Moritz Heger - Aus der Mitte des Sees

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  • Lukas der in einem Benediktinerkloster als Mönch lebt stellt das Leben so wie er es führt in Frage . Sein Mitbruder Andreas , der jüngste , hat vor kurzem wegen der Liebe das Kloster verlassen . Jetzt sind nur noch sechzehn Mönche übrig , davon die meisten im gesetzteren Alter . In diesen Tagen lernt Lukas Sarah kennen .


    Der Schreibstil ist mir sofort aufgefallen : Ruhig , fast schon poetisch , sehnsuchtsvoll und im Briefstil . Die Spannung zieht sich wie eine gespannte Schnur durch das Buch , es gab für mich kein auf und ab . Die Protagonisten sind glaubwürdig dargestellt .


    Fazit : Es wird aus Sicht des Benediktiner Lukas erzählt und zwar so als ob er einen langen Brief an die mitwirkenden Personen schreibt . Auf den ersten Seiten musste ich mich erst mal auf den doch für mich ungewöhnlichen Schreibstil einstellen . Ich war erst ein wenig skeptisch deswegen aber nach und nach bin ich immer besser hineingekommen . Zwischendurch zieht sich dieser Roman aber in die Länge . Es gibt insgesamt wenige Protagonisten die mitwirken so bleibt die Geschichte sehr übersichtlich .

    Die einzelnen Kapitel umfassen vierzehn Tage .

    Es ist ein Buch das außer der Reihe liegt . Es ist eine Erzählung die tiefgründig und voller Fragen ist . Lukas liegt vieles auf der Seele . Unter anderem auch welchen Weg der junge Mönch einschlagen will oder soll . Er ist im Zwiespalt mit sich und der Welt und dem Leben was er gerade führt . Ich habe mich auf diese Geschichte ganz unvoreingenommen eingelassen aber mir hat sie dann doch nicht gelegen . Ich habe lange überlegt wie viel Sterne ich geben soll . Es war gar nicht so einfach , weil das Buch doch anspruchsvoller ist aber meine Richtung war es leider nicht .

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  • Vom Wasser geschwommen zu werden


    3 Punkte


    In heutigen Zeiten, wo die Medien einander überbieten, um die Skandale der katholischen Kirche anzuprangern, kommt dieses leise, verhaltene Buch daher und wirft den Fokus auf das Innenleben eines ganz normalen Mönchs. Schonungslos, ehrlich und dabei ganz unspektakulär gewährt er den Lesern Einblick in eine existenzielle Situation, die sich Laien nur schwer vorstellen können und die sich wie ein Mosaik aus lauter kleinen Details zusammensetzt.


    Sensationsheischende werden enttäuscht, gerade weil es auch um die aufkeimende Beziehung zu einer Frau geht, erst bei seinem Bruderfreund und dann bei ihm selbst. Erstaunlich, welch starke Empathie den evangelischen Theologen wohl antreibt, um sich des urkatholischen und hochumstrittenen Themas Zölibat so eindringlich zu widmen. In dieser Intensität hebt sich das Buch ab von gewöhnlicher Unterhaltungsliteratur. Ganz schlicht geht es um Liebe, Geburt und Tod.


    Vorsicht, Spoiler: das letzte Kapitel fand ich ein bisschen kitschig.


    Das Stilmittel ist der innere Monolog, gerichtet unter anderem an den alten Bruder Alban als imaginären Gesprächspartner. Und über all den menschlichen Irrungen ruht eine idyllische Natur, die das Kloster schützend umhüllt und die Heber in all ihrer Sinnlichkeit beschreibt. Mittelpunkt des Ganzen ist der See, der gleichzeitig eine Projektionsfläche für die strauchelnde Seele abgibt.


    In seinem Ringen um Exaktheit kreiert der Autor originelle Wortkonstruktionen, man muss deshalb genau und sorgfältig lesen, um nichts misszuverstehen. Ganz lakonisch mischt er alltägliche Beobachtungen mit lebenswichtigen Fragen.


