J. G. Ballard - Hallo Amerika! / Hello America!

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  • Der Autor (Quelle: Suhrkamp): J(ames) G(raham) Ballard wurde 1930 in Shanghai geboren, wo er bis zum Alter von sechzehn Jahren lebte. Während des Zweiten Weltkrieges war er in einem japanischen Zivilgefangenenlager interniert. 1946 kehrte die Familie nach England zurück. Ein Medizinstudium hat Ballard nicht abgeschlossen, seit 1956 veröffentlicht er seine Erzählungen und Romane. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „The Drowned World“, „The Four-Dimensional Nightmare“, „The Terminal Beach“ und „Crystal World“. Ballard starb am 19. April 2009 in Shepperton.


    Klappentext (Quelle: Suhrkamp): In der Energiekrise der Achtzigerjahre ist Amerika praktisch untergegangen. General Motors musste Konkurs anmelden. Der letzte amerikanische Präsident hat sich in ein Zen-Kloster in Japan zurückgezogen, und Amerika ist evakuiert worden, die Amerikaner sind nach Europa, Asien und Afrika ausgewandert. Die übrige Welt hat Amerika vergessen, nachdem Versuche, das teils zu Wüste, teils zu tropischem Regenwald gewordene Land zu retten, fehlgeschlagen sind. Seit vielen Jahren hat niemand mehr Amerika besucht, bis im Jahre 2114 die von Nachkommen amerikanischer Auswanderer bemannte Apollo im Hafen von New York anlegt und im Hafenbecken mit den versunkenen Trümmern der Freiheitsstatue kollidiert. Die Expeditionsteilnehmer beginnen eine gespenstische Fahrt durch Geisterstädte und öde Wüstenlandschaften. Vorbei an verlassenen Holiday Inns und Vergnügungsparks ziehen die Forscher weiter zu ihrem Ziel, dem verheißenen Las Vegas. Dort warten Frank Sinatra, Dean Martin und vierundvierzig Präsidenten der USA auf sie, als Roboter wiedererweckt von einem verrückten Wissenschaftler, der den Namen Charles Manson angenommen hat.
    Der Glanz und Glitter Amerikas, seine technischen Errungenschaften, seine sektiererischen und manischen Züge, seine Unterhaltungsindustrie und sein verschwenderischer Umgang mit materiellen Gütern – das sind Aspekte, die Ballard immer fasziniert haben. Hier liefert er, in großartigen, witzigen Bildern, eine Abrechnung mit dem Land seiner Träume.


    Englische, französische, deutsche, italienische, niederländische und türkische Ausgaben:

    • Die englische Originalausgabe erschien im Juni 1981 unter dem Titel „Hello America!“ bei Jonathan Cape in London (224 Seiten) und bei Carroll & Graf in New York, wiederaufgelegt u.a. 2008 bei Harper Perennial in London und 2013 bei der Liveright Pub. Corp. in New York.
    • Die französische Übersetzung stammt von Elisabeth Gille. Sie erschien 1981 unter dem Titel „Salut l'Amérique!“ als Band 326 der Reihe „Présence du futur“ bei bei Denoël in Paris (251 Seiten).
    • Die deutsche Übersetzung stammt von Rudolf Hermstein. Sie erschien 1984 (in zweiter Auflage 1988) unter dem Titel „Hallo Amerika!“ als Band 95 der von Franz Rottensteiner herausgegebenen „Phantastischen Bibliothek“ als Suhrkamp-Taschenbuch 895 im Suhrkamp Taschenbuch Verlag in Frankfurt am Main (200 Seiten).
    • Die italienische Übersetzung stammt von Andrea Terzi. Sie erschien 1988 unter dem Titel „Hello America“ in der Reihe „Mistral“ bei Rizzoli in Mailand (255 Seiten), wiederaufgelegt u.a. 2020 als Nr. 9414 der Reihe „Universale economica“ bei Feltrinelli in Mailand (243 Seiten).
    • Eine niederländische Übersetzung stammt von Robbert-Jan Henkes. Sie erschien 2018 unter dem Titel „Hallo Amerika“ bei Lebowski in Amsterdam (256 Seiten).
    • Eine türkische Übersetzung von Özge Ege Altan erschien unter dem Titel "Merhaba Amerika" im April 2021 bei Sel Yayıncılık, Istanbul (240 Seiten).

