Addis Mulugeta & Caroline von Eichhorn - Neu in Deutschland

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  • Klappentext (Q: Bundeszentrale für politische Bildung): Wie fühlt es sich an, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen? Mit welchen Erfahrungen, mit welchen Hoffnungen, Zielen und Wünschen kommen Menschen nach Deutschland, die ihre Heimat aus einer Notlage heraus verlassen mussten? Über 800.000 Asylanträge sind im Jahr 2015 und im ersten Halbjahr 2016 in Deutschland gestellt worden. So wichtig die Zahlen in der Debatte um Flucht und Asyl sind, so wenig verraten sie über die menschliche Dimension und die Schicksale hinter jedem einzelnen Antrag. Die Texte und Fotografien dieses Buches versuchen sich der Perspektive der Geflüchteten anzunähern. Addis Mulugeta beschreibt aus eigener Erfahrung, wie es ist, sein Heimatland verlassen zu müssen und plötzlich "Flüchtling" zu sein. Caroline von Eichhorn hat Geflüchtete begleitet und beschreibt in sieben Szenen das neue Leben, aber auch die Probleme und Ängste der Ankommenden. Daneben enthält dieses Buch insgesamt 67 Bilder der Fotografen Johannes Arlt, Gordon Welters und Erol Gurian, die im Winter 2015/2016 in vier deutschen Städten Geflüchtete porträtiert haben. Diese hatten dabei Gelegenheit, ihre Wünsche und Hoffnungen in Briefen festzuhalten, die ebenfalls in diesem Buch abgedruckt sind.


    Das Buch „Neu in Deutschland“ von Addis Mulugeta und Caroline von Eichhorn erschien zuerst am 30. November 2016 mit Fotos von Johannes Arlt, Erol Gurian und Gordon Welters als Broschurausgabe als Band 1795 der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn (208 Seiten). Übersetzungen stammen von Adelheid Feilcke (Albanisch), Dalia Antar (Arabisch), Salah Sharara (Arabisch) Ahmad Hossain Mubalegh (Farsi) Ahmad Wali Achakzai (Paschtu), Andreas Brenner (Russisch), Nyet Temesgen (Tigrinya) und Shamshir Haider (Urdu). Die Projektkoordination hatte Benjamin Weiß, bpb.


    Von März bis April 2017 wurde das Fotobuch von einer Fotoausstellung im bpb:medienzentrum in Bonn flankiert, in der 15 Porträts und 15 Fluchtgeschichten gezeigt wurden.


    Meine Einschätzung:

    2016 im Verlag der Bundeszentrale für politische Bildung erschienenes Fotobuch mit 67 Porträtfotos Geflüchteter aus drei deutschen Erstaufnahmelagern, die im Winter 2015/2016 entstanden sind (die Fotos aus Hamburg stammen von Johannes Arlt, die Fotos aus Berlin stammen von Gordon Welters und die Fotos aus München und Passau stammen von Erol Gurian), jeweils begleitet von einem von den Asylsuchenden selbst verfassten Text (neben der Übersetzung immer auch als fotokopiertes Manuskript), mal Fluchtgeschichte, mal Wunsch an die Zukunft, Ausdruck von Hoffnung oder auch nur ein Gruß an Deutschland. Begleitet von zwei längeren journalistischen Texten: Addis Mulugetas Anmerkungen eines Angekommen (17 Seiten) und Caroline von Eichhorns „Geschichten vom Ankommen“ (29 Seiten). Wie fühlt es sich an, sein bisheriges Leben völlig hinter sich zu lassen?
    „Neu in Deutschland“ hat mir wirklich gut gefallen. Ein sehr menschliches, trocken beschreibendes, aber gerade dennoch anrührendes Buch, dem ich mir eine weite Verbreitung wünsche. Es zeigt nicht zuletzt – und das für manche Wutbürger, Neurechte und Rassisten vielleicht überraschend –, dass Asylsuchende nicht nur ungebildete, islamistische Ziegenhirten aus unterentwickelten Ackerbauregionen sind, die hierher kommen, weil ihnen das Leben woanders wirtschaftlich zu beschwerlich ist. Viele der Porträtierten zeigen einen Lebensmut, ein stolzes Selbstbewusstsein und eine Neugier auf das Unbekannte, die hier ansässigen „Biodeutschen“ schon längst abhanden gekommen ist. Die sehr guten Fotostrecken fangen die Menschen so ein, wie sie gerne gesehen werden wollen. Ein lesenswertes Fotobuch! :thumleft:


    Autorin und Autor (Q: bpb):

    Caroline von Eichhorn, geboren 1986, ist Journalistin, Autorin und Gestalterin. Sie verfasst und produziert Reportagen, Readiofeatures und TV-Beiträge, u.a. regelmäßig für den Bayerischen Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung.

    Addis Mulugeta, geboren 1983 in Addis Abeba, Äthiopien, ist Journalist und für die Stadt Würzburg in der Betreuung von Asylsuchenden tätig. Er ist Mitbegründer der seit 2010 erscheinenden Zeitschrift „Heimfocus“. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis der Stadt Würzburg geehrt.


    Fotografen (Q: bpb):

    Johannes Arlt arbeitet seit Jahren als freier Fotograf für Magazine, Zeitschriften und Unternehmen. Von Hamburg aus zieht es ihn überall dorthin, wo man etwas über Menschen lernen kann. Seit 2015 ist er Vorstandsmitglied von FREELENS, dem Berufsverband der Fotografen.
    Erol Gurian ist Fotograf und Fotojournalist. Er ist Dozent u.a. an der Deutschen Journalistenschule, der Akademie der Bayerischen Presse und der Universität Hildesheim. Außerdem berät er Medienunternehmen wie das ZDF und die Süddeutsche Zeitung.
    Gordon Welters arbeitet seit 1998 freiberuflich als Fotojournalist. Zu seinen Kunden gehören Zeitschriften und Magazine weltweit, u.a. arbeitet er regelmäßig für die New York Times. In seinen freien Projekten widmet sich Welters vorrangig Themen, die vom Menschsein erzählen.

    1. (Ø)

      Verlag: Bonn : Bundeszentrale für Politische Bildung,


    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (83/252)

    Tove Jansson "Eine drollige Gesellschaft" (54/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

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