Stephen Mack Jones – Der gekaufte Tod / August Snow

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  • Klappentext/Verlagstext
    »Stephen Mack Jones haucht Detroit neues Leben ein.« The Boston Globe Mexicantown, Detroit. August Snow kehrt mit zwölf Millionen Dollar Schadenersatz zurück in das Viertel seiner Kindheit. Genug Geld für den Ex-Polizisten, um seinen alten Humor wiederzufinden und ein neues Leben zu beginnen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Feinde gemacht: Kurz nach seiner Rückkehr wird eine der mächtigsten Unternehmerinnen der Stadt tot aufgefunden. Snow setzt sich auf die Fährte des Mörders – und gerät in einen gefährlichen Strudel, der ihn in Detroits dunkelste Winkel hinabzieht. Die zwölf Millionen stammen aus einem Prozess gegen den korrupten Polizeiapparat der Stadt. Mit dem Geld will Snow, Sohn eines afroamerikanischen Polizisten und einer mexikanisch-amerikanischen Malerin, den Stadtteil seiner Kindheit wieder aufbauen. Da bittet ihn die Großunternehmerin Eleanore Padget, verdächtige Vorkommnisse in ihrer Bank aufzuklären. Snow lehnt ab. Kurz darauf wird die Frau tot aufgefunden. Selbstmord, lautet die Diagnose der Polizei. Snow hat Zweifel und begibt sich auf die Suche nach dem Mörder. Ein packender Thriller inmitten der rauen, multikulturellen Realität Detroits.


    Der Autor
    Stephen Mack Jones, geboren in Lansing, Michigan, arbeitete mehrere Jahre in der Werbe- und Marketingbranche, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Seine Lyrik und Dramatik wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. »Der gekaufte Tod« ist sein erster Thriller und wurde sowohl mit dem Nero Award als auch mit dem Hammett Prize for Crime Fiction ausgezeichnet.


    Die Serie
    01. Der gekaufte Tod
    02. Lives Laid Away (2019)

    03. Dead of Winter (2021)


    Inhalt
    August Octavio Snow hatte vor Gericht gegen korrupte Polizisten und Staatsdiener ausgesagt, damit den damaligen Bürgermeister Detroits zu Fall gebracht und gilt deshalb unter seinen Ex-Kollegen als Verräter. Die 12 Millionen Dollar, die er als Entschädigung für den Verlust seines Jobs und seines Rufs erhalten hat, sind offenbar zu viel, um sie auszugeben. Nachdem August sein Elternhaus renoviert und in einem Abwasch weitere Häuser in seinem Kiez gekauft und aufgemöbelt hat, bleibt ihm immer noch ein obszön hoher Geldbetrag. Die Umbrüche in Augusts Viertel zeigen beispielhaft den wirtschaftlichen Niedergang einer Stadt, in der nun Immobilienspekulation lohnt und die arbeitende Bevölkerung sich bald die Mieten nicht mehr leisten kann. Der Niedergang eines dekadenten Systems lässt seine Profiteure offenbar umso schneller aufsteigen.


    Als Sohn eines schwarzen Cops und einer Mexikanerin pflegt August Kontakte zu beiden Kulturen. In seinem Stadtteil und seiner Kirchengemeinde verwurzelt und bestens vernetzt, scheint er ein Mann zu sein, mit dem die Polizeibürokratie es sich besser nicht verscherzt hätte. Als erfahrener Polizist und Ex-Marine, der Jahre in den Kriegen ferner Wüstenstaaten verbrachte, sind Augusts Cop-Instinkte noch immer intakt. Ein Termin mit Eleanor Paget, der alternden Erbin eines kleinen Banken-Imperiums, bringt alte Bündnisse wieder auf den Tisch. Pagets Butler war mit Augusts Eltern befreundet , er hatte in Augusts Abwesenheit dessen Haus im Blick behalten, und weitere Menschen fühlen sich August zu einem Gefallen verpflichtet. Als Eleanor kurz darauf tot aufgefunden wird, sticht August mit seinen Ermittlungen in ein Wespennest. Mit einer FBI-Agentin direkt auf seinen Fersen aktiviert August einen seiner wichtigsten Kontakte, den begnadeten Hacker Skittles, der seinen Spitznamen seiner Lieblings-Süßigkeit verdankt. Pagets ehemals angesehene Bank ist laut Skittles zur Potemkinschen Fassade für Schwarzgeld verkommen und diejenigen, die diese Goldgrube in Gefahr sehen, werden ihre Pfründe nur über Leichen herausrücken. August kämpft nun heldenhaft gegen Auftragskiller und für Viv Paget, die Tochter und Erbin der Bank, ganz nebenbei gibt er den Mentor für einen jungen Arbeitslosen und seinen direkten Nachbarn, der weder Papiere noch Geld hat.