    Im Jahr 2017 hat sich Netflix die Filmrechte an dem Roman gesichert. Als Produktionsfirma wurde Ridley Scotts Produktionsfirma "Scott Free Productions" genannt. Allerdings ist es in den letzten vier Jahren um eine etwaige Verfilmung ruhig geworden.


    Meine Einschätzung:
    Roman über eine Expedition, die unter großen Mühen ein nach dem Ende der fossilen Brennstoffe entvölkertes Nordamerika durchquert. Fast alle Mitglieder der Apollo-Expedition scheinen noch eine heimlich gehaltenen Plan zu verfolgen.

    Der in teilweise erstaunlich schöner Sprache verfasste Science-Fiction-Roman hat einen sehr starken Anfang, wird mit der Zeit aber immer eindeutiger und langweiliger. Er ist sowohl eine Rekolonialisierungsgeschichte in einer überhitzten Erdzukunft, also auch eine kaum verhohlene Satire auf die oberflächliche Showbiz-Kultur Amerikas zwischen Las Vegas, Wizard of Oz und Charles Manson, ein surreal verschrobener Americana-Wachtraum aus Prominenz, Anbetung und Dekadenz. Ballard scheint nahezulegen, dass Europa sein Hassliebchen Amerika braucht, um den konsumistischen, neoliberalen, chauvinistischen Auswüchsen des marktwirtschaftlichen, aufgeklärten, demokratischen und patriachialen Abendlandes einen Raum zu geben, wo sie sich austoben können, ohne großen Schaden anzurichten. :wink: Wenn das unter einem 45. US-Präsidenten namens Charles Manson passiert, der willens ist, seine Atomwaffen gegen jede Bedrohung ins Feld zu schicken, und tatsächlich davon redet, Amerika innerhalb von nur zehn Jahren „wieder groß zu machen“ ( :shock: Ballard der Prophet), kann man sich als Leser auf Überraschungen einstellen. :drunken:

    Der satirische Humor Ballards mag manchem Leser allerdings etwas zu betont und übertrieben „campy“ daherkommen: eine Armee von 44 Roboter-Präsidenten balanciert natürlich auf dem Grat zwischen „bildhaft stark“ und „lächerlich“. Trotz meiner Einwände ist „Hallo Amerika!“ ein sehr angenehm zu lesender und schön seltsamer Roman über die wahre Seuche der Menschheit: die Angst vor dem Anderen! :thumleft:

    Jiménez "Platero und ich" (59/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 170 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Mullen "Darktown" (12.11.)

  • Die englische Originalausgabe erschien im Juni 1981 unter dem Titel „Hello America!“ bei Jonathan Cape in London (224 Seiten) und bei Carroll & Graf in New York, wiederaufgelegt u.a. 2008 bei Harper Perennial in London und 2013 bei der Liveright Pub. Corp. in New York.

    1. (Ø)

      Verlag: HarperCollins Publishers


    Jiménez "Platero und ich" (59/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 170 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Mullen "Darktown" (12.11.)

  • Die französische Übersetzung stammt von Elisabeth Gille. Sie erschien 1981 unter dem Titel „Salut l'Amérique!“ als Band 326 der Reihe „Présence du futur“ bei bei Denoël in Paris (251 Seiten).

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    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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    Letzter Buchkauf: Mullen "Darktown" (12.11.)

  • Die italienische Übersetzung stammt von Andrea Terzi. Sie erschien 1988 unter dem Titel „Hello America“ in der Reihe „Mistral“ bei Rizzoli in Mailand (255 Seiten), wiederaufgelegt u.a. 2020 als Nr. 9414 der Reihe „Universale economica“ bei Feltrinelli in Mailand (243 Seiten).

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  • Die niederländische Übersetzung stammt von Robbert-Jan Henkes. Sie erschien 2018 unter dem Titel „Hallo Amerika“ bei Lebowski in Amsterdam (256 Seiten).

    Jiménez "Platero und ich" (59/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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  • Eine türkische Übersetzung von Özge Ege Altan erschien unter dem Titel "Merhaba Amerika" im April 2021 bei Sel Yayıncılık, Istanbul (240 Seiten).

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    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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