Chris Colfer - Eine geheime Akademie / A Tale of Magic

  • Kurzmeinung

    Pasghetti
    Die Vorgeschichte zu Land of Stories. Wahnsinnig spannend und magisch zu lesen.

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  • Kein neues Konzept, aber toll erzählt.


    Das Buch:

    Ich hatte im Vorfeld viel von den Land of Stories Büchern gehört, sie aber leider bisher nicht gelesen. Deshalb freut es mich jetzt umso mehr, dass ich mit diesem ersten Teil der Tale of Magic Reihe beginnen konnte. Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.


    Worum geht’s?

    Brystal Evergreen wächst in nicht besonders liebevollen Verhältnissen auf. Während ihre beiden Brüder studieren dürfen, ist es ihr sogar untersagt zu lesen und das obwohl sie nichts lieber tut. Ohne die Erlaubnis ihrer Eltern verschafft sich Brystal eine Putzstelle in der hiesigen Bibliothek und kann fortan Nacht für Nacht lesen. Eines Tages findet sie die Abteilung der verbotenen Bücher und hier ein Buch, das sie besonders fesselt – nicht zuletzt, weil die Autorin des Buches noch lebt. Ohne wirklich daran zu glauben, liest sie den magischen Spruch, der bestimmen soll ob jemand magische Fähigkeiten besitzt oder nicht. Und dann ändert sich alles!


    Charaktere:

    Brystal Evergreen ist ein sympathisches Mädchen, mit dem der Leser wegen der ihr zugefügten Ungerechtigkeiten mitfühlen kann. Und die Ungerechtigkeiten sind bisweilen wirklich haarsträubend. Angefangen damit, dass Mädchen ausschließlich zu Ehefrauen und Müttern erzogen werden bis hin zu der Tatsache, dass Bildung den Mädchen vorenthalten wird. Hin und wieder ist mir diese Figur vielleicht etwas zu weich und zu sehr auf das Wohl anderer bedacht, aber es gehört zu dieser Figur dazu.


    Madame Weatherberry ist eine Fee, die der Ungerechtigkeit in ihrer Welt den Kampf angesagt hat. Die Ungerechtigkeit besteht in erster Linie darin, dass Magie in allen 4 Königreichen verboten ist und als Verbrechen verfolgt wird. Also hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen zu beweisen, dass sie die magisch Begabten unbedingt brauchen und ihnen wieder den Respekt entgegenbringen, den diese verdienen. Als Leiterin ihrer eigenen Akademie versucht sie diese Einstellung weiterzugeben und ist dabei sehr beharrlich. Ich mag diese Figur, insbesondere weil sich zum Ende des Buches eine ganz andere Seite von ihr offenbart. Und obwohl der Leser damit vielleicht nicht rechnet, bleibt die Sympathie für Madame Weatherberry bestehen. Ich konnte sie sogar sehr gut verstehen.


    Wie es in solchen Geschichten üblich ist, bekommt die Protagonistin eine beste Freundin. Lucy könnte nicht weniger ähnlich sein und gerade das macht den Reiz aus, wie ich finde. Während Brystal immer nett ist und immer für alle das Beste will, erscheint Lucy anfänglich als die Böse, als jene, die die anderen weniger wertschätzt als sich selbst. Sie wirkt irgendwie hochnäsig, abwertend und sehr, sehr eitel. Tief in ihrem Inneren steckt aber auch hier ein herzensgutes Mädchen, welches sich perfekt in das Geflecht einfügt. Dies ergibt sich jedoch erst im Laufe der Geschichte. Am Anfang mochte ich sie so gar nicht.


    Die Namen der Figuren finde ich wunderbar gewählt. Immer wieder musste ich grinsen, wenn klar wurde, dass die Namen irgendwie immer zur Person passen. Es rundet die Geschichte auf eine schöne Weise ab.


    Schreibstil:

    Das Buch lässt sich durchweg leicht lesen und hat keine Längen. Erzählt wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers und bereits am Anfang kann man sich gut vorstellen, dass Oma im Schaukelstuhl sitzt und ihren aufmerksamen Zuhörern von den alten Zeiten erzählt.


    Selbst wenn der Aufbau der Geschichte nicht neu ist, so ist sie doch wundervoll erzählt. Der Autor versteht es, seinen Leser für die Ziele seiner Protagonisten zu begeistern und sie ihnen nahe zu bringen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich gerade junge Leserinnen mit Brystal identifizieren können. Immerhin schafft sie es, von einem unterdrückten Mädchen zur Anführerin zu werden.


