Romy Fölck - Mordsand

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  • Kurzbeschreibung



    Am Strand der Elbinsel Bargsand entdecken Spaziergänger ein Skelett, das Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Kriminalpolizei Itzehoe Rätsel aufgibt. Wer war dieser Mann, der dort vor dreißig Jahren mit gefesselten Händen im Schlick vergraben wurde? Wenig später wird auf einer Nachbarinsel ein Hamburger Bauunternehmer tot aufgefunden - ebenso gefesselt wie das Opfer von Bargsand. Die Spur führt in die damalige DDR - zu vier Jungen und einem Pakt, der Jahre später einen grausamen Plan reifen lässt ...



    Autor


    Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in der Elbmarsch bei Hamburg.



    Meine Meinung


    Die Kripo Itzehoe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn haben aktuell bezüglich zweier männlicher Leichenfunde zu ermitteln. Eine unidentifizierte Leiche wurde gefesselt im Schlick auf der Elbinsel Bargsand gefunden. Sie scheint schon sehr lange dort zu liegen und in seiner Hand findet sich ein Metallplättchen. Die zweite Leiche ist der Hamburger Bauunternehmer Jochen Kirsten. Der 47jährige wurde auf der Nachbarinsel auch gefesselt aufgefunden. Von ihm weiß man, daß er in der Gegend nicht sehr beliebt war, da er für die Elbvertiefungen zuständig war und damit den Fischern ein Dorn im Auge war. Außerdem scheint er ein Alphatier und Frauenliebling gewesen zu sein, er hinterläßt eine Tochter. Es muß einfach eine Verbindung zwischen den beiden geben, denn gerade die Fesselung kann kein Zufall gewesen sein. Es ist einiges an Recherchearbeit notwendig, um hier voranzukommen.


    Parallel dazu erfährt der Leser in Rückblicken in die 80er Jahre von Kinderheimen, Heimen für Schwererziehbare und auch einem Jugendwerkhof in der ehemaligen DDR.



    Ich kenne alle Vorgängerbände und bin ein Fan der Autorin. Sie hat mit ihrem neuen Fall für Paulsen und Haverkorn wieder einen absolut fesselnden Band geschrieben. Der Plot war komplex mit vielen Wendungen und Nerven aufreibend, was vor allem den Geschehnissen in der früheren DDR geschuldet ist. Dieser Part ging wirklich unter die Haut, ließ einen frieren, war brutal und schockierend – hier fehlen mir fast die Worte über diese Ungeheuerlichkeiten. Ansonsten wurde die Polizeiarbeit realistisch geschildert, das Team um die beiden arbeitet engagiert und eng zusammen. Die Atmosphäre und die Schauplätze waren bildhaft beschrieben und die Figuren waren einfach menschlich mit all ihren Facetten. Das Privatleben von Frida und Bjarne wurde wohl dosiert eingearbeitet und auch weiter entwickelt, wobei jeder auch hier seine Probleme zu bewältigen hatte. Ich denke, daß auch Neueinsteiger kein Problem hätten, dem Familienleben zu folgen. Das Cover finde ich wieder ausgesprochen gelungen.


    Für mich war es eine gelungene Fortsetzung und ich warte jetzt schon gespannt auf den nächsten Band. Von mir gibt es jeden Fall eine Leseempfehlung!

  • Frieda ermittelt auf den Elbinseln


    Auf der Elbinsel Bargsand wird ein Totenschädel gefunden und die dazu gehörige skelettierte Leiche aus dem Schlick freigelegt. Dort scheint sie schon seit 30 Jahren zu liegen. Wer ist der namenlose Tote? Kurz darauf sitzt noch ein zweiter Toter im Sand, zwar auf einer Nachbarinsel und ganz frisch gemeuchelt, der Mord zeigt jedoch merkwürdigerweise die gleiche Vorgehensweise.

    Also wieder Mords was los im Elbmarsch....


    „Mordsand“ von Romy Fölck, auch dieser mittlerweile vierte Fall, für das sympathische Team rund um die Ermittler Frieda Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe, ist eine spannende Angelegenheit.

