Jo Beverley - Die Winterbraut / The Wise Virgin

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  • Inhalt

    Verkleidet als Jungfrau Maria, nimmt Joan an einer Aufführung der Weihnachtsgeschichte teil. Auf dem Rücken eines Esels reitet sie auf die Stadt zu, als ein vermummter Mann auftaucht und sie entführt. Dass ihr Entführer ein de Graves ist, ist allen Beteiligten klar, denn schon länger herrscht eine Fehde zwischen ihnen und den de Montelans. Allerdings ahnt auch niemand, dass unter der Verkleidung der Maria nicht Nicolette de Montelan sondern Joan de Hawes steckt. Heimlich hatten die Cousinen ihre Plätze getauscht, was scheinbar die Pläne auf allen Seiten durcheinander bringt.


    Meine Meinung

    Auch wenn die Weihnachtszeit an sich längst vorbei ist, darüber zu lesen kann man immer. So führt Jo Beverley in eine ferne Vergangenheit, wo sich unsere Protagonisten unfreiwillig kurz vor Weihnachten begegnen und sich lieben lernen.


    Joan de Hawes hatte sich den Tag eigentlich ganz anders vorgestellt. Ja, sie hatte mit ihrer Cousine Nicolette die Rollen getauscht und saß deswegen als Jungfrau Maria verkleidet auf einem Esel, doch entführt zu werden, gehörte sicherlich nicht zum Plan. Und doch findet sie sich nun ausgerechnet Edmund de Graves gegenüber, dem Erzfeind ihres Onkels. Allerdings ist Edmund genauso überrascht sie zu sehen, wie sie ihn. Der Rollentausch der Frauen bringt ihn in Bedrängnis, denn die Entführung von Nicolette sollte eigentlich einige Probleme lösen, statt nun neue zu produzieren.


    Das Chaos ist groß, denn mit ihrer Aktion wollte Joan ihrer Cousine einen Gefallen tun, schließlich versuchte diese kein Unglück über ihren Ort zu bringen. In ihrem Glauben hätte sie nämlich eine Sünde begannen und dies wollte sie nicht riskieren. Edmund wollte mit der Entführung ebenfalls jemand anderem helfen. Da ist ein Geheimnis im Spiel und seine Hoffnung war es, so für eine friedliche Lösung zu sorgen. Nun stehen sie aber einander gegenüber und plötzlich ist alles sehr viel komplizierter.


    Um das Durcheinander in Ordnung zu bringen, stecken Joan und Edmund die Köpfe zusammen. Doch egal mit welcher Lösung sie kommen, sie können nicht verhindern, das mache Geheimnisse ans Licht kommen. Vielleicht liegt aber auch darin der Schlüssel zum Frieden zwischen den Familien. Während sie das Hin und Wieder abwägen, kommen sie sich auch immer näher. Gibt es für sie vielleicht auch einen Weg, um in dem Ganzen Glück zu finden?


    Ich will ganz offen sein, mich hat die Geschichte nicht überzeugen können. Die Idee erschien mir gut und auch irgendwie witzig, da sie von den Missverständnissen lebt, doch leider läuft sie auch in Lichtgeschwindigkeit ab. Edmund und Joan haben sich kaum kennengelernt, da wird schon von Liebe gesprochen und aneinander gefummelt. Es wird keine Entwicklung zugelassen, stattdessen geht es von 0 auf 100. Die Autorin hat keinen Platz für Annäherungen oder Romantik gelassen, was der Geschichte leider viel genommen hat.


    Joan als Charakter hat mich ebenfalls enttäuscht. Sie wurde als selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen beschrieben. Als eine Frau, die weiß, was sie will. Doch kaum hat Edmund sie geküsst und berührt, ist alles über den Haufen geworfen. Ab und an wird dieser Kampfgeist nochmal sichtbar, doch zumeist wird sie zum braven Frauenzimmer.


    Der stark religiöse Aspekt hat dem Ganzen den Rest gegeben. Ich verstehe ja, dass die Familien um ein Objekt mit religiösem Bezug streiten. Schön und gut um so was wurde schon immer gekämpft. Dies war auch kein Punkt, der mich gestört hat. Mich hat eher gestört, dass vieles mit dem Glauben erklärt werden sollte, aber dann doch immer wieder davon abgewichen wurde. Vor allem Joan hat immer wieder versucht Sachen in Verbindung mit dem Glauben zu rechtfertigen. Zwar hat sie damit am Ende auch etwas bewirkt, aber die Allgegenwärtigkeit davon war mir einfach zu viel.


    Neben der Idee, was das einzig andere Überzeugende für mich der Schreibstil. Der Autorin gelingt es mit ihren Worten zu fesseln und die Atmosphäre wunderbar aufzubauen und greifbar zu machen. Ihr gelingt es faszinieren, selbst wenn der Inhalt eher wenig zu bieten hat. Jo Beverley scheint eine gute Autorin zu sein, weshalb ich gerne noch andere Titel von ihr ausprobieren will.


    Fazit

    Leider gelingt es Jo Beverley nicht mit diesem kurzen Historical zu überzeugen. Die Geschichte von Joan und Edmund bietet viele Schwachpunkte, kann nicht mit Romantik oder Spannung punkten und nimmt mit dem Tempo zu viel von der Entwicklung weg. Von mir gibt es keine Empfehlung, denn statt die Zeit mit dieser Geschichte zu verschwenden, könnte man auch einen besseren Historical lesen.


    :bewertung1von5:

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