    Auch hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass leise Sozialkritik deutlich wird. Gerade in den Passagen in denen die Königreiche vorgestellt werden, macht Colfer die Doppelmoral ihrer Herrscher deutlich. Ich empfand es als spannend und es machte sich der Gedanke breit, dass es in der Realität gar nicht so viel anders ist.


    Am Ende wird es mir dann etwas zu pathetisch. Es ist die Rede davon, dass Brystal die Welt rettet und natürlich bekommen die Freunde alle ihre Forderungen bei König Champion durch, ohne dass dieser auch nur in Erwägung zieht, dagegen zu intervenieren. Das ging mir dann etwas zu leicht und zu schnell – auch wenn ich mich natürlich über den Erfolg gefreut habe und es auch zum Grundtenor passte, nach dem Madame Weatherberry erreichen wollte, dass die Menschen wieder daran glauben, dass sie die magisch Begabten brauchen. Dies ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt und andere mögen vielleicht genau das. Verdient haben die Freunde nach den vielen Abenteuern und Kämpfen diesen Sieg auf jeden Fall.


    Die Geschichte ist für die Altersklasse ab 11 Jahre durchaus empfehlenswert. Der Autor schreibt sehr bildlich, sodass man sich seine Welt gut vorstellen kann und das finde ich gerade für Kinder- und Jugendbücher sehr wichtig. Auf den letzten Seiten im Dank erwähnt der Autor Illustrationen, die im e-book allerdings nicht zu finden sind. Lediglich die Karte der Welt taucht dort auf.


    Fazit:

    Lesenswertes Abenteuer mit sympathischen Protagonisten, die ein ehrenwertes Ziel verfolgen und natürlich am Ende siegreich sind. Leichter Schreibstil und vor allem tolle Namen machen die Geschichte zu einem Lese-Genuss für große und kleine Leser. Ich freue mich auf den 2. Teil!


    4,5 von 5 Sternen.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Chris Colfer - Eine geheime Akademie“ zu „Chris Colfer - Eine geheime Akademie / A Tale of Magic“ geändert.
  • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    "Prequel zu 'Land of Stories'" habe ich zu diesem Buch irgendwo gelesen. Schon deshalb wollte ich es unbedingt lesen, war ich von dieser ersten Fantasy-Reihe von Chris Colfer doch sehr begeistert! "Tale of Magic" ist von der Geschichte her aber deutlich anders. Vor allem viel düsterer! Nach dem ersten Drittel dachte ich schon: wo führt das denn noch hin? Zum Glück wurde es dann doch wieder etwas besser für unsere tapfere Protagonistin, bevor es am Ende wieder zu einem heftigen Showdown kommt. Und ganz am Schluss erkennt man schließlich auch die Verbindung zu der 'Land of Stories'-Reihe.


    "Tale of Magic" ist ein wunderbares Fantasy-Jugendbuch, das vor allem auch wichtige Weisheiten in Bezug auf Minderheiten und Diversity liefert, und warum Menschen immer jemanden brauchen den sie als 'unter sich stehend' betrachten können um sich selbst besser zu fühlen. Sehr bezeichnend war in diesem Zusammenhang auch die Szene mit den Richtern, wie sie überlegen in welcher Art & Weise sie die aktuelle Krise jemanden anhängen können. Man merkt, dass Chris Colfer seinen LeserInnen zu diesem Thema etwas vermitteln möchte!

  • Ernste Themen in einem spannenden Fantasysetting



    Klappentext


    „Willkommen in Madame Weatherberrys geheimer Akademie!



    Brystal Evergreen liebt Bücher. Aber im Südlichen Königreich, wo sie lebt, ist Lesen für sie verboten. Als sie trotzdem an ein geheimnisvolles Buch gerät, ändert sich ihr Leben für immer: Brystal erfährt, dass sie magische Fähigkeiten besitzt! Sie wird an einer geheimen Akademie aufgenommen, wo sie zusammen mit anderen Schülern in guter Magie ausgebildet wird.


