Egon Eis - Duell im Dunkel

Anzeige

  • Der Autor (Quelle: Edition Köln): Egon Eis, geboren als Egon Eisler 1910 in Wien, gestorben 1994 in München. Österreichischer Autor von Kriminalromanen, Filmdrehbüchern und Bühnenstücken, der auch unter dem Pseudonym Trygve Larsen, Egon Eis und Albert Tanner veröffentlichte. Sein bekanntestes Theaterstück „Wasser für Canitoga“ wurde in 56 Städten Europas und Lateinamerikas aufgeführt. Er lebte seit den 20er Jahren in Berlin, floh vor den Nazis zunächst zurück nach Österreich, später nach Frankreich, Marokko, Kuba und Mexiko. Seit 1953 lebte er wieder in Deutschland, wo er an Drehbüchern für die Edgar-Wallace-Verfilmungen arbeitete.


    Der Herausgeber (Quelle: Edition Köln): Frank Göhre, geboren 1943 in Tetschen/Böhmen, lebt als Funk-, Fernseh- und Romanautor in Hamburg. Er schrieb die Kiez-Trilogie „Der Schrei des Schmetterlins“, „Der Tod des Samurai“ und „Tanz des Skorpions“, 2006 ergänzt mit „Zappas letzter Hit“. Er gab die von ihm mit Nachworten versehehen Kriminalromane von Friedrich Glauser neu heraus und veröffentlichte zuletzt „MO - der Lebensromen des Friedrich Glauser“.


    Klappentext (Quelle: Edition Köln): Doktor B. Voß war im Afrika-Korps der Deutschen Wehrmacht Hauptmann und rettete einem Bruno Holzknecht das Leben. Dieser war Obergefreiter und rette dem Hauptmann das Leben. So etwas verbindet. Im Hamburg des Nachkrieges treffen sie sich wieder: Voß hat den Schwarzmarkt der Hansestadt organisiert, schiebt in großem Stil Medikamente und Drogen – Holzknecht läuft im abgetragenen Anzug eines Inspektors der Kripo herum und verliert seinen guten Ruf bei den stets vergeblichen Versuchen, Voß zu stellen. Der Mann hinterlässt keine Spuren. Bis er in einem seiner Maßanzüge an einem Nagel hängen bleibt, bevor er eine Prostituierte erwürgt.


    Zwei deutsche Veröffentlichungen:

    Der Roman „Duell im Dunkel“ erschien zuerst 1957 als Ullstein-Taschenbuch Nr. 139 in Frankfurt am Main (134 Seiten). Im Jahr 2008 wurde er als Band 1 der von Frank Göhre herausgegebenen Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands" zusammen mit einem sechsseitigen Nachwort von Michael Töteberg über Egon Eis in der EDITION KÖLN Verlag Peter Faecke in Köln unter dem Signet „Krimi & Co.“ wiederveröffentlicht (171 Seiten).


    Weitere Romane der Reihe "Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands" sind "Kein Schnaps für Tamara" von Hansjörg Martin (1966), "Taxi nach Leipzig" von Friedhelm Werremeier (1970), "Einer von uns beiden" von -ky (1972), "Rote Messe" von Michael Molsner (1973), "Schlaf Bübchen, schlaf" von Irene Rodrian (1980), "Einer muss tot" von Helga Riedel (1983), "Die Regeln der Gewalt" von Peter Schmidt (1984), "Feuerprobe" von Peter Zeindler (1991) und "Psychofieber" von Robert Brack (1993).


    Meine Einschätzung:

    Hamburger Kriminalroman von 1957 über den Anfang der organisierten Kriminalität im Nachkriegsdeutschland. Ganz ohne Lokalkolorit, dafür lernt man etwas über den reinen Typus des deutschen (Polizei-)Beamten. Etwas altbacken und mit überholten Geschlechterrollen. Sehr melodramatisch, ansonsten aber ohne Schnörkel und Überbeschreibungen, was für spannende Szenen und Geschwindigkeit sorgt. Milieustarke Beschreibungen aus der kriminellen Halbwelt der Hafenstadt. Wer mit dem Verbrechen in Berührung kommt, macht sich schuldig! Eine als Zeitbild vor allem für Krimihistoriker recht interessante Geschichte über das Aufblühen von Bandenkriminalität in krisenhaften Zeiten! Im Nachwort werden Bezüge zu Brechts Dreigroschenoper aufgemacht. Was sich einmal zu überprüfen lohnte!

    Jiménez "Platero und ich" (49/415)


    Jahresbeste: Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 170 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Mullen "Darktown" (12.11.)

Anzeige