    Dieses Mal führt eine Spur in die dunkle DDR-Vergangenheit mit seinen berüchtigten Jugendwerkhof Torgau, eine Umerziehungsanstalt der übelsten Art! Der Sprung in diese nahe Vergangenheit hat es in sich und sorgen für Entsetzen und Gänsehautfeeling. Gut das es auf der anderen Seite Frieda und ihren heimeligen Apfelhof gibt. Nach dem vierten Band fühlt man sich dort droben im Norden sofort wieder heimisch;) selbst wenn man hier im fernen Bayern sitzt! Der Fall ist wirklich wieder raffiniert gestrickt, liest sich flüssig und sorgt für spannende Stunden!

    Mein Fazit:

    Ein toller neuer Fall, mit einem spannenden und erschütternden Thema, das mir bislang noch unbekannt war! Vergangenheitsbewältigung ist immer eine gute Sache, trägt dazu bei über Unrecht aufzuklären, es nicht zu vergessen und der Opfer zu gedenken! Kenne bislang alle Bände, von mir also absolute Leseempfehlung;)

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :study:

  • Der vierte Fall für Frida und Bjarne. Auf einer Elbinsel wird ein Skelett gefunden, ein paar Tage später eine Leiche. Beide sind auf ähnliche Art getötet worden. Obwohl ca. 30 Jahre zwischen den Fällen liegen, scheinen sie zusammen zu gehören.

    Ich habe alle Krimis mit den beiden gelesen. Sie lassen sich unabhängig von einander lesen. Nur das Privatleben der beiden ist fortlaufend. Da es aber mit dem eigentlichen Kriminalfall nichts zu tun hat kann man ohne Schwierigkeiten dem Geschehen folgen. Mit der einen oder anderen Frage warum ist dieses oder jenes so kann man gut leben. Obwohl das Privatleben der beiden eine große Rolle spielt. Es ist ein normales Leben im Gegensatz zu anderen Krimiserien mit wenig Alkohol oder sehr großen persönlichen Problemen die dann die Arbeit beeinträchtigen.

    Mir gefällt das sehr. Ermittler oder Polizisten müssen ein Leben nach der Arbeit haben und keinen 24 Stunden, 7 Tage die Woche Dienst. Gleichzeitig soll die Spannung aber nicht auf diesen Bereich liegen. Anspruchsvoll ich weiß.

    Eingeflochten sind kurze Sequenzen aus der Vergangenheit. Berichte aus einem Jugendwerkhof der ehemaligen DDR. Es sind grausame Ausschnitte die der Wahrheit entsprechen ( Ich habe mich außerhalb dieses Buchs informiert - http://www.jugendwerkhof-torgau.de/ -).

    Erst irritieren sie beim lesen weil sich kein Zusammenhang herstellen lässt. Aber es muss ja einen geben. Das zeichnet sich nach und nach ab, dadurch entwickelt sich auch die Spannung. Wer sind die Opfer und wer die Täter.

    Jede Figur hat eine Geschichte die erzählt wird, auch die Nebenfiguren sind wichtig nicht nur um uns Leser in die Irre zu führen sondern auch um auf bestimmte Details aus dem Zeitgeschehen aufmerksam zu machen. Alle sind so authentisch gezeichnet das ich ohne Schwierigkeiten mein Kopfkino mit bunten Bildern füllen konnte.

    Es ist leicht dieser Autorin zu folgen denn das Geschehen baut logisch aufeinander auf.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher.

  • Eine Leiche im Schlick und ein altes Geheimnis


    Romy Fölcks Regionalkrimis bestechen durch die Landschaft der Elbmarsch und die Charaktere, die man als Leser*in schon fast lieb gewonnen hat.

    Ich hatte zuvor bereits Sterbekammer gelesen und war ganz begeistert. "Mordsand" bleibt beim Aspekt Spannung dahinter zurück. Liest sich aber dennoch gut.


