Rachael Lucas - Die kleine Bücherei in der Church Lane / The State of Grace

  • Kurzmeinung

    Lavendel
    Schöne Wohlfühllektüre mit Tiefgang über Zusammenhalt, Gemeinschaft und das Leben im Hier und Jetzt.
  • Kurzmeinung

    Suhani
    Ein Feel-Good wie ein kleiner Urlaub

Anzeige

  • Nach einem Burn out zieht Lucy mit ihren Hund in einen kleinen Ort in die Cotswolds in der Nähe von Bletchley Park. Da sie Geschichtslehrerin ist will sie in dieser Auszeit sehr viel über diesen geschichtsträchtigen Ort erfahren und mit Zeitzeugen sprechen. Wenn da der nette Nachbar nicht wär...

    Ich habe ein nettes Wohlfühlbuch erwartet und mehr bekommen. Es ist nicht einfach nur eine nette Liebesgeschichte in einer netten Umgebung wie das Cover suggerier

    t. Sondern es geschieht sehr viel mehr. Die Menschen wachsen einem ans Herz, ihre Gefühle und Probleme fordern unser Verständnis. Die Bewunderung was Frauen und Männer im zweiten Weltkrieg für ihr Heimatland getan haben um es vor den Nazis zu schützen wird nur von der Spannung übertroffen die der Gedanke an diese Arbeit hervor ruft.

    In der Gegenwart ist es der Gemeinschaftssinn der Bewohner den man gern einmal miterleben möchte. Eine kleine Telefonzelle soll vom Schandfleck wieder in ein würdiges Erinnerungsstück verwandelt werden.

    Es gibt keine unangenehmen Protagonisten aber natürlich Figuren die man nicht so gern mag, wie eine Klatschbase oder eine die immer das Sagen haben will. Der Umgang der anderen Bewohner mit diesen Frauen ist sehr tolerant da sind wieder diese Wohlfühlmomente.

    Im Ganzen kann man über dieses Buch sagen " Stille Wasser sind tief".

  • Unterhaltsam, humorvoll und etwas für's Herz - kurzum: ein Wohlfühlroman!


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Inhalt:


    Lucy entschließt sich nach einem Zusammenbruch die Reißleine zu ziehen und ihrem Alltagsstress als Lehrerin zu entfliehen.


    Gemeinsam mit ihrem Hund Hamish möchte sie eine sechsmonatige Auszeit in einem idyllischen Dörfchen verbringen.
    Ihr Plan: Spaziergänge, viel Lesen und die Ruhe genießen.


    Die Bewohner des Dorfes haben allerdings andere Pläne und so findet sich Lucy plötzlich mitten in einer Kampagne zum Umbau einer maroden Telefonzelle in eine Leihbücherei und verliebt sich ganz nebenbei auch noch in den alleinerziehenden Baumhaus-Architekten Sam.



    Mein Eindruck:


    Bereits das Cover ist so sommerlich und strahlt eine Leichtigkeit aus, dass man sich sofort in die malerische Szene hineinversetzt fühlt.


    Aufgrund des Klappentextes habe ich mir einen Wohlfühlroman (perfekt für die ersten sonnigen Frühlingstage) erhofft und wurde diesbezüglich nicht enttäuscht.


    Kurzweilig und lockerleicht wird Lucys Suche nach Ruhe und Frieden erzählt. Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, das kleine beschauliche Dörfchen und seine - teils sonderlichen - Bewohner hat man sofort vor Augen. Übergänge sind leider nicht immer rund und einige Charaktere bleiben zu oberflächlich. Hier wären vielleicht weniger Figuren mehr gewesen.
    Trotz allem eine gelungene Wohlfühl-Atmosphäre und ein tolles Setting!


    Neben der Suche nach sich selbst kommt auch ein wenig (nicht zu kitschiges) Liebesglück hinzu.


