Klappentext:
Mit einer Angststörung im Gepäck lässt sich Kriminalhauptkommissar Sörensen von Hamburg nach Katenbüll in Nordfriesland versetzen. Er hofft, dass der kleine Ort ihm ein ruhiges, beschauliches (Arbeits-)Leben bescheren wird. Doch Katenbüll ist grau und trostlos, es regnet ununterbrochen, die Einheimischen haben nicht gerade auf Sörensen gewartet. Und es kommt noch schlimmer. Gleich nach Sörensens Ankunft sitzt Bürgermeister Hinrichs im eigenen Pferdestall, so tot wie die ganze Umgebung. Schon die ersten Blicke hinter die Kleinstadtkulisse zeigen dem Kommissar: Hier kann man es wirklich mit der Angst zu tun bekommen. - von der Rowohlt-Verlagsseite kopiert
Zum Autor:
Sven Stricker wurde 1970 geboren und wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte. Seit 2001 arbeitet er als freier Wortregisseur, Bearbeiter und Autor und gewann in dieser Funktion mehrmals den Deutschen Hörbuchpreis, unter anderem 2009 für seine Hörspielbearbeitung und Regie des Romans «Herr Lehmann» von Sven Regener. Er lebt in Potsdam und hat eine Tochter. Mit «Sörensen hat Angst» war Sven Stricker für den Glauser-Preis 2017 nominiert. - von der Rowohlt-Verlagsseite kopiert
Meine Gedanken:
Im Januar habe ich den gleichnamigen Film in der ARD gesehen und begab mich auf die Suche nach der literarischen Vorlage. Dass ich sofort in meiner Bücherei fündig wurde, hätte ich nicht erwartet.
Nach so kurzer Zeit wusste ich noch, was hinter den Verbrechen steckt und wer der Täter war, aber das tat dem Lesespaß in diesem Fall keinen Abbruch.
Sörensen ist anders. Nicht nur durch seine Angststörung. Als Figur bietet er eine Vielzahl an Facetten. Einerseits traut er sich nichts zu, hadert mit dem, was er plant und durchführt, hält sich für inkompetent und schwach. Auf der anderen Seite tritt er selbstbewusst auf: Als Chef seiner Dienststelle und vor allem als Ermittler bei Zeugenbefragungen und in Verhören. Seine Furchtlosigkeit gegenüber Autoritäten und deren Einfluss, seine Menschlichkeit und seine Integrität machen ihn zu einem der sympathischsten literarischen Kommissare der deutschen Regionen.
Der Fall ist insgesamt spannend aufgebaut, wenn sich auch etliche Passagen in die Länge ziehen und durch Raffung gewonnen hätten. Die immer neue Aktualität des Themas scheint nur von der Wirklichkeit übertroffen zu werden.
Ich empfehle beides, Buch und Film, all denen, die sich von Dauerregen und Tristesse einen guten Krimi nicht verderben lassen.
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