    Fazit
    August gibt den impulsiven, einsamen Wolf, den Frauen aller Altersgruppen lieben. Einerseits trauert er noch immer einer zarten Liebe in Norwegen nach und besucht regelmäßig das Grab seiner Eltern, nietet fiese Killertypen jedoch in einem Tempo um, dass man als Leser auf dem Notizblock kaum mit dem Abstreichen der Toten nachkommt. Der vom Schicksal gebeutelte, märchenhaft wohltätige Ex-Cop und rührende Nachbar, die herzensgute schwarze Hausangestellte, die die Kinder ihrer Arbeitgeber wie ihre eigenen liebt, sind natürlich Klischees, wie sie nicht fetter sein können. Doch wenn der Pulverdampf um August Snow herum sich verzogen hat, bleibt ein kluger Mann zurück, den ich als schnoddrigen Icherzähler von der ersten Seite an mochte.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    :study:--

    :musik: -- Bardugo - Rule of Wolves (2.)


    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

  • Das Buch ist mir schon bei vorablesen ins Auge gefallen, aber im Moment habe ich nicht die Zeit und Lust für zu viele"Rezensionsverpflichtungen". Aktuell bin ich noch dran an Klima, das mir erstaunlich gut gefallen hat.

    Aber nach deiner Rezi ist es doch gleich auf die Wunschliste gewandert, klingt, als könnte es mir gefallen.

  • Rauher Krimi aus Detroit


    Nach der Leseprobe, die ich eigentlich überfliegen wollte, bin ich richtig kleben geblieben und war gespannt auf den weiteren Inhalt. Das Resultat lohnt sich aus meiner Sicht:

    Ein ungewöhnlicher Held aus Mexicantown, Detroit. Der Vater war schon ein Polizist und der Sohn, August Snow, ebenfalls. Beide wollten Gerechtigkeit und aus diesem Grund wurde Snow vor 1 Jahr suspendiert und dann entlassen, weil er die Korruption innerhalb der Polizei nicht ertragen konnte und als Verräter an einem Prozess gegen seine Kollegen aussagte. Bei der Tat, stellte Snow 12 Millionen Dollar sicher, die er behielt so dass er ausgesorgt hat. Nach einer Weltreise zieht es ihn nach Hause um in seinem Viertel nachzuschauen und da zu leben, wo er aufgewachsen ist, doch die Probleme fangen dann gerade wieder an....

    Normalerweise bin ich nicht der Typ, der auf die harten typischen US-Amerikanischen Helden steht, doch dieser ist etwas besonderes. Als Mischling eines Afroamerikaners und einer Mexikanerin, ist er ein ziemlich seltenes Bild in Mexicantown. Ausgebildet und Kriegsteilnehmer. Ziemlich harter Bursche und doch mit einem großen Herz, kommt er nicht so typisch protzig daher.

    Vielleicht liegt es auch an dem sehr guten Schreibstil, der einen sofort in seinen Bann zieht und Seite um Seite umblättern lässt. Eine Kriminelle Patin möchte dass er Ihr einen Gefallen tut, doch er lehnt ab und wenig später ist diese Frau, die niemand wirklich mochte und die viel Schaden angerichtet hat, auf merkwürdige Weise tot. Angeblich Selbstmord, doch August glaubt nicht daran. Er hadert mit seinem Gewissen, dass er nicht zumindest versucht hat zu helfen und fängt an zu ermitteln. Dass Ihn dabei so ziemlich jeder davon abhalten will, ist klar, doch er hat auch noch einige Freunde, die ihm helfen!

