Claudia Thesenfitz - Sylt auf unserer Haut

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  • Maja ist gelangweilt – von ihrer Ehe, ihrem Mann Robert und ihrem Leben. Eigentlich ist alles gut – aber ist gut, gut genug? Der gemeinsame Urlaub auf Sylt mit einem befreundeten Paar verspricht ein bisschen Abwechslung. Die vier Mittfünfziger liegen tagsüber am Strand und führen abends rotweinlastige Gespräche über Träume und die in die Jahre gekommene Liebe. Und plötzlich beginnt es zwischen Maja und Bernd zu funken. Doch Maja wehrt ab, sie gehört zu ihrem Mann. Oder etwa nicht?

    Eine berührende Geschichte über Beziehungen, Träume und die harte Realität - und über einen magischen Sommer auf Deutschlands schönster Insel. - Kurzbeschreibung Amazon


    „Sylt auf unserer Haut“ beginnt mit einer klassischen Ausgangssituation. Die Kinder sind aus dem „Nest“ und die Eltern, zumindest aus Sicht von Maja, wissen nicht mehr viel miteinander anzufangen. Robert wirkt insgesamt etwas zufriedener als seine Frau, zumindest so lange seine dringendsten Rituale/Bedürfnisse einigermaßen befriedigt werden. Der Einstieg gefiel mir und ich hab dieses Buch in Erwartung eines weitgehend unkomplizierten „Wohlfühllesevergnügens“ begonnen.


    Mit Maja gibt es eine Hauptfigur, die ich zunächst sympathisch fand, die allerdings im Laufe der Geschichte für mich an Glanz verloren hat. Robert ist von Beginn an kein rechter Sympathieträger gewesen. Er kommt reichlich pedantisch rüber, ein „Trockenknödel“, wie er gerne mal bezeichnet wird, was ja an sich noch nicht so schlimm wäre, denn in Majas Erinnerungen finden sich durchaus positive Seiten. Aber seine unsensible Selbstgefälligkeit, verbunden mit einem gewissen Egoismus und, ziemlich unschön, auch noch einem Anflug von Geiz, ergeben in der Summe das Bild eines unangenehmen Zeitgenossen. Verständlich, dass die unkomplizierte, spontane Lebensfreude von Bernd und seiner Freundin Karin, die auf Sylt die Nachbarferienwohnung bezogen haben, anziehend auf Maja wirkt.


    Als sie auf Sylt ankommen, ist Maja zwar nicht (mehr) sonderlich glücklich, aber doch einigermaßen zufrieden mit dem Arrangement ihres ruhigen, abgesicherten Lebens, in dem es „keine besonderen Höhen, aber eben auch keine unübersichtlichen Tiefen gibt“. Roberts Arbeitskollege Bernd, auch optisch so ganz anders als ihr Ehemann, eröffnet ihr neue Perspektiven, wenn man es so ausdrücken möchte *g*. Denn diese Perspektiven beziehen sich zu einem großen Teil auf einen ganz bestimmten Aspekt des Lebens. Majas beste Freundin nennt es eine „Life-changing-Sex-Erfahrung“, und die Autorin nimmt sich viel Zeit, ihren Leserinnen nahezubringen, was sie darunter versteht. Prinzipiell habe ich nichts gegen ansprechende Sexszenen in Romanen, doch hier habe ich das in dieser Form bzw. Fülle nicht erwartet und es war mir ein dann doch ein bisschen viel.


    Das Buch ließ sich flott und unterhaltsam weglesen, denn der Schreibstil war nett, - und dann natürlich Sylt als unwiderstehliche Kulisse... Doch insgesamt bin ich etwas enttäuscht gewesen. Der Anfang hat mir gut gefallen, die weitere Entwicklung von Handlung und Figuren weniger. Gegen Ende fühlte ich mich wie in einem Zeitraffer, und irgendwie ist bei mir der Eindruck geblieben, dass die einzelnen Elemente nicht so recht zueinander passen und ineinander greifen.


