Philip K. Dick - Das Jahr der Krisen / The Crack in Space

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  • Der Autor (Quelle: Moewig): Philip Kindred Dick (* 16. Dezember 1928 in Chicago, Illinois; † 2. März 1982 in Santa Ana, Kalifornien), Pseudonyme Jack Dowland und Richard Phillips, war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor. Er war Hugo-Preisträger, wurde mit dem Campbell Memorial Award ausgezeichnet und zählt ohne Zweifel zu den bedeutendsten Science-Fiction-Autoren unserer Zeit.


    Klappentext (Q: Moewig): 2080: Ein Präsident soll gewählt werden und steht vor unlösbaren Aufgaben: Immer größer wird der Druck der Massen, jene Millionen von Tiefschläfern wieder aufzuwecken, die in einer übervölkerten Welt in den Schlaf geschickt wurden. Aber wohin mit ihnen?


    Die erste Hälfte des Romans schrieb Dick bereits 1963. Im Juli 1964 wurde sie unter dem Titel „Cantata 140“ im „Magazine for Fantasy and Science Fiction“ veröffentlicht. Der Titel bezieht sich auf die Bach-Kantate Nr. 140, die „Wachet auf“ heißt, was sich auf die Personen bezieht, die tiefgefroren in Lagerhäusern aufbewahrt werden, um der Überbevölkerung Herr zu werden. Die zweite Hälfte schrieb Dick 1964 und verlängerte so „Cantata 140“ auf Romanlänge.


    Englische, französische und deutsche Buchausgaben:

    • Die amerikanische Originalausgabe „The Crack in Space“ erschien 1966 bei Ace Books in New York (190 Seiten). Englischsprachige Neuauflagen gab es u.a. 1977 bei Methuen in London, 1989 bei Severn House, London und 2005 bei Vintage Books. Die aktuelle Neuauflage stammt aus dem Jahr 2012 bei Mariner Books/Houghton Mifflin Harcourt in Boston.
    • Die französische Übersetzung besorgte Christian Meistermann. Sie erschien 1974 als „Brèche dans l'espace“ im Verlag Bibliothèque Marabou in Verviers, Belgien (249 Seiten). Eine Neuauflage erschien 2015 im Verlag Éditions J'ai lu in Paris. Hier sind zwei Übersetzer gelistet: Dominique Defert und Christian Meistermann.
    • Die deutsche Übersetzung besorgte Martin Eisele. Sie erschien 1982 als „Das Jahr der Krisen“, herausgegeben und mit einem Nachwort von Hans Joachim Alpers, als Band 3581 der Reihe „Moewig Science Fiction“ im Moewig-Verlag, Rastatt (191 Seiten).


    Meine Einschätzung:

    Ende des 21. Jahrhunderts scheint zum ersten Mal in der Geschichte ein schwarzer Amerikaner US-Präsident zu werden. Der Wahlkampf von Jim Briskin läuft auf Hochtouren. Zu seinem Wahlprogramm gehört die Schließung des Vergnügungssatelliten (eine Art fliegendes Bordell), den George Walt betreibt, ein als Figur sehr interessanter Zwillingsmutant, der aus zwei Körpern besteht, die sich gemeinsam ein Gehirn und einen Kopf teilen. Außerdem will Präsidentschaftskandidat Briskin die Massen an Menschen aufwecken, die in diesen Zeiten der Überbevölkerung tiefgefroren in staatlichen Lagerhäusern „schlafen“ gelegt wurden, da langsam der Lagerraum ausgeht. Um ihnen Lebensraum zu beschaffen, plant er die Kolonisierung des Planeten Mars. Doch dann scheint ein zufällig entdeckter Riss in ein Paralleluniversum die Lösung für die Überbevölkerung der Erde zu sein. Bei dem Parallel-Planeten scheint es sich ebenfalls um die Erde zu handeln – und zwar zur absolut gleichen Sternenzeit. Doch irgendwas ist anders … Jedenfalls ist sie nicht so leer, wie es zunächst aussah, sondern sie ist von einer Urform des Menschen, dem sogenannten Peking-Menschen, bevölkert, die seltsame Fluggeräte aus Holz entwickelt haben – und sonst wenig anderes. Doch wer hat dann den Beobachtungssatelliten abgeschossen? :shock:


    Ein nicht perfektes, aber sehr unterhaltsames Frühwerk, durchzogen von schönen sozialen Kommentaren zu Rassismus und Politik. Vor allem der satirische Blick auf den typisch trubeligen amerikanischen Wahlkampfzirkus und vorschnell versprochene, vermeintlich pragmatische Patentlösungen der Politiker ist für viel ironisches Vergnügen gut. :loool:

    Der Science-Fiction-Clou mit dem alternativen Geschichtsverlauf sorgt für weniger Sense of Wonder als gedacht, sondern wird direkt zurückgebunden auf typisch irdische Rassismen im Umgang mit vermeintlich niederen Völkern. Wird die Antwort auf das Auftauchen der Urmenschen nur in einem neuen Völkermord wie an den amerikanischen Ureinwohnern enden? Die Rolle, die der im Grunde behinderte Doppelkörper George Walt in diesem Spiel einnehmen wird, als wollte er der Menschheit, die ihn in seiner von der Norm abweichenden nicht wirklich angenommen hat, einen Denkzettel verpassen, ist für zusätzliche Reibunspunkte gut. :thumleft:

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (47/252)

    Tove Hansson "Eine drollig Gesellschaft" (31/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Die amerikanische Originalausgabe „The Crack in Space“ erschien 1966 bei Ace Books in New York (190 Seiten). Die aktuelle Neuauflage erschien 2012 bei Mariner Books in Boston.

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (47/252)

    Tove Hansson "Eine drollig Gesellschaft" (31/194)


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    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Die französische Übersetzung von Dominique Defert und Christian Meistermann erschien zuletzt 2015 als „Brèche dans l'espace“ im Verlag Éditions J'ai lu, Paris (256 Seiten).

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (47/252)

    Tove Hansson "Eine drollig Gesellschaft" (31/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

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