Michaela Baumgartner - Debütantenball

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  • Debütantenball von Michaela Baumgartner ist im Januar 2021 im Gmeiner Verlag erschienen.


    Über die Autorin (lt. Verlag):

    Michaela Baumgartner studierte Geschichte, Germanistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien und arbeitete zunächst als Sachbuch-Lektorin und freie Journalistin bei verschiedenen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen. Nach der Geburt ihrer Tochter war sie als Kommunikationstrainerin, vorwiegend für Schweizer Unternehmen, tätig. Mittlerweile leitet sie seit vielen Jahren eine Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und Corporate Publishing in Wien. Mit ihrem Romandebüt will die gebürtige Oberösterreicherin und gelernte Buchhändlerin das traditionsreiche Genre des englischen Regency-Romans um eine österreichische Variante bereichern.


    Über das Buch (lt. Verlag):

    Der Kongress beginnt, die Reichshauptstadt vibriert. Auch im Haus des Grafen Friedrich von Wohlleben herrscht helle Aufregung, immerhin steht das gesellschaftliche Debüt seiner jüngsten Tochter Fanny kurz bevor. Doch nicht nur das. Mit ihren plötzlichen Kaprizen stiftet die kleine Komtesse allerhand Verwirrung, die sonst so besonnene Schwester Sophie tanzt unerwartet aus der Reihe und auch Bruder Georg, ein schneidiger Offizier, gerät völlig aus dem Takt …


    Allgemeines:

    Erschienen am 21.01.2021 als TB mit 344 Seiten für 13,50 €

    und als ebook für 4,99 €


    Mein Leseeindruck:

    Äußerlich betrachtet zeigt sich das Buch eher glatt und wenig griffig, das Cover ist farbenfroh und soll wohl einen Maskenball zeigen. Der Klappentext wirkt ansprechend. Das Buch hat durch seine seitliche Darstellung einen hohen Wiedererkennungswert des Verlages.


    Aber kommen wir zum Inhalt des Buches und damit zum ersten bzw. dem Einleitungssatz: "ENDLICH!" Dieser Satz offenbart zwar noch kein großes Geschehen, dennoch klingt er fast wie ein Seufzen und wirkt dadurch schon wieder interessant.


    Der Roman handelt eigentlich von den drei Geschwistern: Georg, Sophie und Fanny, die in gutem Hause erzogen wurden und deshalb in noch besseren Kreisen verkehrten oder verkehren sollten/wollten. Denn schließlich ist eine gute Partie sehr wichtig für die gesellschaftliche Stellung.

    Eigentlich ist die komplette Geschichte um Fannys Debütantenball angesiedelt. Fanny, die jüngste Tochter soll nun endlich in die Gesellschaft eingeführt werden und auch bestenfalls ihren zukünftigen Mann kennenlernen. Das dieses nicht so einfach wird, ist ja wohl klar. Denn Fanny hat ihren eigenen Kopf und möchte zuerst mal einige Sachen ausprobieren. Gute Unterstützung hat sie hierbei von Elisabeth, die sie unter ihre Fittiche nimmt. Allerdings ist Elisabeth auch kein unbescholtenes Blatt.


    Dann wäre da noch Sophie, deren Verlobter Ludwig im Krieg als vermisst galt. Sophie trauert sich lange und widmet sich ebenfalls der Männerwelt zu. Allerdings gibt es zum Ende des Romans, dann eine Überraschung.


    Dann ist da noch Georg, der älteste Bruder. Er schmückt sich gerne mit Damen des Adels und lässt nichts anbrennen. Hm... eigentlich lassen alle drei Kinder nichts anbrennen. Ihr wisst schon, was ich meine.


    Erwähnen möchte ich aber unbedingt noch den Schreibstil der Autorin. Ich würde ihn als außergewöhnlich bezeichnen. Außergewöhnlich, aber zeitgemäß, wenngleich es durch die gekünstelte Sprache oft auch etwas hölzern klingt und anstrengend beim Lesen ist. Dennoch passt die Sprache sehr gut in das Zeitbild und lässt die Geschichte bzw. die drei Handlungsstränge lebhaft erscheinen.


    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. so dass ich mir eine Fortsetzung wünsche würde.



    Fazit:

    Der historische Roman "Debütantenball" von Michaela Baumgartner ist eine leicht frivole Geschichte um drei Geschwister, die um den gesellschaftlichen Rang kämpfen. Auf über 340 Seiten schafft die Autorin eine heimelige Atmosphäre, die durch eine leicht gekünstelte, manchmal auch affektierte Sprache in die vergangene Zeit versetzt. Die Protagonisten harmonieren sehr gut miteinander und auch die einzelnen Szenen und Situationen wirken gut recherchiert und nachvollziehbar. Ich fühlte mich durchgängig gut unterhalten und würde mich über einen Nachfolgeband sehr freuen.



    Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

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