    Für spirituell Aufgeschlossene ein inspirierendes Buch.

  • Aus der Mitte des Sees



    Ein interessantes Buch mit einer guten Grundidee.



    Inhalt:


    Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.



    Fazit:


    Die Grundidee der Geschichte gefiel mir ganz gut. Zufälligerweise musste ich in Religion ein Referat über den Benediktinerorden halten, weshalb ich mich sehr freute, als ich das Buch auf Vorablesen gewonnen habe.


    Der Schreibstil ist zwar flüssig, zieht sich jedoch sehr in die Länge. Bei sehr vielen Stellen wird über die Gedanken der Hauptperson Lukas geschrieben. Meiner Meinung nach hätte man ein paar Stellen kürzen können.


    Das Cover ist typisch für den Diogenes Verlag. Leider finde ich, ist es dieses Mal nicht so gut gelungen. Der See im Hintergrund wirkt viel mehr wie ein Swimmingpool mit Leiter


    Alles in allem würde ich das Buch ab einem Alter von sechzehn Jahren empfehlen.

  • Sehnsuchtsort für eine Auszeit


    Bruder Lukas, ein knapp 40-jähriger Mönch, ist vor 16 Jahren ins Kloster eingetreten. Sein Freund und vormals Mitbruder Andreas war ebenfalls dabei. Andreas verlässt das Kloster und gründet eine Familie. Lukas kommt ins Zweifeln, so können wir an seinen intimsten Gedanken teilhaben.


    Sein Zufluchtsort ist ein kleiner Vulkansee, dort lernt er durch Zufall Sarah kennen. Sie bringt sein Gefühlsleben komplett durcheinander. Wird Lukas im Kloster bleiben, oder entscheidet er sich für den gleichen Weg wie Andreas?


    Dieser Roman bietet Raum für Fantasien, Offenheit und Ehrlichkeit. Er lässt tief in die Gefühlswelt von Lukas blicken und regt den Leser zum Denken an.


    In einem gut lesbaren Sprachstil geschrieben, werden immer wieder neue Aspekte des Lebens betrachtet; Freundschaft, Liebe und Tod.


    Das Buch ist lesbar, hat mich insgesamt aber nicht vom Hocker gerissen.



    Titel: Aus der Mitte des Sees


    Autor: Moritz Heger


    Verlag: Diogenes


    Seitenanzahl: 256


    Genre: Roman


    Preis: 22,00€

  • Es gibt sie doch noch, die wahren Sprachkünstler


    Und Moritz Heger ist mit Sicherheit solch ein Künstler.


    Danke, Diogenes! Du hast uns durch Moritz Heger ein Sprachkunstwerk beschert. Komplexe Sätze, die sämtliche Möglichkeiten der deutschen Syntax ausschöpfen, reicher Wortschatz, wunderschöne Sprachbilder all dies lässt nur einen Schluss zu: das Buch ist ein wahrer Genuss. So z.B. auf Seite 13: da wird das Betrachten einer Landschaft nicht zum bloßen Schauen, sondern „Man kann mit der Hand des Blicks über sie hinstreichen.“ Oder auf Seite 133 wird der hereinbrechende Tag so beschrieben: „Allmählich wurde es hell, das Schwarz zog sich in meine Kutte zurück“. Diese Metapher des herannahenden Morgens hat mich zum Nachdenken gebracht. Empfindet Bruder Lukas sein Mönchshabit als dunklen Zwang? Oder gewährt er der schönen Nacht die er auf der Bank nachdenkend verbracht hat, Zuflucht in seinem Gewand?