    Doch die magische Gemeinschaft kennt nicht nur gute, sondern auch böse Magie. Brystal, die zu Erstaunlichem bestimmt ist, findet sich mit ihren Freunden plötzlich inmitten eines Kampfs gegen finsterste Hexenkraft wieder. Und nicht nur die Zukunft der Akademie ist in Gefahr – sondern das Schicksal der ganzen Welt.“



    Gestaltung


    Ich bin so unglaublich verliebt in das Cover! Ich fand schon die Gestaltung der „Land of Stories“-Bücher super und daher gefällt es mir sehr, dass auch die neue Reihe von Chris Colfer sich an die Buchaufmachung seiner ersten Reihe anlehnt. Mit der silbrigen Umrandung und den Schnörkeln wird das Cover in verschiedene Elemente geteilt, die dennoch zusammen ein Bild ergeben. Die Illustrationen des Schlosses, eines Einhorns, eines Greifs und der Landschaft gefallen mir sehr. Auch die Farbgebung wirkt so lebendig und farbenfroh, dass ich mir das Cover gerne ansehe und es auffällt.



    Meine Meinung


    Als großer „Land of Stories“-Fan war schon als ich das erste Mal von „Tale of Magic“ hörte klar, dass ich auch diese Reihe einfach lesen muss. In dem Auftaktband geht es um Brystal, die entdeckt, dass sie magische Fähigkeiten besitzt. So gelangt sie an Madame Weatherberrys geheime Akademie, wo sie in Magie ausgebildet wird. Es gibt jedoch nicht nur gute Magie, sodass sich Brystal mit ihren Freunden plötzlich in einem Kampf um das Schicksal der Welt wiederfindet…



    Mir gefielen die kritischen Klänge, die Chris Colfer mit seiner neuen Reihe anschlug, denn in „Eine geheime Akademie“ greift der Autor das Thema der Frauenrechte auf, da Frauen beispielsweise nicht mal ein Buch lesen dürfen. Auch zeichnet er eine Welt, in der Magie verboten ist. Personen, die zu Magie fähig sind, werden teilweise sogar geächtet. Somit befasst sich der Auftakt mit Gleichberechtigung, Akzeptanz und Anerkennung, welches meiner Meinung nach Themen sind, die auch in unserer Welt eine bedeutende Rolle spielen.



    Neben diesem interessanten Setting ist auch die Handlung von „Tales of Magic“ überzeugend und spannend, denn sobald die Protagonistin Brystal in der Akademie ankommt, überschlagen sich die Ereignisse, da eine Überraschung die nächste jagt. Besonders gefiel mir auch, welche Entwicklung die Handlung einnahm und welche Richtung sie einschlug, denn das Ende lässt mich mehr als neugierig zurück. Ich möchte gerne wissen, wie sich die Geschichte von Brystal im nächsten Band weiter entfalten wird.



    Die Charaktere haben mir auch gut gefallen, wobei für mich vor allem die Protagonistin am greifbarsten wurde. Über sie erfuhr ich am meisten und sie lernte ich auch am besten kennen, sodass ich hoffe, dass ihre Freunde und die anderen Nebenfiguren in der Fortsetzung noch genauer beleuchtet werden. Brystal war in meinen Augen eine super Protagonistin, da sie trotz der Verbote für Frauen, ihr Ding durchzieht. Sie steht für das ein, was sie mag und umgeht die Verbote.



    Fazit


    Mit „Tale of Magic – Eine geheime Akademie“ hat Chris Colfer wieder eine tolle Fantasygeschichte erschaffen, die nicht nur mit dem interessanten Setting überzeugt. Ernste Themen wie Frauenrechte und Akzeptanz werden aufgegriffen und thematisiert. Zudem fand ich die Handlung klasse, da sie voller Überraschungen steckte und sich in eine interessante Richtung entwickelt hat. Ich bin sehr gespannt, was der nächste Band für mich bereithalten wird.


    5 von 5 Sternen!



    Reihen-Infos


    1. Tale of Magic – Eine geheime Akademie


    2. Tale of Magic – Eine dunkle Verschwörung (erschient am 29.September 2021 auf Deutsch)


    3. A Tale of Sorcery... (erscheint am 28. September 2021 auf Englisch)

  • Über den Autor (Amazon)

    Chris Colfer ist Schauspieler und Autor. Bekannt wurde er vor allem durch die Rolle des Kurt Hummel in »Glee«, für die er unter anderem 2011 mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet wurde. Alle »Land of Stories«-Bände erschienen auf der New York Times-Bestsellerliste.