    "Wenn man nur einmal lebte, sollte man sich entscheiden, glücklich zu sein." (vgl. S. 343)


    "Die kleine Bücherei in der Church Lane" ist aber nicht nur ein Wohlfühlroman, denn es kommen Familiengeheimnisse und Erzählungen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges als Nebenschauplatz hinzu.


    Vor allem die Tagebucheinträge der 96-jährigen Bunty aus dem Sommer 1941 lockern die Geschichte auf und lenken sie in eine tiefere und zweite Ebene.


    Das alte Telefonhäuschen spielte damals wie heute eine besondere Rolle.


    Faszinierend sind die Schilderungen des Alltags in der Kriegszeit, die Geheimnisse der alten Dame, ihre Erlebnisse und ihre Rolle im Kriegsgeschehen. Auch der kurze Abstecher in die Historie (im Bletchley Park arbeiteten viele evakuierte Frauen als Helferinnen und Codebrecherinnen) hätte ich so nicht erwartet.


    Ein Roman, der erinnert, wie wichtig es ist, im hier und jetzt zu leben und nicht immer dem Alltagsstress und Drängen anderer nachzugeben.


    Das Ende ist etwas überstürzt und dabei wenig überraschend (was ich bei diesem Genre allerdings beinahe schon voraussetze) und doch fühle ich mich sehr gut unterhalten.


    Eine Empfehlung für einen gemütlichen Lesenachmittag!



    Fazit:


    Ein unterhaltsames und leichtes Lesevergnügen dank lockerem Schreibstil, einer tollen Atmosphäre und sympathischen Hauptfiguren.


    Ein Lesegenuss für alle Buchliebhaber und Fans von Feel-good-Stories!




    ...

    Rezensiertes Buch "Die kleine Bücherei in der Church Lane" aus dem Jahr 2021

    :study: "Bücher sind das beste Schmerzmittel, um das Leben zu ertragen. "

    Nathanviel, der Bücherdrache von Walter Moers

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Rachael Lucas - Die kleine Bücherei in der Church Lane“ zu „Rachael Lucas - Die kleine Bücherei in der Church Lane / The State of Grace“ geändert.
  • Leichte Lektüre mit netten Charakteren und etwas Kriegsgeschichte



    „Die kleine Bücherei in der Church Lane“ ist, wie beworben, ein richtiger Feel – Good – Roman. Das Cover zeigt den kleinen Ort Little Maudley in dem die gestresste Geschichtslehrerin Lucy Evans landet, als sie sich eine Auszeit von ihrem „normalen Leben“ nimmt. Auch die Telefonzelle die auf dem Cover zu sehen ist, nimmt immer wieder eine Rolle in der Geschichte ein. Das Cover sprach mich persönlich sofort an und passt super zu diesem Roman.



    Die Geschichte wird im Verlauf aus 3 Perspektiven erzählt. Von Lucy der Hauptperson der Geschichte, von Lucys kratzbürstigen 96 – jährigen Nachbarin Bunty der sie sich verpflichtet hat zu helfen und Sam dem alleinerziehenden Vater und ebenfalls Nachbar von Lucy in Little Maudley. Ich finde es schön, wenn eine Geschichte aus mehreren Perspektiven geschrieben ist. Es macht das Gefühlserleben vielseitiger. Die Geschichte hat einen schönen Geschichtsaufbau. Ich konnte mich gut in die Geschichte hereinfinden. Die verschiedenen Charaktere wurden gut beschrieben und sind sehr vielfältig. Die Autorin hat es geschafft alle Charaktere so einzusetzen, dass sie zwar teilweise etwas schräg sind, aber alle dennoch sympathisch rüberkommen.


    Da Lucy während ihrer Auszeit zum 2. Weltkrieg recherchieren wollte, hätte ich erwartet das das Thema etwas mehr Raum einnimmt. Das was zu diesem Thema vorkommt fand ich aber interessant und besonders gefühlvoll im Zusammenhang mit Buntys Kriegserlebnissen geschildert. Nach meinem Geschmack hätte auf das Thema noch mehr eingegangen werden können.



    Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Genau das Richtige zum Abschalten. Locker, leicht geschrieben mit Gefühl, Witz und etwas dunklen Untertönen.

  • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Das Buch besticht mit einem wunderschönen Cover, auf dem sehr prominent das rote Telefonhäuschen mit ganz vielen Büchern abgebildet ist. Das zusammen mit dem Titel lässt den Leser ein besonders bibliophiles Buch erwarten. Das Ergebnis entspricht dem nicht ganz. Es kommt zwar auch der Umbau einer alten Telefonzelle in einen Bücherschrank vor, jedoch spielt das eigentlich nur eine Nebenrolle. Vordergründig geht es hier um die junge Lehrerin Lucy, die dem Leistungsdruck an ihrer Schule für ein paar Monate entkommen möchte und dazu in ein beschauliches kleines Dörfchen zieht. Hier lernt sie vor allem ihre Nachbarin Bunty näher kennen, und mit der Zeit auch ihre Geschichte aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die vordergründig in Form von Tagebucheinträgen erzählt wird.


    Trotzdem ich zu Beginn eine etwas andere Erwartung an die Geschichte hatte, hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht. Vor allem weil ich die Charaktere wirklich mochte. Es gab auch keinen wirklichen Bösewicht, keinen Zwist oder Intrige die es zu lösen galt - was ich sehr begrüße. Klar hätte ich es gut gefunden, wenn der Telefonzellen-Bücherschrank noch mehr in die Geschichte eingebunden gewesen wäre. Oder wenn der Liebesgeschichte mehr Platz zuteil geworden wäre. Aber es war auch so ein netter Frauenroman, der mir vor allem auch ein bisschen Geschichte vermittelt hat. Von den Aktivitäten rund um Bletchley Park hatte ich noch nie was gehört - und musste das auch tatsächlich erstmal googeln, da die Autorin hier eigentlich viel Vorwissen bei ihren LeserInnen voraussetzt (was in der UK sicher auch der Fall sein wird) und gar nicht viel erzählt.

  • Stanley ist eine Überraschung und Abbafans (Buch nicht lesen!)


    Als ich das Buch bei Vorablesen gesehen habe, war ich hellauf begeistert. Ich musste es haben. Ich hätte fast meine schwer erarbeiteten Punkte dafür ausgegeben. Dann dachte ich, ach was ich lese die Leseprobe. Da kam dann Stanley vor. Stanley ist die einzige Überraschung in dem Buch. Keine Angst, Stanley ist nett *fg*, auch wenn es nicht das gewöhnliche Haustier ist. Jedenfalls hab ich das Buch dann bei Vorablesen gewonnen. Erst war die Freude groß.


    Es gibt viel Lokalkolorit und eine nette Dorfgemeinschaft, etwas Witz, Liebe und gaaaaaaaaaaanz viel Geschichte. Leider hat mich niemand darauf vorbereitet und auch nicht auf die Tatsache, dass die Protas Abba nicht mögen. Geschichte mag ich nicht (und davon kam zu viel vor) und Abba liebe ich. Das war dann einfach zu viel und damit war das Buch für mich unten durch. Allerdings ist der Schreibstil gut, ich war schneller fertig als gedacht.


    Nur fand ich dann, dass es manchmal nach einigen Wochen weiterging, nicht gut. Warum? Warum fehlen uns da ein paar Wochen? Und dazu gab es zu viele Charaktere, sie wurden oft nur flach und unwirklich abgehandelt, weil auf knapp 400 Seiten wohl viel gekürzt werden musste? Das fand ich sehr schade. Und warum kann man die handelnden Personen nicht einschätzen? Urplötzlich bekommen sie mitten im Buch einen anderen Charakter, als ob man da aus zwei Buchcharakteren plötzlich und unerwartet einen gemacht hat. Das sorgt für ein kleines Durcheinander und trübt das Lesevergnügen enorm.


