Jonathan Carroll - Ein Kind am Himmel / A Child Across the Sky

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  • Der Autor (Q: Suhrkamp): Jonathan Carroll, geboren am 26. Januar 1949 als Sohn des Drehbuchautors Sidney Carroll („Haie der Großstadt“), studierte an mehreren amerikanischen Universitäten Englische Literatur und „Creative Writing“. Später zog er nach Wien und unterrichtet an der American International School. Zu seinen begeisterten Fans gehören und gehörten Stephen King, Peter Straub, Michael Ende und Christopher Priest. Sein Erstlingsroman „The Land of Laughs“ von 1980 (dt. „Das Land des Lachens“) soll im August 2021 eine deutsche Neuauflage erleben.


    Der Klappentext (Q: Suhrkamp): Eine Geschichte von zwei Freunden. Beide sind Filmregisseure. Beide sind berühmt: der eine für Horrorfilme, der andere für Kunstfilme. Der Regisseur des Horrors begeht Selbstmord. Videokassetten tauchen auf, auf denen er spricht, auf denen er Dinge zeigt, die es nicht geben kann. Der Inhalt dieser Kassetten beginnt zu wachsen, sie entwickeln Eigendynamik.


    Englische, deutsche und französische Ausgaben:

    • Die amerikanische Originalausgabe „A Child Across the Sky“ erschien zuerst 1990 bei Doubleday in New York (215 Seiten) und als Legends Paperback in London (268 Seiten).
    • Die deutsche Übersetzung aus dem Amerikanischen besorgte Herbert Genzmer. Sie erschien 1992 unter dem Titel „Ein Kind am Himmel“, herausgegeben von Franz Rottensteiner, als Band 286 in der Phantastischen Bibliothek als Suhrkamp-Taschenbuch Nr. 1969 in Frankfurt am Main (243 Seiten).
    • Die französische Übersetzung besorgte Nathalie Serval. Sie erschien 1998 als „L'enfant arc-en-ciel“ in der Reihe „Collection Présences“ bei Denoël in Paris (331 Seiten), zwei Jahre später neu aufgelegt in der Reihe „Collection Terreur“ bei Pocket in Paris.

    Der Roman ist der dritte Teil des lose miteinander verbundenen Rondua/Answered Prayers-Sextetts, das 1987 mit „Bones of the Moon“ (dt. „Laute Träume“) begann.


    Meine Einschätzung:

    Einer meiner liebsten Mystery-Autoren, der es immer wieder schafft, dass ich während des Lesens total begeistert bin, danach aber erstaunlich viel von der Geschichte vergesse.
    Ein Filmregisseur von Filmkunstwerken erhält von seinem Schulfreund, einem Regisseur von Horrorfilmen, der durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist, zwei Männer mit ähnlichen Anlagen, deren Leben unterschiedliche Abzweigungen nahm, per Post Videokassetten zugesandt. Auf diese Weise entspinnt sich eine Art Disput über das Grab hinaus, wobei es um das menschliche Dasein und die Kunst, um Hollywood und das Filmschaffen, um Moral und Krankheit und ihrer beiden Leben geht. Obdendrein bittet der Tote den Lebenden, seinen unfertigen letzten Horrorfilm zu beenden.

    Ein unterhaltsames, nachdenkliches, symbolträchtiges und originelles Buch, das mich oftmals völlig überraschen konnte. Leider ist der abrupte Schluss ein ziemlicher Reinfall. [-( Und definitive Antworten braucht man von Carroll auch nicht zu erwarten. Dennoch: ein sehr bildgewaltiger Roman – einen Todesengel in der Gestalt einer schwangeren Neunjährigen muss man sich erstmal ausdenken … :shock:

    Es herrscht eine ähnliche Atmosphäre wie in frühen Stephen-King-Romanen, schön in der US-Horrorfilmindustrie der Achtziger angesiedelt. Und an den Rändern öffnet sich die Handlung in eine Fabel-Welt, in der Träume wahr werden können: Rondua. Doch durch alle phantastischen, traumgleichen und bizarren Momente schimmert eine sehr gegenwärtige Kritik an unserer populären Kultur und an der Art wie wir leben durch. Eine Erkundung menschlicher Beziehungen, von Kunstwerken und ihren Schöpfern, und der Art, wie das Böse in die Welt kommt. :thumleft:

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

  • Die amerikanische Originalausgabe „A Child Across the Sky“ erschien zuerst 1990 bei Doubleday in New York (215 Seiten) und als Legends Paperback in London (268 Seiten). Angehängt ist eine Kindle-Ausgabe von 2012, herausgegeben von Open Road Media.

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

  • Die französische Übersetzung besorgte Nathalie Serval. Sie erschien 1998 als „L'enfant arc-en-ciel“ in der Reihe „Collection Présences“ bei Denoël in Paris (331 Seiten), zwei Jahre später neu aufgelegt in der Reihe „Collection Terreur“ bei Pocket in Paris.

    Heller "Gut wie Gold" (287/454)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: Conrad "Almayers Wahn" (20.6.)

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