    Ein Ex-Cop, der sich überhaupt nicht mehr einmischen müsste und seine Schäfchen im trockenen hat. Doch er hat eine Vision und will mit seinem Geld auch seinem Heimatviertel wieder zu ansehen verhelfen und schafft sich durch das besorgen von Jobs und ehrlicher Arbeit für einige, den nötigen Respekt und auch neue Freunde. Ob das nun der Realität entsprechen würde, sei mal dahingestellt aber es ist eine Wunschvorstellung, dass jeder dem geholfen wird auch immer nur ein eigentlich ehrlicher Mann ist, der sich dann 100% Loyal zeigt.

    Würde die Geschichte in Texas mit Cowboys spielen, würde ich sagen, ich lese einen guten Western aber die Atmosphäre von Detroit, der einzelnen Viertel und Ihrer Einwohner, fasziniert! Und so entwickelt sich der Roman, der von Beginn an ein hohes Tempo hat und mit einem Showdown endet, so wie es sein soll.

    Wenn das ganze mit weniger Jack Reacher oder typischen US lastigen Waffengeklirre gelaufen wäre, würde ich 5 Sterne geben. Aber so sind es starke 4 Sterne geworden. Wie gesagt, normal überhaupt nicht mein Ding aber es gibt gut geschriebene Ausnahmen, wie diese und damit eine Leseempfehlung ! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Detroit eine multikulturelle Stadt, mit extremen Gegensätzen. Ein Ex-Polizist kehrt zurück. In die Stadt zu seinen Freunden und Feinden. Bekannt wurde er, weil er die Korruption bekannt gemacht, dafür gefeuert und in einem Arbeitsprozess 12 Millionen als Entschädigung erhalten hat. Er will sein altes Leben in seinem alten Stadtviertel zurück.

    Durch seine Sturheit bekannt, will eine einflussreiche Unternehmerin seine Hilfe, er lehnt ab und am nächsten Tag ist sie tot.

    Beim lesen hatte ich die ganze Zeit den Film "Spiel mir das Lied vom Tod" im Hinterkopf. Die Stimmung, die Erzählweise hat mich immer wieder daran erinnert. Es ist ein Krimi, der Film ein Western mit einer markanten Filmmusik. Hier ist eine ähnlich herausstechende Sprachmelodie gegeben.

    Das Gefühl, die Lebensweise der Menschen, auch die wieder aufflammende Korruption bilden eine Tonfolge. Die sich immer wiederholt. Mal ist sie weg, dann wieder da.

    Eine ganz eigene Art einen Krimi zu schreiben, ob sich das wiederholen lässt?

    Es gibt nur eine Hauptfigur dazu viele interessante Nebenprotagonisten. Es ist ein spannendes Miteinander.

  • Detroit Noir

    Mit seinem Buch "Der gekaufte Tod" hat Stephen Mack Jones für mich einen Krimi mit Wow-Effekt geschrieben: Tough und hart, doch zugleich mit Wärme und Menschlichkeit, mit einem interessanten Protagonisten und einem Plot, in dem es um Korruption, Machtmissbrauch und den drohenden Untergang einer Stadt geht, ohne zu beschönigen oder zu resignieren. Geschrieben in einem lakonischen Stil, der manchmal von düsterer Poesie durchsetzt ist, ein Krimi Noir, der Schablonen vermeidet und atmosphärisch dicht ist, dazu spannend bis zum Schluss.

    In einer Stadt, aus der die wohlhabenden Weißen fliehen und in der sich die Latinos und die Afroamerikaner nicht gegenseitig über den Weg trauen, ist August Octavio Snow ungewöhnlich: Die Mutter stammte aus Mexiko, der Vater ein schwarzer Cop, der aus dem tiefsten Süden stammte und sich den Respekt der Nachbarn in Mexicantown erwarb.