    Ein eingegrabenes Skelett wird im Schlick der Elbinsel Bargsand gefunden. Zunächst gibt es keine Hinweise auf die Identität. Bevor die Kommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn in diesem Fall weiterkommen, wird auf der Nachbarinsel Füürsand eine Leiche gefunden, ebenfalls im Schlick vergraben. Hängen die Fälle zusammen? Die neue Leiche ist rasch identifiziert. Es ist der unsympathische Hamburger Bauunternehmer Jochen Kirsten, der in die umstrittene Elbvertiefung involviert ist.

    Während Frida einen nächtlichen Eindringling auf dem elterlichen Hof überrascht, erhält Haverkorns Tochter Henni überraschend Besuch von einem alten Freund, der so schnell nicht wieder gehen will.


    In "Mordsand" werden die Entwicklungen im Privatleben der Kommissare weiter vorangetrieben. Der Aufwärtstrend auf dem alten Obsthof der Paulsens, die neue Nutzung der Scheune und die Beziehung zwischen Haverkorn und seiner Tochter. Man braucht die vorherigen Teile nicht unbedingt gelesen zu haben, um sich rasch in das Gefüge der Charaktere einzufinden. Das Personal ist einem schnell vertraut.


    Beherrscht wird der Krimi nicht so sehr durch die Ermittlungsarbeit, sondern durch die Rückblicke in verschiedene DDR-Heime in den 1980er Jahren. Diese Einschübe beginnen recht früh im Krimi und wechseln sich mit dem aktuellen Geschehen ab. Leider wird schon auf dem Klappentext der Hinweis gestreut, dass eine Spur in die ehemalige DDR und zu einer Gruppe Jungen führt. Das ist unnötig und raubt schon etwas von der Spannung. Die Autorin hat sich einem brisanten Thema zugewandt und dieses sehr gut recherchiert. Die Einbindung in einen Kriminalfall ist grundsätzlich eine hervorragende Idee, denn reichlich Potential für Rache ist gegeben. Mich hat die Umsetzung aber nicht ganz überzeugt. Es gab einige Punkte in der Handlung, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren.


    Dennoch habe ich den Krimi sehr schnell durchgelesen und fühlte mich gut unterhalten. Eine Stärke ist sicherlich die Beschreibung der Umgebung und der Menschen in der Elbmarsch. Das wird alles ganz plastisch und lebendig geschildert, als wäre man direkt vor Ort. Für alle Fans der Reihe ein Muss, nicht so spannend wie "Sterbekammer" und für mich etwas holprig in der Umsetzung des Kriminalfalls. Dreieinhalb Sterne.

  • Das Buch ist der vierte Band der Reihe um die Kommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Für mich war es das erste Buch der Reihe. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass etwas fehlt. Das Buch ist in sich abgeschlossen und und die Nebenhandlung ist nicht allzu dominant.

    Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart werden die Ermittlungen aus Sicht der Polizei beschrieben. Zwischendurch gibt es Einschübe aus den 80iger Jahren. Dort erzählt ein Jugendlicher seine Erlebnisse in Heimen und Jugendwerkhöfen in der DDR. Dieser Part war besonders beklemmend. Einiges konnte ich selbst nachvollziehen, da wir in der Ausbildung Kontakt mit Mädchen aus einen Jugendwerkhof hatten.

    Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Atmosphäre hat mir gefallen. Auch hat mir die Personenbeschreibungen zugesagt. Es agieren ganz normal Menschen ohne große Macken. Die Spannung hielt sich in Grenzen, da auf dem Klappentext zu viel verraten wird. Den Schluss fand ich etwas überstürzt und es gab meiner Meinung nach eine Wendung zu viel. Da wurde es dann etwas unglaubwürdig.

    Das Buch bietet solide Krimikost und hat mich gut unterhalten.

    Sub: 5425:twisted: (Start 2021: 5421)

    gelesen 2021: 31 / 1 abgebrochen

    gelesen 2020: 92 / 2 abgebrochen / 42592 Seiten

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten


    :montag: Katja Bauer / Maria Fiedler - Die Methode AfD

    :study: Lutz Wilhelm Kellerhoff - Teufelsberg

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

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