Julia Schnetzer – Wenn Haie leuchten. Eine Reise in die geheimnisvolle Welt der Meeresforschung

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  • Klappentext/Verlagstext
    Aktuellste Forschung und ein Gespür für das Kuriose: Die Meeresbiologin Julia Schnetzer über Meeresmücken, giftige Kugelfische, Delfinnasen und andere faszinierende Meeresbewohner

    Das Meer ist unser erstaunlichstes und rätselhaftestes Ökosystem. Es waren mehr Menschen auf dem Mond als am Grund des Ozeans. Zu Unrecht, findet Meeresbiologin und Science-Slammerin Julia Schnetzer. Denn in der Unsterblichkeit von Quallen, der Sprache der Delfine und dem Lebensrhythmus von Unterwassermücken verbergen sich nicht nur neueste Erkenntnisse über unsere Umwelt, sondern auch über uns Menschen.


    Die Autorin
    Julia Schnetzer, 1985 in München geboren, erforscht seit Jahren die Mikro- und Makroorganismen des Meeres. Sie studierte Biologie in Köln, an der University of California in Merced sowie am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama und promovierte in Mariner Mikrobiologie am Max Planck Institut in Bremen. Von 2017 bis 2020 war sie wissenschaftliche Koordinatorin der internationalen Wanderausstellung Ocean Plastics Lab, die sich mit der Meeresverschmutzung durch Plastik beschäftigt.


    Inhalt
    Seit Julia Schnetzer mit 18 Jahren Gast einer Familie auf Fidschi war, haben die Ozeane ihr Leben bestimmt. Die Autorin zeigt die Unterwasserwelt als Lebensgrundlage für Mensch und Tier, wie auch als Fundgrube innovativer Ideen, die noch Generationen von Forschern beschäftigen werden. So sei der Meeresboden bei Erscheinen ihres Buches erst zu 20% hochauflösend kartiert und die restliche Vermessung wird noch 10 Jahre dauern.


    Sollten Unterwasseraufnahmen bei ihren Lesern bisher das Klischee eines traumhaften Arbeitsplatzes hinterlassen haben, räumt die Science-Slammerin mit der erträumten Idylle gleich zu Beginn auf. Ihr Alltag besteht zum großen Teil aus Routine-Tätigkeit am Schreibtisch, die Arbeit im und auf dem Meer findet in Kälte und Nässe statt, auch auf wochenlangen Forschungsfahrten und hält sich selten an die 36-Stunden-Woche. In übersichtlichen Kapiteln von je 20-30 Seiten weiß Julia Schnetzer tatsächlich Neues aus der Welt der Meere zu erzählen. Sie berichtet über Verhaltensforschung an Delphinen, beantwortet die Frage, was Haie in ihrem Hai-Café eigentlich treiben, stellt Insekten vor, die auf der Wasseroberfläche leben und klärt ihre Leser darüber auf, wie ein Fischauge seine Umwelt wahrnimmt. Der Clou für mich war natürlich die solarbetriebene Meeresschnecke an der Ostküste Nordamerikas – von ihr hätte ich gern früher erfahren! Schnetzers Herzensthema ist jedoch die Vermüllung aller Meere durch Plastik. Wie alte Fischernetze, Plastiktüten und PET-Flaschen im Meer nicht einfach als Gegenstände zu Boden sinken, sondern Tiere töten und das Gleichgewicht des Lebensraums Meer nachhaltig stören, dem kann man sich als Leser wohl kaum entziehen. Wissen ist der erste Schritt zur Veränderung – und mit ihrer eindringlichen Darstellung liefert Schnetzer Argumente, warum unser Plastikverbrauch nicht einfach „schlecht“ ist, sondern was genau er in den Meeren anrichtet.


    Fazit

    Das Inhaltsverzeichnis des Sachbuchs in Form einer Meereskarte bereitet auf die humorvolle Sicht seiner Autorin vor. In der Traditon des Science-Slams schreibt Julia Schnetzer angenehm locker, ihre kurzen Kapitel lesen sich einfach so weg. Wie bei anderem Infotainment auch, bleibt bei mir jedoch von den Fakten auf die Dauer wenig hängen, weil der Text zwar illustriert ist, das Seitenlayout für ein Sachbuch aber insgesamt zu einförmig wirkt. Um mir Fakten und Zahlen dauerhaft zu merken, muss eine Sachbuchseite für mich strukturierter sein; eine Erschließung durch ein Stichwortregister wäre nicht verkehrt. Ein handschmeichlerisches Buch in kleinem Format, das Neues aus der Meeresbiologie unterhaltsam verpackt.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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  • Gut gemeint...


    Nun denn.....

    Selten habe ich so lange an einem so überschaubaren Buch gesessen. Ich habe mich regelrecht weiterkämpfen müssen, weil ich mit dem Stil nicht richtig warm geworden bin.

    Die Autorin Julia Schnetzer - immerhin studierte Biologin - möchte uns ein Sachbuch mit unterhaltsamem Charakter präsentieren. Die Thematik ist absolut interessant und nach einer Leseprobe entstand bei mir der Wunsch, es komplett zu lesen. Leider hat sich meine Hoffnung auf ein unterhaltsames und informatives Sachbuch für Laien nicht ganz erfüllt.