    Auch August wurde nach seinem Dienst bei den Marines in Afghanistan Polizist, doch das ist Vergangenheit. Nach seiner Klage gegen seine Entlassung - er ermittelte gegen korrupte Kollegen bei der Polizei und in der Politik - ist er zwölf Millionen Dollar reicher und kehrt nach einem Jahr auf Reisen zurück in seine Geburtsstadt und nach Mexicantown in das Haus, in dem er aufgewachsen ist. Inzwischen hat er hier nur noch die Gräber seiner Eltern.

    Kurz darauf bittet ihn die Großunternehmerin Eleanor Padget, Vorkommnisse in ihrer Bank zu untersuchen. Das lehnt Snow up. Wenige Tage später ist die Frau tot, angeblich Selbstmord. Snow allerdings will nicht daran glauben. Ohne Auftrag oder Polizeimarke ermittelt er auf eigene Faust, versucht, über einen Hacker herauszufinden, ob etwas an der Bank verdächtig ist. Schnell stellt er fest, dass sowohl der CEO der Bank als auch FBI und Polizei nicht glücklich sind über seine Schnüffelei. Snow wird bald klar, dass er in mehr als ein Wespennest gestochen hat - und nicht nur sein Leben ist bald in Gefahr.

    Mit einem alten Freund und einem Ex-Soldaten, der noch seine Rolle im zivilen Leben sucht, muss sich Snow gegen Widersacher wehren und das Leben von Eleanore Padgets Tochter schützen. Gewissermaßen als Schwert in Gottes linker Hand, wie es an einer Stelle heißt. Wobei Snow auch im Rechtschaffenheit bemüht ist, das Viertel seiner Kindheit nicht aufgeben und Gangs und Drogen überlassen will. Ein jugendlicher Kleinkrimineller wird zu einem Projekt für ein anderes Leben und auch die mexikanische Familie mit problematischem Aufenthaltstatus beschäftigt den Ex-Polizisten.

    Es passt irgendwie, dass der große Showdown diese Detroit noir-Krimis ausgerechnet zwischen den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen stattfindet. Die Noche de los muertes, in der die Mexikaner ihrer Toten gedenken, an den Gräbern das Leben feiern, ist hier eine Nacht, in der vieles enden kann.

    Stephen Mack Jones nimmt seine Leser mit auf eine tour de force durch Detroit, mit immer wieder neuen Wendungen, mit reichlich Gewalt aber auch einer Perspektive einer gewissen Hoffnung. Und ich hoffe definitiv, mehr von diesem Autor zu lesen.

  • Viele klassische Elemente und eine besondere Sprache


    Buchmeinung zu Stephen Mack Jones – Der gekaufte Tod


    „Der gekaufte Tod“ ist ein Kriminalroman von Stephen Mack Jones, der 2021 bei Tropen in der Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet „August Snow“ und ist 2017 erschienen.


    Zum Autor:
    Stephen Mack Jones, geboren in Lansing, Michigan, arbeitete mehrere Jahre in der Werbe- und Marketingbranche, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Seine Lyrik und Dramatik wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. »Der gekaufte Tod« ist sein erster Thriller und wurde sowohl mit dem Nero Award als auch mit dem Hammett Prize for Crime Fiction ausgezeichnet.


    Klappentext:
    August Snow kehrt mit zwölf Millionen Dollar Schadenersatz zurück in das Viertel seiner Kindheit. Genug Geld für den Ex-Polizisten, um seinen alten Humor wiederzufinden und ein neues Leben zu beginnen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Feinde gemacht: Kurz nach seiner Rückkehr wird eine der mächtigsten Unternehmerinnen der Stadt tot aufgefunden. Snow setzt sich auf die Fährte des Mörders – und gerät in einen gefährlichen Strudel, der ihn in Detroits dunkelste Winkel hinabzieht. Die zwölf Millionen stammen aus einem Prozess gegen den korrupten Polizeiapparat der Stadt. Mit dem Geld will Snow, Sohn eines afroamerikanischen Polizisten und einer mexikanisch-amerikanischen Malerin, den Stadtteil seiner Kindheit wieder aufbauen. Da bittet ihn die Großunternehmerin Eleanore Padget, verdächtige Vorkommnisse in ihrer Bank aufzuklären. Snow lehnt ab. Kurz darauf wird die Frau tot aufgefunden. Selbstmord, lautet die Diagnose der Polizei. Snow hat Zweifel und begibt sich auf die Suche nach dem Mörder.