    Und jetzt komme ich zu meinem Liebling: Das Cover. Mit dem Cover steht und fällt meine Leselust. Denn im Internet sah es sehr schön aus, es fiel total in mein Beuteschema. Als ich es meinem Mann gezeigt habe, sagte er, ohne dass ich was sagte: „Fischeinwickelpapier, das ist keine Wertschätzung für ein Buch. Ich wollte als Autor nicht so ein Buch vorgeknallt bekommen.“


    Also ich finde, die Farben sind zu matt und der Einband ist einfach zu dünn, es sieht billig aus, dafür sind die Seiten umso dicker. Also da ist das Buch schon gleich beim Auspacken die Enttäuschung gewesen. Das ist wie, wenn ich ein Kleidungsstück im Internet bestelle, und dann bin ich enttäuscht, weil es nicht so ausfällt wie das Bild versprochen hat. Nach dem vorsichtigen Lesen des Buches ist es schief gelesen! Dazu die Beschreibung hinten, wo nicht drin stand, das es nur so von Geschichte wimmelt, und dazu noch dass die Hauptprotas Abba nicht mögen. Charaktere, die sich mittendrin irgendwie verändern und einfach zu viele, so dass man nicht in die Tiefe gehen kann. Ich fühle mich mal wieder vom Bild im Internet und die Beschreibung stimmt meiner Meinung nach nicht, weil sie Sachen unterschlägt. Das ist mit Abstand das schlechteste Buch vom äußeren, das ich je hatte.


    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:

    Also ich hatte meine Probleme mit dem Buch. Das fing an mit dem Auspacken und endete erst als das Buch zu Ende war. Zeitsprünge, sich drastisch verändernde Charaktere (die man nicht wiedererkennt), zu viele Charaktere, Hauptprotas mögen kein Abba, zuviel Geschichte…. Ich finde, mit 3 Sternen und keiner Empfehlung ist das Buch mehr als gut bewertet.

  • Lucy Evans die von Beruf Lehrerin ist , hat sich eine sechsmonatige Auszeit genommen . Für einen kleinen Obulus bekommt sie in einem Dörfchen in den Cotsworlds ein Cottage , muss aber die 96 jährige Bunty , die Schwiegermutter ihrer Vermieterin , ab und zu unter die Arme greifen . Alles ist leichter als das : Bunty ist etwas egozentrisch und dann gibt es noch die alte Telefonzelle die zur Leihbücherei umgebaut werden soll . Und zu allem Überfluss gibt es dann auch noch den Nachbarn Sam , alleinerziehender Vater einer 14 jährigen Tochter . Lucy hat alle Hände voll zu tun ...


    Der Schreib - und Erzählstil ist leicht , flüssig und bildhaft . Die Protagonisten sind allesamt freundlich und herzlich . Ich könnte jetzt nicht sagen wer dabei heraussticht mir war das ganze Dorf sympathisch , trotz Klatsch und Tratsch . Die Spannung baut sich langsam aber stetig auf . Der Roman spielt sich in dem entzückenden Dörfchen Little Maudley ab das einem Postkartenidylle entsprungen sein könnte .


    Fazit : Da sich die einzelnen Kapitel zwischen Sam , Bunty und Lucy abwechseln und nicht allzu lang sind ist dieser Roman abwechslungsreich und kurzweilig zu lesen . Bunty hat ein Geheimnis das sich während des Krieges abgespielt hat und das während des Lesens sehr langsam an die Oberfläche kommt .Spannend zu lesen sind die Tagebucheinträge von Bunty . Stückchenweise kommt immer mehr aus ihrem langen Leben zum Vorschein . Mir hat Lucy ziemlich gut gefallen , da sie sich immer mehr in das Dorf und deren Bewohner hingezogen fühlt . Ich finde dieser schöne Roman hat seinen ganz eigenen Stil und Reiz . Es gab mir das Gefühl dass ich immer weiterlesen musste um Bunty's Geheimniss zu lüften . Es ist eine tolle Geschichte die mich in die Cotswolds eintauchen ließ . Dieses Buch bekommt auf jeden Fall meine Leseempfehlung .