    Die Einblicke in die Unterwasserwelt der Ozeane sind durchaus informativ und bieten einen kreuz-und-quer-Überblick über so manche Themen. Der Schreibstil ist dabei absolut locker und leicht zu lesen. An manchen Stellen hatte ich jedoch den Eindruck, dass es etwas mit ihr durchging. Da wurde mit Fachbegriffen nur so um sich geworfen, die ich während der Lektüre hätte nachschlagen müssen, um zu verstehen, was mir die Autorin da versucht zu erklären - ich bin nämlich keine Biologin. Bei anderen Themen hingegen hatte ich den Eindruck, dass sie nur angekratzt wurden ohne weiteren Tiefgang.

    Ich lese immer wieder gerne Sachbücher, auch und gerade, wenn es um die Wasser- oder Tier- und Pflanzenwelt geht. Solche Probleme wie mit diesem Buch hatte ich dabei noch nie! Es zog und zog sich und ich habe seitenweise quergelesen, um es hinter mich zu bringen.

    Was mich aber wirklich ärgerte, ist die Schludrigkeit, mit der es ganz offensichtlich erstellt wurde. Trotz häufigem Querlesen habe ich immer noch etliche Fehler gefunden. Angefangen bei schlichten Schreibfehlern wie Fischwarm (gleich 2mal auf Seite 212) und Geißeltierchen, die offenbar auch noch Geiseln genommen haben, mit denen sie sich Nahrung zuführen.

    Doch damit nicht genug: Es gibt auch noch etwas, das am optimalsten ist. Und was ist falsch an dem Satz: Geschätzt sind Viren alleine in tropischen und subtropischen Ozean für eine Freisetzung von 145000 Tonnen Kohlenstoff im Jahr verantwortlich (S. 228)? Gibt es eigentlich überhaupt kein Lektorat mehr, wenn ich ein Buch veröffentlichen möchte?

    Als ob so etwas nicht schon schlimm genug in dem Sachbuch einer Akademikerin wäre, kommt dann aber auch noch eine höchst dekorative illustrierte Reaktionsgleichung auf Seite 164, die schlichtweg falsch ist! Und das geht mal überhaupt nicht!


    Gerade habe ich entschieden, dass die erst von mir geplanten 3 Punkte eigentlich noch zu viel sind und korrigiere sie auf 2 Punkte.


    Fazit: Muss man nicht lesen - da gibt es bessere und unterhaltsamere Sachbücher!


    :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Lust auf einen Cappuccino im White Shark Café?



    Julia Schnetzer nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die Weltmeere. Ob riesige Wale, leuchtende Haie, winzige Wasserinsekten oder Aquaviren, sie erzählt faszinierend, manchmal durchsetzt mit flapsigen Bemerkungen, aber immer voll Hochachtung vor dem Meer und seinen Bewohnern. Sie spricht das Thema des Plastikmülls in den Weltmeeren offen und sehr detailliert an, weist auf die vielen Tiere hin, die durch den Müll sterben und geht auch auf den Mikroplastik ein, der in die Nahrungskette der Meerestiere und dadurch letztendlich auch auf unseren Tellern gelangen kann.


    Die Meeresbiologin erklärt Zusammenhänge im Lebensraum Ozean, weist aber auch auf viele ungelöste Fragen hin.


    Das Buch ist faszinierend, sehr informativ. Manche Schulbuchverfasser könnten sich an diesem Buch ein Beispiel nehmen, wie man Wissen fundiert und interessant gestalten kann. Spannend und emotional, das sind Adjektive, die man selten mit einem Sachbuch in Verbindung bringt. Und doch vereint dieses Buch diese Eigenschaften.


    Das Einzige, was ich schade finde: ich vermisse Unterwasseraufnahmen, die in einem solch wunderbaren Buch eigentlich zu erwarten wären. Es gibt zwar durchaus anschauliche Zeichnungen und Skizzen, aber ein paar Fotos hätten die Botschaft des Buches weitergetragen: Lasst uns die Weltmeere und ihre Bewohner schützen. Stoppt die Meeresverschmutzung, die Überfischung und Zerstörung des Meeresbodens um Bodenschätze abzuschöpfen.

  • Julia Schnetzers Podcast bei audible


    Wenn Biologen bei Freunden zum Essen eingeladen sind, müssen sie immer wieder die ganz existentiellen Fragen beantworten - manchmal auch die intimen und die ekligen. Was bezweckt eine Nachtigall, wenn sie singt? Haben Goldfische einen Penis? Wird man krank, wenn man am Biofilm im Kühlschrank leckt? In diesem Original Podcast leisten eine in allen Lebenslagen erfahrene marine Mikrobiologin und ein Experte für Amphibien und Reptilien erste Info-Hilfe, zusammen mit einem Journalisten, der eine unschlagbare Begeisterung für alles Lebendige hat.

    :study: -- Leopold - Ein Jahr im Sand County

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