Nick Drnaso - Sabrina / Sabrina

  • Autor (Quelle: Wikipedia): Nick Drnaso (geboren 1989 in Palos Hills, Illinois) ist ein amerikanischer Comicautor. Drnaso ist bekannt für seine Graphic Novels Beverly (2016) und Sabrina (2018). Letzteres wurde als erstes Comic überhaupt für den wichtigsten britischen Literaturpreis, den Man Booker Prize, nominiert. Drnasos Zeichenstil erinnert an seine Zeitgenossen Daniel Clowes, Adrian Tomine oder Chris Ware. Die britische Schriftstellerin Zadie Smith pries Sabrina als „das beste Buch in – irgendeinem Medium – das ich über unseren zeitgenössischen Moment gelesen habe“.


    Klappentext (Quelle: Aufbau-Verlag): Sabrina verschwindet. Und dieses Ereignis zieht ein Netz aus Verschwörungstheorien und politischer Stimmungsmache nach sich, in dem sich auch Calvin Wrobel verheddert. Er hat sich entschlossen, Sabrinas Lebensgefährten - und seinen Freund aus Schultagen - bei sich aufzunehmen, um ihm beizustehen, wohl ahnend, dass diese Geschichte nicht gut ausgehen wird. Als ein grausames Video im Internet auftaucht, wissen wir, dass er furchtbar richtig lag. „Sabrina“ ist ein Weckruf: in dieser vom kalten Licht eines Computerbildschirms erleuchteten Welt, in der Empathie und Menschlichkeit nicht mehr selbstverständlich sind, wollen wir nicht eines Tages aufwachen. Aber so vertraut uns die hier geschilderte Realität schon erscheinen mag, so lange wir uns von Kunstwerken wie diesem großen Buch noch berühren lassen, müssen wir die Hoffnung nicht aufgeben.


    Der Comicroman „Sabrina“ erschien zuerst im Mai 2018 im kanadischen Verlag Drawn & Quarterly in Montreal. Die deutsche Übersetzung von Daniel Beskos und Karen Köhler erschien 2019 beim Aufbau-Verlag Blumenbar in Berlin. Das Buch umfasst 208 Seiten.


    "Sabrina" hat bei mir ein wirklich großes Maß an Beklemmung ausgelöst. Die Unerreichbarkeit verschwörungsgläubiger Parallelgesellschaften bereitet mir tatsächlich viel Sorge. Eine Geschichte direkt aus unserer Fake-News-Gegenwart: Verschwörungstheoretiker, die den Hinterbliebenden von Gewaltverbrechen und Amokläufen in Sozialen Medien nachstellen, weil sie sie für Schauspieler halten und die Gewalttaten für Fälschungen der Regierungen, um in der Folge Einschränkungen der Bürgerrechte zu legitimieren.
    Ich liebe diesen statischen Zeichenstil, der an Chris Ware oder Daniel Clowes erinnert. Auch diese extrem kleinen Panels gefallen mir. Kleine, vereinzelte, traurige Menschen in winzigen Kästchen ohne Verbindung. :( Ich mag es, wenn sich Figuren anschweigen, während sie in Systemgastronomie oder anderen trostlosen Zwischenorten herumhängen. Menschen in Trauer und Fassunglosigkeit, erschüttert, auf Sinnsuche. Dass die Figuren in einer Art Schockstarre verharren, dass in der Geschichte im Grunde keine Ausbrüche erfolgen oder Lösungen angeboten werden, aber ganz viel heruntergeschluckt wird und als drohende Explosion direkt unter der Oberfläche lauert, erscheint mir tatsächlich als der deprimierende Gipfel der Tristesse. Unbedingt lesen! :shock: :love: :pray:

    White "Die Erkundung von Selborne" (103/397)

    Everett "God's Country" (41/223)


    :king: Jahresbeste: Gray (2024), Brookner (2023), Mizielińsky (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015)

    :study: Gelesen: 55 (2024), 138 (2023), 157 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015)70/365)
    O:-) Letzter Kauf: Martinson "Schwärmer und Schnaken" (15.04.)

  • Hier der Link zur gleich betitelten englischen Originalausgabe.

    White "Die Erkundung von Selborne" (103/397)

    Everett "God's Country" (41/223)


    :king: Jahresbeste: Gray (2024), Brookner (2023), Mizielińsky (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015)

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    O:-) Letzter Kauf: Martinson "Schwärmer und Schnaken" (15.04.)