    Produktinformation (Amazon)

    Herausgeber : FISCHER Sauerländer; 1. Edition (10. März 2021)

    Sprache : Deutsch

    Gebundene Ausgabe : 464 Seiten

    ISBN-10 : 3737357846

    ISBN-13 : 978-3737357845

    Lesealter : 11 Jahre und älter

    Originaltitel : A Tale of Magic


    Kampf gegen die Schneekönigin

    Brystal Evergreen ist ein Bücherwurm. Doch eigentlich ist in ihrer Heimat das Lesen für Mädchen verboten. Sie tut alles, um dieses Verbot zu umgehen und entdeckt in der Bibliothek ein geheimnisvolles Buch. Dadurch erfährt sie, dass sie magische Fähigkeiten hat. Sie kommt in einer geheimen Akademie unter, wo sie mit noch ein paar anderen Schülern in guter Magie ausgebildet wird. Doch es gibt auch böse Magie. Brystal hat erstaunliche Kräfte und ist dazu bestimmt, gegen finstere Hexenkraft zu kämpfen. Es ist nicht nur die Akademie in Gefahr, auch die ganze Welt.


    Meine Meinung

    Im Prolog lesen wir, wie die Leiterin der besagten Akademie die Könige von deren Wichtigkeit zu überzeugen versucht. Aber nur der König des Südlichen Königsreich gibt etwas nach. Und dann geht die Geschichte erst richtig los. Ich war dank des angenehm unkomplizierten Schreibstils des Autors schnell in der Geschichte drinnen und nichts – keine Unklarheiten im Text – störte den Lesefluss. Ich konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Hier in Brystal, die eine große Leseratte ist und das verheimlichen muss. Was sie dafür alles tut und wie es geschieht, dass sie von ihren magischen Fähigkeiten erfährt, das soll der geneigte Leser selbst lesen. In der Akademie lernt sie mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sie auszubauen. Was dann am Ende passiert, das hätte ich so nicht erwartet, es war wirklich überraschend. Das Buch war von Anfang an durchgehend spannend und ich habe es begeistert gelesen. Es hat mich gefesselt, mir sehr gut gefallen und mich gut unterhalten. Ein richtig schöner Fantasy-Roman der eine Fortsetzung verdient hat. Von mir eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • In einem Land zu leben, in dem Frauen Intelligenz abgesprochen wird, ihnen als Ausbildung lediglich die zur Ehefrau und Mutter offensteht, und ihnen sogar das Lesen verboten ist, ist für Brystal Evergreen die reinste Hölle. Dann stellt sie auch noch fest, dass sie magische Fähigkeiten hat, auf die die Todesstrafe steht …


    Madame Weatherberrys geplante Akademie für Magie könnte für Brystal und andere lebensrettend sein, und soll dabei helfen, den Magischen einen besseren Ruf zu verleihen. Aber ob das wirklich erfolgversprechend ist, wenn die Krise im Norden sich weiter ausbreitet?


    Chris Colfer hat eine neue Reihe gestartet, und wer Land of Stories bereits kennt, wird feststellen, dass er alte Bekannte trifft – wobei diese sich noch in ihrer Jugend befinden. Die jungen Magischen, die Madame Weatherberry um sich schart, kamen mir zumindest alle schnell bekannt vor.


    Schon optisch ist dieser Roman wieder ein Genuss, das Cover ist schon fast ein Wimmelbild, das man länger betrachten kann, innen gibt es neben einer farbigen Deckelillustration eine Karte und kapiteleinleitende Illustrationen, die immer gut passen.


    Die Geschichte ist nett erzählt und lässt sich zügig lesen, manches geht mir allerdings zu schnell, vor allem in Zusammenhang mit der Akademie. Brystal selbst ist ein bisschen sehr perfekt gezeichnet, da gefällt mir die ambivalent dargestellte Lucy Goose schon besser. Der Autor erzählt wieder mit viel Phantasie und gibt dem Kopfkino reichlich Arbeit. Gut gefallen hat mir die gesellschaftskritische Ausrichtung der Geschichte.


    Gegen Ende gibt es eine überraschende Enthüllung, die mir nicht ganz so gut gefällt, und auch hier geht manches ein bisschen zu schnell. Dennoch bin ich gespannt, wie es mit der Reihe weitergeht.


    Der erste Band der neuen Reihe von Chris Colfer ist wieder sehr magisch und legt einen guten Grundstein für weitere Geschichten. Empfohlen ab 11 Jahre werden auch phantasiebegabte Erwachsene, die das Genre mögen, gut unterhalten. Man darf auf die weiteren Bände gespannt sein.

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