Dennis Kornblum - Die goldene Ananas

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  • Inhalt:


    Der junge Elias lebte einige Jahre in einem Wohnheim für gemeindenahe Psychiatrie und soll nun in eine eigene kleine Wohung umziehen. Durch seine Diagnose Asperger-Syndrom steht er aber jeder Veränderung eher ängstlich und ablehnend gegenüber. Und so sieht er dem Umzug nicht gerade fröhlich entgegen. Am wichtigsten ist ihm, dass seine strenge Tagesroutine gleich bleibt: 6 Stunden E-Gitarre-Übungen, Konsum von Death-Metal-Alben, Schauen von Filmen und genau getimten Mahlzeiten und Zigarettenpausen. Jede noch so kurze Unterbrechung bringt ihn ganz aus dem Konzept, führt zu Aggressionen usw.

    So nach und nach lernt er aber seine Nachbarn in dem Fünfparteienhaus kennen. Er bekommt immer mehr sozialen Kontakt und steht dadurch aber immer wieder vor schwierigen Entscheidungen ...


    Meinung:


    Ich fand das Buch wirklich gut. Es kommt nicht oft vor, dass man so hautnah erleben kann, wie sich jemand mit Asperger-Syndrom fühlt, wie er seine Umwelt erlebt, was ihn beschäftigt usw. Das war für mich wahnsinnig interessant. Am Anfang war ich bisschen skeptisch, ob ich mit Elias warm werden würde, aber diese Bedenken haben sich innerhalb kürzester Zeit aufgelöst. Und ich muss zugeben, dass ich mich - auch ohne die Diagnose Asperger-Syndrom - in einigem selbst wiedergefunden habe.


    Es ist wunderschön, zu erleben, wie Elias sich entwickelt. Zuerst ist er noch ganz zurückgezogen und weicht eigentlich jedem Kontakt aus. Jede Unterbrechung seines Tagesablaufes ist eine Katastrophe für ihn. Doch nach und nach lernt er die Leute aus seinem Haus kennen und gaaaaanz langsam bricht er aus seinem Schneckenhaus heraus. ... und da kann ich nur sagen: Hut ab, was für eine Entwicklung!


    Das Buch war auch sehr gut zu lesen. Manchmal gab es zwar ein paar Begriffe, mit denen ich nichts anfangen konnte (zB beim Gitarre spielen), aber das konnte ich gut überlesen. Das Buch ist sehr ruhig geschrieben, der Tagesablauf von Elias wird wirklich sehr genau beschrieben genauso wie alles andere. Hier muss ich zugeben, dass das für mich ein paar Längen ergab, wo ich mich erst wieder motivieren musste, das Buch wieder in die Hand zu nehmen.


    Trotzdem kann ich das Buch voll und ganz weiterempfehlen, wenn man sich für diese Thematik interessiert.


    Fazit:


    Hier kann man hautnah erleben, wie sich jemand mit Asperger-Syndrom fühlt, wie und warum er so handelt usw. Sehr interessant!

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