Beate Maly - Elsas Glück

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  • Buchrücken

    Elsa Sonnstein studiert Psychologie und Pädagogik an der Universität und kann es gar nicht abwarten, das Erziehungswesen zu revolutionieren. Schon Elsas Mutter Lotte war eine starke Frau, die über zwanzig Jahre zuvor zusammen mit der berühmten Mizzi Langer-Kauba die erste Skimode für Frauen erfand. Aber auch Elas Tatendrang kann nicht verhindern, dass sich so einige dunkle Wolken über der Familie Sonnstein zusammenbrauen. Und dann stößt Elsa auf ein Geheimnis, das sie mehr als erschüttert…


    Klappentext

    Die Sonnsteins sind eine der reichsten Familien Wiens.

    Und doch hat Jakob Sonnstein sich gegen den Willen seines Vaters für die Medizin entschieden und gegen eine Aufgabe in der familiengeführten Süßwarenfabrik. Zudem hat er eine nicht standesgemäße Frau geheiratet: Lotte, Verkäuferin in einem kleinen Bergsportgeschäft, die zusammen mit der Inhaberin Mizzi Langer-Kauba ganz nebenbei die Ski-Mode revolutioniert hat. Kein Wunder, dass ihre gemeinsamen Kinder die Leidenschaft ihrer Eltern geerbt haben. Conrad will unbedingt in die Berge und sich als Skilehrer verdingen, was seinem Vater allerdings ganz und gar nicht gefällt. Und Elsa würde am liebsten die ganze Welt verändern. Zuerst hat sie sich aber die Erziehungswissenschaften vorgenommen. Während ihrer Studien stößt sie dabei auf einen dunklen Fleck in ihrer Familiengeschichte…


    Die Autorin (Klappentext)

    Beate Maly, geboren und aufgewachsen in Wien, arbeitete zunächst als Kindergärtnerin und in der Frühförderung, bevor sie mit dem Schreiben begann. Neben Geschichten für Kinder und pädagogischen Fachbüchern hat sie inzwischen zwölf historische Romane geschrieben und fünf historische Krimis. In "Elsas Glück" bringt sie ihre Liebe für die Erziehungswissenschaften in einen wundervoll warmherzigen und unterhaltsamen Roman ein.


    Inhalt und meine Meinung

    Dies ist der zweite Band der "Die Sonnsteins" – Reihe. In Elas Glück entführt uns die Autorin ins Wien des Jahres 1928. Die Hauptprotagonistin Elsa Sonnstein ist 22 Jahre alt und die Tochter von Lotte und Jakob Sonnstein. Die Geschichte von Elas Mutter Lotte wird im ersten Band Lottes Träume erzählt. Elsa lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Conrad im Palais Sonnstein, zusammen mit ihrem Onkel und ihrer Großmutter, der Matriarchin der Familie. Elsa studiert, ist sich aber noch nicht sicher was sie nach dem Studium beruflich wirklich machen möchte. Lehrerin oder doch etwas anderes. Aber auf jeden Fall etwas mit Kindern. Elsa ist überhaupt eine sehr unentschlossene Person. Und das nicht nur beruflich sondern auch privat. Es gibt zwei Männer, die um Elsa werben. Da ist zum einen Kommilitone Moritz, als auch Reporter und Sozialdemokrat Otto. Zu beiden fühlt Elsa sich hingezogen, was für sie auch sehr verwirrend ist. Bis Elsa ihr Glück finden wird, gibt es noch so einige Irrungen und Wirrungen. Elsa ist auf jeden Fall ein sehr liebenswerter, freundlicher und gutmütiger Mensch.


    Für mich als Leserin war es schön einige Protagonisten aus dem ersten Band wiederzutreffen, u. a. Lotte und Jacob, Elsas Großmutter, ihre Tanten, Mizzi Kauba (eine reale Person). Es hat aber auch Freude gemacht neue Leute kennenzulernen, wie z. B. Elsas Freunde aus dem Studium und auch eine Person, die erst ziemlich zum Schluß des Buches vorkommt. Irritiert hat mich allerdings die enge Freundschaft von Lotte zu Mizzi Kauba. Die Beiden sind im ersten Band nicht gut auseinandergegangen, im Gegenteil. Es liegen zwar über 20 Jahre zwischen den beiden Bänden und natürlich können Streitereien beigelegt werden, aber hier wäre es schön gewesen, hätte die Autorin da ein paar Worte zu verloren. Eine Ähnlichkeit zum ersten Band gibt es was die Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit der Sonnstein Frauen betrifft. Im ersten Band hat Lotte sich intensiv um einen obdachlosen Straßenjungen gekümmert, im zweiten Band nimmt Elsa sich eines kleinen Junges im Kinderheim an, der vermeintlich geisteskrank ist. So sagen es zumindest die Ärzte und Pfleger.


    Ehrlicherweise muss ich sagen, dass etwa bis zur Hälfte des Buches es für mich etwas enttäuschend und nur mittelmäßig gewesen ist. Es war zwar nicht langatmig zu lesen, aber es war mir zu politisch und pädagogisch und so ganz ohne Wintersport. Ab etwa der Hälfte des Buches wurde es dann sehr viel besser, der Roman hat richtig an Fahrt aufgenommen und es wurde wieder Ski gefahren. Darum dreht sich ja der erste Band Lottes Träume und das habe ich hier zuerst richtig vermisst.


    Was nicht ganz stimmt ist der letzte Satz des Klappentextes. Elsa stößt nicht während ihrer Studien auf einen dunklen Fleck in der Familiengeschichte, sondern zufällig, weil sie sich eine Auszeit nimmt und ihre Tanten besuchen fährt, die in einer anderen Region in Österreich wohnen. Dort wird sie dann etwas erfahren, dass sie sehr erschüttert.


    Fazit

    Der Roman spielt im Winter, es ist aber kein klassisches Weihnachtsbuch und kann zu jeder Jahreszeit gelesen werden. Zu diesem Roman kann man auch greifen ohne Lottes Träume gelesen zu haben, da an einigen Stellen immer wieder Bezug auf die Ereignisse im ersten Band genommen wird. Für mich war es spätestens ab der Hälfte ein echtes Wohlfühlbuch, für das ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen mag. Und ich hoffe und wünsche mir, dass die Autorin diese Reihe fortführen wird.

    Für mich gibt es für diesen Roman :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne.

    :study: Claudia Winter - Aprikosenküsse

    "Why can't people just sit und read books and be nice to each other" (David Baldacci)

    "Fälle niemals ein Urteil über einen Menschen, in dessen Schuhen Du nicht mindestens einen Tag gelaufen bist" (Biyon Kattilathu)


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