    Meine Meinung:
    Vieles an diesem Buch wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Die Hauptfigur August Snow, Sohn eines schwarzen Polizisten und einer Mexikanerin, kämpft für Gerechtigkeit und scheut dafür keine Konfrontation. Er sehnt sich nach seinem Heimatort und möchte ihn wieder zu einem Ort machen, an dem man sich wohlfühlt. Natürlich gibt es jede Menge Zeitgenossen, die andere Interessen haben. Snow hat einige wenige gute Freunde und viele Feinde. Er erkennt gute Menschen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussehen. Aber seine netten Eigenschaften vergisst er, wenn er zum gewaltbereiten Kämpfer für seine Ideale wird. Er wechselt ohne Schwierigkeiten zwischen Lyriker und Rambo. Er ist ein großer Kämpfer mit Herz, der einiges einstecken kann und muss. Alle anderen Figuren sind nur skizziert und lassen sich problemlos in Gut oder Böse einordnen. Es gibt nachdenklich wirkende Momente und knallharte Action. In den Actionszenen wird Snow schon mal übermenschlich. Das kennt der Leser aus vielen amerikanischen Romanen. Zuweilen gibt es auch humorvolle Szenen mit einer großen Portion Schwärze. Mein Liebling ist die Danksagung des Profikillers für das gute Gespräch nachdem er seinen Job erledigt hat.
    Der Spannungsbogen ist gekonnt gezeichnet und nach recht ruhigem Beginn legt das Tempo mehr und mehr zu. Die Sprache ist gut verständlich und passt sich dem Tempo der jeweiligen Szene an. Actionszenen werden spannend und mitreißend erzählt, so dass ich mit Snow mitgefiebert und mitgelitten habe. In ruhigen Passagen übermittelt der Autor die Sehnsucht nach Geborgenheit mit vielen Bildern aus guten Zeiten, auch mit lyrischen Elementen. So bleibt Snow auch in Zeiten als Kampfmaschine sympathisch, weil seine Gegenspieler ja abgrundtief böse sind.


    Fazit:
    Es bleibt ein Roman, der längst nicht so ungewöhnlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Überdurchschnittlich ist allerdings die sprachliche Gestaltung. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

    :study: Colson Whitehead - Harlem Shuffle

    :study: Petra Schier - Das Kreuz des Pilgers

    :study: Stephanie Schuster - Freiheit im Angebot

    :musik: Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

  • Der ehemalige Marine und Ex-Bulle August Snow kehrt nach einen Jahr Auszeit in sein Viertel zurück. Durch seinen Prozess gegen die korrupte Polizei- und Stadtoberen hat er genüg Geld, um sein Umfeld aufzuhübschen. Dabei unterstützt er auch seine Nachbarn. Nach dem Tod von Eleanore Padget gerät er zwischen die Fronten. Als auch noch seine Freunde bedroht werden, reagiert er nach Rambo-Manier.
    Das Buch ist aus Sicht von August Snow in der Ich-Form geschrieben. Der Schreibstil ist etwas schnoddrig, lässt aber sofort Bilder im Kopf entstehen. August wird als knallharter Typ mit einer guten Seele dargestellt. Die Personen in seinen Umfeld bleiben blass. In diesen Buch wird großen Wert auf Action gelegt. Das Buch ist dadurch sehr spannend, aber die eigentliche Geschichte bleibt etwas auf der Strecke. Es wird zwar aufgeklärt wie Eleanore zu Tode kam, aber die Hintergründe in der Bank hätten mich auch interessiert.
    Fazit
    Ein Buch wie ein Actionfilm mit einen knallharten Helden der das Herz an der richtigen Stelle hat.

