Tomke Bekker - Nach meinen Regeln

  • Kurzmeinung

    Amalia Zeichnerin
    Eine Geschichte mit Tiefgang, die mit einigen typischen Tropes bricht

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  • Klappentext:

    Unser Spiel hat klare Regeln.

    Es gibt einen festen Beginn und ein festes Ende.

    Keine privaten Treffen, nur unverbindlicher Sex.

    Strikte Diskretion.

    Und, die wichtigste Regel: Es ist nur ein Spiel.


    Für Junganwalt Leon ist die Affäre mit seinem Kollegen und Mentor Adrian rein körperlicher Natur. Er ist glücklich liiert mit seinem Freund Tobi und mehr Beziehung braucht er im Leben nicht. Doch dann unterbreitet ihm Adrian ein unmoralisches Angebot. Er bittet Leon, ihn auf die Hochzeit seiner Schwester zu begleiten – als sein fester Freund. Eine Scharade, um Adrians Familie zu täuschen. Im Gegenzug bietet Adrian an, Leons Beförderung voranzutreiben. Hin- und hergerissen willigt Leon schließlich ein und bricht damit seine eisernen Regeln. Doch kann er Adrian wirklich vertrauen? Oder droht aus ihrem Spiel bitterer Ernst zu werden?


    Rezension:


    Eine lesenswerte Geschichte mit Tiefgang, die mit einiges Tropes bricht.


    Vorweg sei gesagt, ich habe auch die ersten zwei Bücher von Tomke Bekker gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Dieses hier ist deutlich ernster und behandelt u.a. das Thema einer psychischen Erkrankung. Adrian und Leon sind zwei sehr unterschiedliche Protagonisten. Adrian hat alles – Geld, einen angesehenen Job, er kann mit Statussymbolen um sich werfen. Nur eines fehlt ihm – eine romantische Beziehung. Stattdessen hat er regelmäßig, nach streng festgelegten Regeln, Sex mit Leon. Der wiederum ist so ungefähr das Gegenteil des kontrollsüchtigen Adrians und lebt in einer offenen Beziehung mit seinem langjährigen Freund Tobi – was für beide übrigens keinen Anlass zu Streit bietet. Reichlich Spannungen zwischen Leon und Adrian sind vorprogrammiert, als ihr Spiel außer Kontrolle gerät.

    Allerdings dekonstruiert Tomke Bekker ein typisches Trope in der Romance: Oft ist es ja so, dass der »Bad Boy« sich sehr destruktiv oder manipulativ verhält und dass ihm dieses toxische Verhalten nicht zum Verhängnis wird, oder er dafür die Konsequenzen tragen muss, sondern stattdessen sogar romantisiert wird – am Ende erobert er seinen Love Interest trotz allem. Ich werde nun nicht verraten, wie dieser Roman ausgeht, weil ich nicht spoilern möchte. Nur so viel sei gesagt, dass die Handlung nicht nach dem von
    mir erwähnten typischen Muster gestrickt ist, was mir sehr gut gefallen hat.

    Der Schreibstil ist, wie schon in den vorherigen Büchern, sehr lebendig und anschaulich und das gilt auch für die erotischen Szenen. Beide Protagonisten und auch Leons Lebensgefährte Tobi sind detailliert ausgearbeitet, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen und mit ihnen mitfiebern. Was mir im Fall von Adrian nicht immer leicht gefallen ist, denn er ist aufgrund seiner Eigenheiten kein typischer Sympathieträger. Aber seine Probleme werden sehr realistisch und authentisch geschildert, so dass für mich gut nachvollziehbar war, warum er so handelt, fühlt und denkt, wie er es tut.

    Fazit: Eine absolute Leseempfehlung von mir. Vor allem, wenn man eine Gay Geschichte lesen möchte, die keine typischen Bad-Boy-Tropes bedient.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Tomke Bekker - "Nach meinen Regeln"“ zu „Tomke Bekker - Nach meinen Regeln“ geändert.

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