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Wundervolle Auszeit vom Alltag


    Dieser bezaubernde Wohlfühlroman von Autorin Rachael Lucas ist wie gemacht für literarische Fluchten aus dem Alltag, wenn man sich zurücklehnen und einfach der Seele etwas Gutes tun möchte. Ich habe mich mit dieser Geschichte rundum wohl gefühlt, bin dem Charme des traumhaften Settings und der freundlichen Dorfbewohner erlegen und würde am liebsten selbst nach Little Maudley ziehen!


    Das Buchcover, dessen leuchtend rote Telefonzelle übrigens ein wichtiges Element der Handlung ist, passt perfekt zur idyllischen Atmosphäre des kleinen Örtchens in den englischen Cotswolds, wohin es die junge Lehrerin Lucy nach einem stressbedingten Zusammenbruch verschlagen hat. Sie sehnt sich nach Ruhe und kann ihr Glück kaum fassen, dass sie fortan eines der entzückenden kleinen Cottages ihr Zuhause nennen darf. Einzige Bedingung der Vermieterin: Lucy möge hin und wieder nach ihrer Schwiegermutter schauen und ihr unter die Arme greifen. Der 96-jährigen Bunty passt diese Bevormundung überhaupt nicht und sie wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die ihr aufgezwungene Gesellschaft. Doch schon bald haben Lucy und ihr kleiner Hund Hamish sich in das Herz der robusten Seniorin geschlichen, die stets einen frechen Spruch auf den Lippen hat, sich eine Schlange als Haustier hält und so einige Geheimnisse über die Kriegszeit hütet, in der sie an einer Top-Secret-Mission beteiligt gewesen war, wie man im Dorf munkelt. Lucys Interesse ist geweckt - sie hatte im Rahmen eines Forschungsprojektes ohnehin geplant, im nahegelegenen Bletchley Park über das Leben an der Heimatfront zu recherchieren und nun stellt sich heraus, dass bereits in Little Maudley großartige Geschichten darauf warten, von ihr entdeckt und für die Nachwelt niedergeschrieben zu werden. Schnell hat sie Anschluss in der kleinen Gemeinde gefunden, freundet sich mit der sympathischen Hundetrainerin Mel an, lernt den neugierigen Fragen der tratschsüchtigen Dorfladenleiterin Beth auszuweichen und genießt die Gesellschaft von Sam, einem alleinerziehenden Vater, dessen Teenagertochter Freya eine Art Ersatz-Oma in Bunty gefunden hat.


    Es ist keine actionreiche, spannungsgeladene Geschichte und natürlich ahnt man schnell, wie die Dinge sich entwickeln werden; trotzdem ist es der Autorin gelungen, dass sich nie Langeweile einschleicht. Man spürt richtig die Entschleunigung, die Erholung, die Lucy in Little Maudley erlebt - sie färbte auf mich ab und ich fühlte mich herrlich entspannt. All die bildreichen, detaillierten Beschreibungen ließen mich komplett in das Setting eintauchen und auch die wie aus dem Leben gegriffenen Figuren wirkten mit ihren Ecken und Kanten einfach authentisch und liebenswert. Erzählt wird in der dritten Person (hauptsächlich aus der Perspektive von Lucy und Sam, aber auch Bunty).


    Hinsichtlich Bletchley Park hätte ich zu gerne noch viel mehr über die damalige Rolle der Frauen erfahren, verstehe aber, dass diese Details eher in einen Geschichtsroman gehören würden und werde mich auf jeden Fall näher zu diesem interessanten Thema informieren.


    Fazit: Eine reizende, mit Humor und Romantik gespickte Feel-Good-Story über den Zusammenhalt einer Gemeinde, Neuanfänge und Freundschaft! Ideal für Englandbegeisterte, Hunde-Liebhaber und Geschichtsinteressierte.