    Sub: 5446:twisted: (Start 2021: 5421)

    gelesen 2021: 76 / 1 abgebrochen

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten


    :montag: Christoph Wortberg - Trauma Kein Vergessen

    :study:

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Der ehemalige August Snow hat als Kronzeuge gegen Kollegen und Politiker ausgesagt. Das hat ihm zwar keine Freunde verschafft, aber einen Schadenersatz von zwölf Millionen Dollar. Nachdem er eine Weile in Europa verbracht hat, kehrt er nach Detroit zurück. Er will in dem Viertel in dem er seine Kindheit verbracht hat, Mexicantown, mit dem Geld etwas Gutes tun. Doch seine Feinde haben nicht vergessen. Kaum ist er zurück, wird die Unternehmerin Eleanore Padget, die vergeblich um seine Hilfe gebeten hat, ermordet aufgefunden. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus, doch Snow hat Zweifel. Er ermittelt auf eigene Faust und gerät in einen gefährlichen Strudel.


    Dies ist ein packender Krimi, der uns in ein Detroit führt, in dem die Autoindustrie an Bedeutung verloren hat und in dem nun Armut und Arbeitslosigkeit an der Tagesordnung ist. In der Stadt sind Verbrechen, Gewalt und Drogen allgegenwärtig. Hier ist August Snow als Sohn eines afroamerikanischen Polizisten und einer mexikanischen Mutter groß geworden und er kennt sich aus. Er ist ein interessanter Charakter, der Polizist geworden ist, um auf der richtigen Seite zu stehen – auch wenn es schwierig wird. Er ermittelt beharrlich und lässt sich nicht beirren. Mir war er sympathisch und auch seine soziale Seite hat mir gut gefallen. Seine Gegner sind skrupellos, doch glücklicherweise hat er noch ein paar Freunde, die zu ihm stehen. Die Charaktere waren gut und authentisch gezeichnet.


    Stephen Mack Jones beschreibt das alles sehr detailliert und glaubwürdig. Dieser Krimi mit einer etwas bedrückenden Atmosphäre ist interessant und spannend. Es ist ein sehr amerikanischer Krimi, der lesenswert ist.

  • Sozialkritischer US-Actionkrimi mit multiethnischem Jason Bourne


    Ich bin Fan von unkonventionellen, leicht schrägen Krimis (humorvoll oder nicht). Diese haben meist einen Schauplatz, der nicht so oft genutzt wird und können mit skurrilen Charakteren und Geschichten aufwarten.


    Stephen Mack Jones vereint all das in “Der gekaufte Tod”. Mit dem deutschen Titel bin ich nich so ganz warm geworden, aber mit dem Inhalt umso mehr. August Snow, Detroiter Ex-Cop und Ex-Marine, mutiert unfreiwillig zum Privatermittler und FBI-Informanten.


    Eine reiche Geschäftsfrau nimmt sich - so die offizielle Version - das Leben, doch Snow geht der Sache auf den Grund und wirbelt Staub auf.


    Das Flair der amerikanischen Großstadt wird genauso eingefangen wie die sozialen und ökonomischen Fragen der Vereinigten Staaten. August selbst ist da schon ein wunderbares Beispiel - Sohn eines Afro-Amerikaners und einer Mexikanerin, bietet er viel Angriffsfläche für Hass. Er kann es sich aber leisten, damit relativ locker umzugehen, denn aufgrund seiner Ausbildungen weiß er sich zu wehren. Und er hat Geld, was ihm wiederum Zutritt zu “weißeren” Kreisen ermöglicht.


    Alles sehr stereotyp und dann auch wieder nicht. Der Autor thematisiert die gängigen Probleme und nutzt auch Klischees dafür, packt alles aber in eine fesselnde, schonungslose Krimigeschichte rund um Mord, Rache, Geldwäsche und Waffen.


    Viele Waffen. Action muss sein. Wer das nicht mag, liegt mit diesem Krimi falsch. Aber hin und wieder sind markige Sprüche, kantige Typen und schräge Figuren genau das Richtige. Für Fans von Gregg Hurwitz oder Robert Ludlum auf jeden Fall ein Volltreffer.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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