    Glücksgefühle hat die Lektüre bei mir nicht hinterlassen, auch wenn es letztlich für alle im Glück endet. (Damit hab ich sicher nicht gespoilert – bei einem Roman dieses Genres mit dem Hinweis „ein Glücksroman“ auf dem Cover).


    Es war mein erstes Buch der Autorin und ich bin nicht sicher, ob ich noch eins lesen möchte. Wenn mir nach einem leichten Roman aus diesem Genre zumute ist, kenne ich Autorinnen, die meinen Geschmack besser treffen.

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  • Hurra! Endlich gibt es wieder einen neuen Sylt-Roman von Claudia Thesenfitz. "Salz auf unserer Haut" ist eine berührende Geschichte über Beziehungen, Traume und die harte Realität - und über einen magischen Sommer auf Sylt, Deutschlands schönster Insel.

    Maja ist gelangweilt – von ihrer Ehe, ihrem Mann Robert und ihrem Leben. Eigentlich ist alles gut – aber ist gut, gut genug? Der gemeinsame Urlaub auf Sylt mit einem befreundeten Paar verspricht ein bisschen Abwechslung. Die vier Mittfünfziger liegen tagsüber am Strand und führen abends rotweinlastige Gespräche über Träume und die in die Jahre gekommene Liebe. Und plötzlich beginnt es zwischen Maja und Bernd zu funken. Doch Maja wehrt ab, sie gehört zu ihrem Mann. Oder etwa nicht?

    Das hübsche Cover verbreitet heiteres Urlaubs-Feeling, der Titel ist eine bewusste Anspielung auf den 1988 erschienenen berühmten Roman "Salz auf unserer Haut" der französischen Schriftstellerin Benoite Groult, der mit Greta Scacchi verfilmt wurde.

    Auch Claudia Thesenfitz erzählt von einer unmöglichen Liebe. Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven vermittelt; in erster Linie aus der Sicht von Maja und Robert, hin und wieder kommt Bernd zu Wort. Im Mittelpunkt stehen Maja und Robert, ein wohlhabendes Ehepaar mit erwachsenen Kinder, das auf dem Papier seit 27 Jahren glücklich verheiratet Ist. In der Realität sieht es traurig aus. Die Liebe ist abhanden gekommen; die Flamme der Leidenschaft längst erloschen. Maja und Robert führen eine rein pragmatische Beziehung und haben konträre Ansichten vom Glück, wie in ihrem Urlaub auf Sylt deutlich wird. Der arrogante, selbstgefällige Robert sonnt sich in seinem beruflichen Erfolg, der ihm einen gehobenen Lebensstil garantiert, und will nichts in seinem Leben verändern, während die gelangweilte, vernachlässigte Maja sich nach einer sinnvollen Aufgabe sehnt und an der Seite ihres Mannes dahinwelkt. Stürmische Gefühle in ihrem Herzen erweckt Bernd, ein lebenslustiger, unkonventioneller Arbeitskollege ihres Mannes, der nach einer schweren Enttäuschung auf Polyamorie setzt und Maja als eine begehrenswerte Frau wahrnimmt.

    Claudia Thesenfitz erzählt eine berührende, ehrliche Geschichte, wie sie sich überall auf der Welt ereignet. Sie beschönigt nichts, weder die Doppelmoral von Robert noch den Ehebruch von Maja, aber sie klagt ihre Protagonisten nicht an. Robert und Maja sind normale Menschen, mit denen man sich identifizieren kann. Sie sind einen langen Weg zusammen gegangen, bis sie sich irgendwann verloren haben. Als sie ihr Scheitern erkennen, suchen sie sich professionelle Hilfe - und können ihre Beziehung trotz aller Bemühungen nicht retten. Nun befreien sie sich von ihren Fesseln, nehmen ihr Leben in die eigenen Hände und setzen alles auf Anfang. Wer will es ihnen verbieten? Jeder Mensch hat es verdient, glücklich zu sein. Schließlich haben wir alle nur ein einziges Leben...

    Alles in allem ist dieser humorvolle, leicht und locker geschriebene Roman die perfekte Sommer-Lektüre für den Strandkorb, in der sich viele Menschen, die in der Mitte ihres Lebens stehen, wiederfinden können.

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