  • süß und ohne Drama


    Worum geht es?

    Um die Lehrerin Lucy, die eine Auszeit sucht und sich nicht nur in den kleinen zauberhaften Ort Little Maudley verliebt.


    Worum geht es wirklich?

    Abstand zum Alltag, Freunde und Gemeinschaft.


    Lesenswert?

    Ja. Eine nette unterhaltsame Lektüre mit Wohlfühlfaktor. Lucy sucht Entspannung und Auszeit von ihrem stressigen Alltag und entdeckt in Little Maudley ein kleines Cottage, das sie mieten kann. Zudem soll sie ab uns an nach der betagten Nachbarin Bunty schauen, bei der es sich um die Schwiegermutter der Vermieterin handelt. Während gerade zu Beginn des Buches die Szenen sehr unterhaltsam und amüsant sind - denn das erste Zusammentreffen ist alles andere als einfach, so fehlt dieser Humor leider in späteren Szenen, stattdessen gibt es ein bisschen Wohlfühlstimmung, aber auch Erinnerungen an längst vergangene Tage und natürlich taucht ein Tagebuch auf. Dieser Handlungsstrang war für mich eher unnötig, auch nicht sonderlich spannend und ich habe der alten Dame einfach nur ihre Ruhe vor nervigen Nachfragen gewünscht. Ansonsten sind die beiden Protagonist*innen Lucy und Sam zwar ganz süß zusammen, aber nicht nachhaltig beeindruckend beim Leseerlebnis. Zuckersüß hingegen finde ich Bunty (samt Haustier!), Mel (Was für eine wunderbare Freundin!) und Sams Tochter Freya (Was für ein kluges Mädchen!), die anderen Dorfbewohner werden sehr einseitig porträtiert und sind eher einem Klischee entsprungen (zum Beispiel Helen).

    Optik des Buches ist sehr ansprechend und spiegelt gleich das Wohlfühlen wieder, sprachlich angenehm zu lesen, sodass man dieses Buch einfach in einem Rutsch lesen und sich ein kleines bisschen in diese zauberhafte Gegend träumen kann. Das war sehr schön - auch dass eben nicht viel Drama stattfindet und zum Ende des Buches auch keine unvorhergesehenen Wendungen und Probleme auftauchen.

    Ein bisschen seltsam erscheint mir der Fokus auf diese Telefonzelle, die zwar immer wieder in Erzählungen als Dorfmittelpunkt auftaucht, was aber irgendwie nicht so greifbar im Mittelpunkt des Buche steht, wie der Titel zum Beispiel vermuten lässt.

    Kein Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt, nichts großartig besonderes, aber eine schöne kurzweilige Lektüre für triste Stunden, die nicht aufregt, nicht grübeln lässt, sondern einfach ein bisschen Alltagsflucht bietet - und manchmal ist das ja genau das richtige.

  • Ein bisschen Urlaub


    Ins Auge gefallen ist mir das Buch schon bei den Neuerscheinungen im Inselverlag.
    Eine Geschichte mit Büchern, schöne Landschaft und Feelgood ..... hört sich gut an


    Den ersten Satz im Klappentext kann ich nur bestätigen, aber es ist auch Urlaub, Freundschaft, Zusammenhalt, Gemeinschaft, Liebe und ein bisschen Tiefgang.
    Ja es ist im ersten Moment eine kleine Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt. In der nichts geheim bleibt. In dem man sich im Gemeindehaus für alle möglichen Themen trifft, was das Dorfleben angeht. Aber wenn man die Leute kennen lernt, dann merkt man das viel mehr dahintersteckt.
    Eine gemeinsame Geschichte verbindet die alt eingesessenen Dorfbewohner, die mit dem Krieg zu tun hat. Einige sind redselig, andere möchten gar nicht oder nur ungern über die Zeit sprechen, so wie Bunty.
    Auch Bunty hat eine Geschichte aus dem Krieg, aber bisher hat sie es für sich behalten und dabei soll es auch bleiben. Alles TS - Top Secrets - Wenn da nicht Lucy wäre ...

