Katherine Arden - Der Bär und die Nachtigall / The Bear and the Nightingale

  • Kurzmeinung

    Breonna
    Winterliche, märchenhafte, zum Teil ganz schön düstere Atmosphäre.
  • Kurzmeinung

    Mapa
    eine wunderbar märchenhaft erzählte Geschichte - mehr davon

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  • Klappentext:

    In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt ...


    Weiteres zum Inhalt:

    Die extreme Kälte, die fast über die gesamte Dauer des Buches vorherrscht, bringt die Familie von Wasja nah zusammen. Der Vater ist einer der Bojaren, ihm gehört ein beträchtliches Stück Land, er trägt die Verantwortung für dessen Bewohner und natürlich für seine Kinder. Die junge Wasja ist ein ganz besonderer Teenager, sie sieht die Wesen aus den alten Legenden, die das Haus bewachen, die Pferde beeinflussen, oder zu gerne Menschen in den eiskalten See locken. Kümmert man sich um sie, wie Wasja es gerne tut, dann funktioniert im und um das Haus herum alles relativ gut. Sie bringt ihnen ein wenig Essen, Wein oder nimmt sich einfach die Zeit, ihnen zuzuhören.

    Gewisse Umstände führen einen Geistlichen aus Moskau in diese ländliche Umgebung, und er wohnt bei eben dieser Familie während er seine Aufgabe am Ort erfüllt. Mit beträchtlichem Charisma und sehr gutem Aussehen ausgestattet, fällt es ihm leicht, auch im Dorf sofort die Menschen in seinen Bann zu schlagen. In Moskau ist er schon ein Star, allerdings ist er dort einem mächtigen Würdenträger im Weg.

    Dieser starke neue religiöse Einfluss verbietet es den Dörflern, weiterhin ihre kleinen Gaben für die Hausgeister aus den alten Sagen zu hinterlassen. Es sieht sie niemand, außer Wasja und ihrer neuen Stiefmutter, die im Gegensatz zu Wasja regelmäßig in Panik ausbricht, wenn sie wieder einen dieser "Dämonen" zu Gesicht bekommt und die ihre angeheiratete Tochter einfach nicht ausstehen kann.

    Nicht nur im Dorf und innerhalb der Familie spannt sich die Lage an. Tief im Wald offenbart sich Wasja ein Konflikt zwischen zwei Brüdern, uralte Wesenheiten, die sie aus den Geschichten ihrer alten Amme kennt und mit denen sie unfreiwillig Bekanntschaft macht. Bald sieht sie sich gezwungen, radikale Schritte zu unternehmen, um ihr Dorf vor dem Untergang zu retten.


    Meine Meinung:

    Als märchenhafte Fantasygeschichte könnte man diesen Roman bezeichnen. Das klingt nach Jugendbuch, ist es aber meiner Meinung nach nicht. Es entspinnt sich ein düsteres, packendes Märchen mit einer jungen Heldin, die ich sofort mochte. Sie hat viele Ecken und Kanten, bricht aus den vorgegebenen Bahnen für Frauen aus und ist einfach unbezähmbar. Und doch supersympathisch.

    Das russische Thema ist allgegenwärtig, die Beschreibungen der Landschaft, die Sagengestalten, politischen Hintergründe und überhaupt die ganz starke Atmosphäre, die mich total mitgerissen hat.

    Wie es bei Märchen so ist, die Dinge entwickeln sich dramatisch und teilweise sehr unschön. Außerdem schwingen an einigen Stellen erotische Untertöne mit. Das passt sehr gut zur Story und ist toll gemacht, finde ich. Umso interessanter ist das, weil Wasja nicht als schönes Mädchen beschrieben wird. Das Wort "hässlich" fällt mehrmals. Und doch geht von ihrer unangepassten Wildheit eine Faszination aus, der sich mehr als ein männliches Wesen nicht entziehen kann.

    Zur Auflockerung gibt es witzige Einwürfe, die sehr gut passen und meinen Humor total treffen. So entsteht ein willkommener Lichtblick zur ansonsten schweren Geschichte.


    Ich habe dieses Buch verschlungen, den zweiten Band muss ich haben. Ich hatte Folklore-Kitsch befürchtet, aber fesselnde und dichte Atmosphäre bekommen. Traumhaft schöner Schreibstil. Toll!

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:   :love:

  • Klappentext


    In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt ...


    Meine Meinung


    Seit dem Erscheinen war dieser Auftaktband schon auf meiner Wunschliste und meine Erwartungen waren mittlerweile sehr hoch, da auch die Fortsetzungen der Trilogie sehr gute Bewertungen bekommen haben.

