John Waters - Abartig / Crackpot

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  • Der Autor (Q: Ullstein): John Waters wurde am 22. April 1946 als John Samuel Waters Jr. in Baltimore, Maryland, geboren. Er ist Autor und Regisseur eigenwilliger Filmwerke wie Mondo Trasho, Pink Flamingos, Female Trouble, Desperate Living, Hairspray und Cry Baby. Der 7. Februar 1985 wurde vom Bürgermeister von Baltimore zum „John-Waters-Day“ deklariert.

    Klappentext (Q: Ullstein): Für Leute, die gerne etwas wirklich Originelles und Extraordinäres lesen, sind die Schriften des Dandys John Waters so etwas wie ein Festschmaus. Oder vielmehr eine Orgie. Denn der Waterssche Humor sprengt alle Ketten, seine Ansichten spotten jeder Beschreibung, und sein Geschmack ist höchst delikat.


    Zwei englischsprachige und eine deutsche Ausgabe:

    • Die amerikanische Originalausgabe „Crackpot: The Obsessions of John Waters“ erschien in Buchform zuerst 1987 bei Vintage in New York (144 Seiten) und 1988 bei Fourth Estate in London. Zwölf der 15 Texte erschienen zuvor (meist in leicht veränderter Form) zwischen 1983 und 1986 in amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften.
    • Eine erweiterte Neuauflage erschien 2003 bei Scribner in New York. Sie enthält 9 weitere Texte.
    • Die deutsche Übersetzung besorgte Armin Kaiser. Sie erschien 1991 als ungekürzte Taschenbuchausgabe unter dem Titel “ Abartig: Meine Obsessionen“ als Ullstein-Buch Nr. 22521 im Verlag Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin (160 Seiten).

    Inhalt:

    • Mit John Waters durch L.A. (OT: John Water's Tour of L.A., EA Juli 1985 in „Rolling Stone“)
    • Die selige Zeit der Effekthascherei (OT: Whatever Happened to Showmanship?, EA Dezember 1983 in „American Film“)
    • Hinrichtung (101 Dinge, die ich hasse) (OT: Hatchet Piece (101 Things I Hate), EA November 1985 in „National Lampoon)
    • Die Pia Zadora-Story (OT: The Pia Zadora Story, EA November 1985 in „American Film“)
    • Gefängnisaufenthalte (OT: Going to Jail, EA April 1985 in „American Film“)
    • Süßholz (101 Dinge, die ich liebe) (OT: Puff Piece (101 Things I Love))
    • Tingeln (OT: Singing for Your Supper)
    • Warum ich den National Enquirer liebe (OT: Why I Love the National Enquirer, EA Oktober 1985 in „Rolling Stone“)
    • „Meine Damen und Herren … die nettesten jungen Leute der Stadt!“ (OT: Ladies and Gentleman … the Nicest Kids in Town!, EA April 1985 in „Baltimore Magazine“)
    • Wie werde ich berühmt (OT: How to Become Famous“, EA Mai 1985 in „National Lampoon“)
    • Sündige Freuden (OT: Guilty Pleasures, EA August 1983 in „Film Comment“)
    • Warum ich Weihnachten liebe (OT: Why I Love Christmas, EA Dezember 1985 in „National Lampoon“)
    • Wie mache ich keinen Film (OT: How Not to Make a Movie)
    • Gegrüßt seist du, Maria (OT: Hail Mary, EA Januar 1986 in „American Film“)
    • Das Ende der Prominenten (OT: Celebrity Burnout, EA Dezember 1985 in „Rolling Stone“)

    Meine Einschätzung:
    Einige popkulturelle Texte aus den 1980er-Jahren von meinem liebsten Schundregisseur John Waters. Sie handeln unter anderem von seinen Lieblingsbüchern und Lieblingsfilmen, von Pia Zadora, von tollen Kino-Gimmicks des B-Movie-Genies William Castle und vom braven US-Jugendfernsehen aus den 1960ern. Das sind auch die mir liebsten Texte des Buches gewesen. Außerdem gibt es Tipps, wie man berühmt wird. Richtig Tolles steht neben "nur Interessantem".

    Manchmal rennt Waters mit seinem süffigen Stil offene Türen ein, wenn er allzu offensichtliche Opfer mit (dem nötigen) Spott überzieht. Dagegen ist das Interview mit der allseits belächelten Medienpersönlichkeit Pia Zadora von einem erstaunlichen Ernst und freundlicher Wertschätzung. Das Kapitel, in dem John Waters sein Faible für cineastische Filmkunst beichtet, wie andere den Gang ins Pornokino beichten würden, gefiel mir ebenfalls sehr gut. Er outet sich u.a. als Fan von Woody Allens „Innenleben“ (!978), den Filmen von Marguerite Duras (vor allem „The Truck“ (1977) und „India Song“ (1975)), Ingmar Bergmans „Nahe dem Leben“ (1958), Mai Zetterlings „Night Games“ (1966), „Teorema“ (1968) und „Saló“ (1977) von Pier Paolo Pasolni, „A Cold Wind in August“ (1961) von Alexander Singer, Tony Richardsons „Mademoiselle“ (1966) und Robert Bressons „Lancelot du lac“ (1974). Obendrein mag er alles von Rainer Werner Fassbinder außer „Effie Briest“, aber besonders "Katzelmacher", "Warum läuft Herr R. Amok?", "Warnung vor einer heiligen Nutte", "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", "Faustrecht der Freiheit" und "In einem Jahr mit dreizehn Monden . Und als Popkultur-Ethnograf macht er sich auch sehr gut mit seinem sehr interessanten Text über Beatmusik-Fernsehshows und Tanzveranstaltungen für Jugendliche, verantaltet von DJ Buddy Deane aus Waters Heimatstadt Baltimore.

    Das Buch versammelt eine bunte Mischung mit einigen Spitzen und manch Banalem. Aber immer mit schönem Spott und freundlich geäußerten Gemeinheiten serviert. O:-) Der Fan freut sich allemal, alle anderen wundern sich, wären aber auch ohne die Lektüre glücklich. :wink:


    Als Bonus-Information hier die kleine Liste von Lieblingsautoren, die John Waters nennt:
    James Purdy, Violette Leduc, Anne Tyler, Hubert Selby jr., James M. Cain, Jim Thompson, Denton Welch, Ronald Firbank, Baron Corvo, William Inge, Jean Rhys, Jane Bowles, Witold Gombrowicz, Flannery O'Connor (ihr Roman "Wise Blood" wird besonders erwähnt, aber auch ihre Leidenschaft, Kleidchen für Hühner zu stricken :) ) sowie Grace Metalious, Waters ewige Lieblingsschriftstellerin: erwähnt wird dezidiert Peyton Place, das erste "schmutzige Buch", das er gelesen hat.

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (83/252)

    Tove Jansson "Eine drollige Gesellschaft" (54/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Die amerikanische Originalausgabe „Crackpot: The Obsessions of John Waters“ erschien in Buchform zuerst 1987 bei Vintage in New York (144 Seiten) und 1988 bei Fourth Estate in London. Enthalten sind 15 Texte.

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (83/252)

    Tove Jansson "Eine drollige Gesellschaft" (54/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Eine erweiterte Neuauflage erschien 2003 als Paperback (und 2007 als E-Book) bei Scribner in New York. Sie enthält 9 weitere Texte (was auch auf dem Einband vermerkt ist).

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (83/252)

    Tove Jansson "Eine drollige Gesellschaft" (54/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

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