    Es ist so schön zu sehen, wie die im ersten Moment griesgrämige Bunty langsam aber sicher mit Lucy Freundschaft schließt. Lucy versteht sie und merkt schnell wieso Bunty so ist wie sie ist und immer "auf Kriegsfuß" mit ihrer Schwiegertochter steht.
    Bunty ist ein herzensguter Mensch, nur zeigt sie es nicht jedem. Sie hat viel erlebt, und mit ihren 96 Jahren immer noch sehr selbstständig und fit im Kopf, ganz zum Trotz der Meinung ihrer Schwiegertochter.
    Ich habe Bunty schon gleich bei der ersten Begegnung ins Herzgeschlossen. Griesgrämig, grummelig und mit einem eigenen Humor - eigentlich zum Knuddeln, wenn sie zulassen würde ;)

    Mein Fazit: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    Eine tolle Geschichte in der ich als Leser mitten drin war und eine schöne Zeit in Little Maudley verbringen durfte. Ein Dorf liebenswerten Menschen, in dem man sich einfach wohl fühlt.
    Für alle, die gerne ein Feel-good-Gefühl beim Lesen möchten.

    Gegensätze ziehen sich an - ich bin voller Gegensätze und komme somit auch mit (fast) allen gut aus :-,

    ****

    "Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste."

    - Heinrich Heine -


    Bin dann mal :study:


    Suhanis Bücherblog

  • Ein süßer, britischer Roman mit Liebesgeschichte für zwischendurch


    Lucy ist als Lehrerin stark überlastet und braucht eine Auszeit von ihrem stressigen Arbeitsalltag in Brighton. Um sich zu schonen, nimmt sie sich eine halbjährige Auszeit in dem kleinen Dorf namens Little Maudley. Einzige Bedingung, damit sie günstig für die Zeit ein Cottage anmieten kann ist, dass sie täglich einmal zu ihrer 96-jährigen Nachbarin geht und schaut, ob sie in irgendeiner Weise behilflich sein kann.

    Als Geschichtslehrerin kommt ihr die Lage des kleinen Dörfchens ganz gelegen, da sie sich über Geschichten des zweiten Weltkrieges erkundigen kann. Im Dorf wird sie schnell von der Gemeinschaft aufgenommen und so wird sie fix mit in die Anliegen des Dorfes eingebunden. Es soll ein Buch mit geschichtlichem Hintergrund der Dorfbewohner entstehen und eine alte Telefonzelle soll als Leihbücherei umfunktioniert werden. Viel zu tun in ihrer Auszeit. Zu allem Überfluss scheint ihr Nachbar von gegenüber auch noch ganz attraktiv…


    Ein toller Roman für zwischendurch. Der Schreibstil ist sehr angenehm und man konnte sich schnell ein Bild von den Protagonisten machen. Durch den Schreibstil hat jede Figur ihr ganz eigenes Gesicht und eigenen Charakter bekommen. Schön finde ich auch, dass es hin und wieder kleine Passagen aus einem Tagebuch aus dem zweiten Weltkrieg zu lesen gibt. Das macht das Ganze noch interessanter und gibt spannende Einblicke des Lebens damals und in Erfahrungen der Tagebuchführerin.

    Die Telefonzelle auf dem Buchcover ist zwar immer mal wieder präsent, jedoch nicht so sehr, wie man vielleicht vermuten könnte. Aber das verdirbt einem keinesfalls die Lesefreude.


    Zusammengefasst kann ich die Lektüre jedem Liebesromanliebhaber empfehlen und besonders denjenigen, die Großbritannien und einen Hauch historischer Erzählung gut finden! Das Buch hat Witz und Leichtigkeit, aber auch Ernsthaftigkeit und realistische Probleme. Alles in allem ein gelungenes Rundumpaket. Auch als Nachtlektüre nicht zu verachten!


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

Anzeige