    Eine Art Märchen, das in Russland spielt, verknüpft mit alten Mythen und Aberglauben, das klingt für mich wunderschön und ich hab mich mit großer Vorfreude in die Geschichte gestürzt.

    Es ist auf jeden Fall besonders durch den Stil, der einen direkt in die damalige Zeit versetzt.


    Das Leben, das in der rauen Landschaft kein einfaches war und wie der Brauchtum und Glaube die Menschen immer wieder über den Winter gebracht hat.

    Die Autorin lässt hier diese alten Mythen lebendig werden - wie mit dem kleinen Schutzgeist, der im Ofen sitzt und auf das Haus aufpasst, oder dem Dämon, der im Stall wohnt und über die Pferde wacht. Genährt werden diese vom Glauben der Menschen und ihren kleinen Opfergaben.

    Doch natürlich gibt es auch z. B. böse Waldgeister, die Wanderer in die Irre führen.


    Wasja jedoch hat nicht nur den Glauben, sondern das Wissen um diese Geschöpfe, denn sie kann sie sehen und mit ihnen sprechen. Etwas, das sie geheim halten muss, vor allem, als das Christentum in Gestalt eines Priesters in ihr kleines Dorf einzieht.

    Dieses Ringen des Glaubens um Aufmerksamkeit stand sehr im Vordergrund. Vor allem die Überzeugung, den alten Brauchtümern abzuschwören, um Gottes Zorn und Strafe zu vermeiden. Das setzt der Priester sehr vehement durch und bewirkt damit grundlegende Veränderungen im Leben der Dörfler.

    Ein typisches Szenario wie es überall auf der Welt vonstatten ging und all die alten Überlieferungen und der damit verbundene Glaube ausgemerzt wurden. Diese vielen Bilder, also Mythen und Wesen, mit denen sich die Menschen die Welt erklärt haben, die ihnen gutes tun oder schlechtes und die sie mit ihren Opfergaben friedlich gestimmt haben, war ja in allen Ländern weit verbreitet.


    Besonders interessant fand ich die Lebensweise, die sehr detailliert und einnehmend dargestellt war. Wasjas Vater, ein sehr hoch gestellter Bojar, der eine hohe Position innehatte, musste im Winter mit den Witterungen kämpfen und um das Überleben der Kinder und Alten bangen. Auch die Mentalität was die Einteilung der Rolle von Mann und Frau angeht war sehr deutlich spürbar...


    "... Schließlich wurde ich fürs Eingesperrtsein geboren: Kloster oder Herd, etwas anderes gibt es nicht."

    Zitat Seite 217


    Was natürlich grade für die wilde und freiliebende Wasja ein großes Problem darstellt. Die Männer wollten ruhige Frauen, die sich einfügen und das machen, was ihnen gesagt wird: sich um den Haushalt kümmern und Kinder bekommen - oder eben ins Kloster gehen.

    Allerdings muss ich gestehen, war es sehr viel drum herum erzählt und so wirklich reingefunden habe ich nicht in die Geschichte. Wasja selbst spielte lange nur am Rande eine Rolle und mich hat zwar immer wieder eine gewisse Faszination gepackt, aber ich hatte meist das Gefühl, am Rande der Geschichte entlangzuwandern und nie richtig einzutauchen.

    So interessant die Details zur Lebensweise sind, haben sie für mich die Geschichte teilweise doch sehr (unnütz) gestreckt.


    Der Schreibstil selber ist angenehm, hat mich aber auch kein richtiges Gespür für die Figuren entwickeln lassen, da es im gesamten doch recht nüchtern erzählt wirkt.

    Die russischen Namen sind auch gewöhnungsbedürftig, vor allem, da es so viele Kose- und Spitznamen gibt. Allerdings gibt es hinten im Buch auch ein Glossar, in dem man für explizite Begriffe nachschlagen kann.


    Mein Fazit: 3 Sterne


    Weltenwanderer

  • Sorry! Ich suche immer vorher, aber hier hatte es mir nichts angezeigt...

    Du hattest, wenn ich mich richtig erinnere, den Namen der Autorin falsch geschrieben.


    :study: Richard Wagamese - Hüter der Trommel ( = Der Flug des Raben)

    :montag: John Lewis-Stempel - Ein Stück Land / ders. - Im Wald

  • Sorry! Ich suche immer vorher, aber hier hatte es mir nichts angezeigt...

    Du hattest, wenn ich mich richtig erinnere, den Namen der Autorin falsch geschrieben.

    Hm, ich suche eigentlich immer nach Titel und wenn ich dann nichts finde, mit dem Namen des Autors ... aber es kann gut sein dass ich mich vertippt hatte :)

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