es her, das Rechtsmedizinerin Irena Jundt ihren 11-jährigen Bruder Beni verloren hat. Nun ist ihr Vater gestorben und reißt die alten Wunden wieder auf, die Irena längst vergessen wollte. Zur Hausauflösung kehrt sie ins Berner Unterland und muss erkennen, das an der alten Geschichte etwas nicht stimmen kann. Plötzlich kann sie sich nicht mehr vorstellen, dass der Mörder, der damals verurteilt wurde, wirklich Beni getötet hat. Doch wer dann, Irena muss das unbedingt herausfinden und merkt, dass die Dorfbewohner etwas verbergen. Währenddessen sucht das Team von Sandro Bandini nach den kleinen Fabio Della Fortuna. Jede Minute zählt, um den Jungen lebend wiederzufinden, das weiß auch Journalistin Milla Nova und macht sich ebenso auf die Spur.


    Meine Meinung:

    Wieder ein düsteres, einfaches Cover, das gut zur Milla Nova Reihe passt. Dies ist der dritte Kriminalfall, bei dem nicht nur das Team um Leib und Leben, sondern außerdem Journalistin Milla Nova ermittelt. Und natürlich erfahren wir zudem, wie es dem blinden Nathaniel mit seiner Hündin Alisha weiter ergeht. Er gehört einfach schon irgendwie dazu, seit er in Band eins seinen großen Auftritt hatte. Dass dieser Fall teils auf wahren Begebenheiten basiert, hat mich wirklich am meisten schockiert. Den die Autorin nimmt uns mit in einen Kriminalfall, der vor vierzig Jahren die ganze Schweiz erschüttert hat. Diese Kinder, die damals allesamt vermisst wurden, hat die Autorin hier zu Beginn des Buches aufgeführt. Einige davon wurden später tot aufgefunden, doch von den meisten fehlt bis heute jede Spur. Dass sie dies selbst noch immer nicht vergessen kann, verstehe ich gut. Darum hat Christine Brand hier das Geschehen für sich selbst verarbeitet, was mit diesen Kindern passiert sein könnte. Dass sich diesmal wieder Sandro und Milla beruflich in die Quere kommen, war fast naheliegend. Dass Milla wieder viel zu viel ausplaudert, was die Öffentlichkeit nicht wissen soll, passt Sandro mal wieder gar nicht. Kein Wunder also, das es erneut zu einem schweren Krach zwischen den beiden kommt. Genauso halten mich Nathaniel und Silas wieder in Atem. Den durch Nathaniel Alleingänge mit Blindenhund Alisha wird es mitunter gefährlich. Kein Wunder also, dass er dabei gerne ins Fettnäpfchen tritt und dann Millas Hilfe braucht. Jedoch diesmal ist es andersherum, den Milla braucht erstmals seine Hilfe. Auffällig gut sind diesmal die Szenenwechsel eingebaut. Sodass ich durch Spannung, humorvolle Szenen und die kurzen Kapitel kaum mehr das Buch weglegen kann. Selbst wenn die Thematik nicht gerade einfach zu verdauen ist. Den gerade die Ungewissheit, was genau passiert ist, belastet mich als Leser schon. Besonders wenn man dann am Buchende erfährt, es diese Vermisstenfälle wirklich gegeben hat. Was mag wohl wirklich mit diesen Kindern passiert sein? Das scheint Autorin und Reporterin Christine Brand ebenfalls noch immer zu belasten. Ebenso wie Ungewissheit der vielen Familien, die genauso mit ins Buch einfließt. Dass es diesmal ausgesprochen viele Tote gibt, erstaunt mich dagegen weniger. Vielmehr bin ich fasziniert, wie sie diese alle in ihre Geschichte mit einbaut. Trotzdem ich recht früh eine Ahnung habe, erwarten mich noch einige unerwartete, spannende und brisante Szenen, mit denen ich nicht rechnen konnte. Zudem erscheint der Fall wesentlich anspruchsvoller, wie ich es am Anfang erwarten hatte. Nicht nur das die Autorin wieder einmal ihre Protagonisten in Gefahr bringt, erzählt sie außerdem einiges aus dem Privatleben ihrer Hauptcharaktere. So heiratet zum Beispiel Nathaniel zum Schein, um Carole und Silas zu helfen. Humorvoll wird es erst, als er sich ausgerechnet in eine extravagante Frau verliebt, mit der er selbst nicht gerechnet hat. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten. Alles, was sonst noch passiert, darf man gerne selbst nachlesen. Ich jedenfalls freue mich auf einen weiteren Kriminalfall und gebe 5 von 5 Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :applause: :thumleft:

  • Alte und neue Vermisstenfälle

    Nach dem Tot ihres Vaters macht sich Irena Jundt, Rechtmedizinierin der Berner Kripo, auf den Weg in das abgelegene Bergdorf, um ihr Elternhaus zu räumen. Ihre Kindheit endete damals abrupt mit dem Verschwinden ihres Bruders Beni. Ein Kindermörder wurde für die Tat verurteilt, doch als Irena wieder in ihrem Heimatdorf ist kommen Zweifel auf. Sie merkt, dass die Dorfbewohner scheinbar etwas verbergen. Fast zeitgleich wird in Bern ein kleiner Junge als vermisst gemeldet. Sandro Bandini nimmt die Ermittlungen auf. Auch seine Freundin, die Journalistin Milla, steckt auf ihre Art ihre Nase in den Fall. Niemand ahnt, dass der Fall noch weitere Kreise ziehen wird und bis in die Vergangenheit reicht.

    "Der Bruder" ist der dritte Fall für Milla Nova und Sandro Bandini. Der Fall an sich ist in sich abgeschlossen und man kann ihn ohne Vorkenntnisse lesen. Doch bei der privaten Rahmengeschichte der Protagonisten ist es empfehlenswert auch die Vorgänger zu kennen. Ich kannte diese noch nicht und habe mich bei den Protagonisten etwas verloren gefühlt.

    Dadurch dass ich die Protagonisten vorher noch nicht kannte, sind sie mir etwas blass und fremd geblieben. Leider wurden nur sehr wenig notwendige Informationen in die Handlung mit eingewoben. Ich wurde leider nicht wirklich warm mit ihnen und zum Schluss wurden mir zwei auch durch ihre Handlungen miteinander etwas Unsympathisch. Ich hoffe das legt sich in den Nachfolgebänden wieder.

    Auch wenn ich etwas gebraucht habe, um mich auf die Handlung zu konzentrieren und hineinzukommen, fand ich die Story sehr spannend. Die Story war aus verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten immer im Wechsel aufgebaut. Die Wechsel habe ich anfangs und auch in der Mitte noch als ziemliches Durcheinander empfunden. Mir war das ein wenig zu viel, sodass ich mich da nicht richtig auf eine Sache konzentrieren konnte. Aber die Kapitel endeten in der Regel mit einem Cliffhänger. Dazu der super flüssige Schreibstil haben den Thriller super spannend gemacht und ich konnte ihn kaum noch aus der Hand legen.

    Mein Fazit:

    Auch wenn die Story in der Art, mit dem Verschwinden von Beni, nichts Neues für mich war, habe ich mich trotzdem mit spannenden Stunden sehr gut unterhalten gefühlt. Einmal angefangen, kann man kaum noch aufhören zu lesen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Nach dem Tod ihres Vaters kehrt die Rechtsmedizinerin Irena Jundt in ihr Heimatdorf zurück, um alles zu klären. Dabei kehren auch Erinnerungen an ihren Bruder Beni zurück, der seit fast 30 Jahren vermisst wird. Der Täter soll zwar hinter Gittern sitzen, doch nach einem Gespräch mit ihm, glaubt Irena an seine Unschuld. Währenddessen ermittelt Sandro Bandini im Entführungsfall eines kleinen Jungen in Bern, auch seine Freundin Milla Nova, eine Journalistin, stellt auf eigene Faust Ermittlungen an.

    Das Cover ist ein echter Hingucker. Es passt perfekt zur bisherigen Reihe um Milla Nova und natürlich auch zum vorliegenden Buch. In seiner Düsternis zeigt es doch auch Licht. Besonders hervorzuheben ist auch noch die Haptik an den Ecken.

    Der Schreibstil der Autorin ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben. Obwohl es für mich das 1. Buch der Autorin war, konnte ich mich schnell in die Protagonisten einfühlen.

    Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau.

    Hervorzuheben sind neben den Perspektivwechseln und verschiedenen Handlungssträngen auch die des Öfteren vorkommenden Cliffhanger am Ende des Kapitels, die es einem unmöglich machen das Buch wegzulegen.

    Neben sehr interessanten Charakteren kann das Buch auch mit einigen überraschenden Wendungen aufwarten und punkten.

    Zudem war es natürlich auch sehr emotional, v.a. da es in den 1980ern in der Schweiz tatsächlich eine Reihe von verschwundenen Kindern gab bzw. zum Teil noch immer gibt.

    Außerdem überraschte mich das Buch mit der Feststellung, dass Mord in der Schweiz tatsächlich (nach 30 Jahren) verjährt, und man dafür nicht mehr verurteilt werden kann.

    Da mir dieser Teil so gut gefiel, habe ich mir gleich mal die vorhergehenden Teile als E-Book gekauft.

    Fazit: Genau so muss ein Krimi sein. Spannend von Anfang, facettenreich bis zum Ende mit einigen Wendungen und interessanten Charakteren. 5 von 5 Sternen, da es nicht mehr zu vergeben gibt.

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