    Für Bruder Lukas ist Schwimmen mehr als nur Sport, als Bewegung im Wasser. Beim Schwimmen meditiert er, findet zu sich selbst, findet Antworten, mit denen er leben kann. So erklärt er: „Das Wasser unter mir ist ein Berg, der mich ins Hohlkreuz drückt. Es ist nicht anstrengend, nicht im Geringsten“. Das Wasser als tragenden Berg. Während des Schwimmens und der Stunden, die er auf dem Badesteg verbringt, findet Bruder Lukas Frieden, kann auch mit Andreas Frieden schließen. Andreas hat das Kloster verlassen, geheiratet, einen Sohn gezeugt. Und er hat Bruder Lukas verlassen, der nun die Verantwortung für die greisen Mönche allein tragen muss. Seine inneren Monologe, in denen er Zwiesprache hält, mal mit Andreas, mal mit Pater Alban und später mit Sarah, machen eigentlich die Handlung des Buches aus. Andreas und Alban kommen nicht direkt zu Wort, wir sehen sie nur durch Lukas‘ Augen. Aber Sarah spricht, erzählt von ihrem Leben, laut oder leise. In dieser Beziehung passt sie zu Bruder Lukas. Sie führt auch stumme Zwiegespräche.


  • Sinnige und unsinnige Gedanken eines Mönches


    Der Roman handelt um den Mönch Lukas und seinem Leben in der Benediktinerabtei, welche schön ruhig an einem See gelegen ist. Der Ort ist auch für Gäste offen, um vom Alltag abzuschalten und seine Gedanken ggf. wieder auf das wesentliche im Leben zu lenken.

    Lukas‘ bester Freund verließ vor weniger Zeit das Klosterleben, weil er eine Familie gründete. Seitdem ist sich auch Lukas nicht mehr sicher, ob er sich auf dem „richtigen Weg“ befindet und denkt viel und oft über den Sinn und Unsinn des Lebens nach und in welche Richtung sich ggf. sein Leben noch mit Ende 30 entwickeln wird.

    Die meiste seiner freien Zeit verbringt Lukas an dem See um zu schwimmen oder einfach nur auf das Wasser zu blicken und seinen Gedanken ihren Lauf zu lassen. Eines Tages trifft er am See Sarah, die ihn sofort in den Bann zieht mit ihrer eigenen entspannten und offenen Art. Die beiden lernen sich kennen, reden über viele wichtige oder auch weniger wichtige Dinge im Leben. Lukas merkt, wenn er sie mal für einen Tag nicht sieht, dass er sie und ihre gemeinsamen Gespräche vermisst.

    Der See hilft ihm dabei sich seiner Gedanken und Wünsche klar zu werden und diese umzusetzen.


    Der Schreibstil des Autors ist flüssig und liest sich leicht. Jedoch war die Geschichte für mich nach kurzer Zeit sehr vorhersehbar und ich konnte das Ende schnell erahnen. Schön fand ich, dass die Kapitel in Tage aufgeteilt wurden, jedoch waren diese so gut wie nur mit Gedanken des Bruder Lukas gefüllt, die sich auch gerne mal um unsinnige Dinge drehten. Natürlich geht es uns im wahren Leben nicht anders, aber diese Gedankengänge dann auch noch zu lesen, fand ich eher anstrengend als poetisch oder tiefsinnig. Außerdem fand ich das plötzliche hin und her springen seiner Gedanken eher irritierend. Man hat zwar auch einiges über das moderne Leben im Kloster erfahren, jedoch habe ich in diesem Buch mehr dazu erwartet. Trotzdem war es mal eine angenehme neue Art von Lektüre und es war schön sich, besonders in der aktuellen Corona-Pandemie, auch mal mit unsinnigen Gedanken eines anderen Menschen, fernab von den aktuellen Problemen, zu befassen. Ist nur tatsächlich nicht für jeden geeignet und man muss sich drauf einlassen können.


    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Lust hat eine ruhige und unaufgeregte Lektüre zu lesen. Der Roman bewegt sich nicht sonderlich viel. Wenn man also mal etwas Entspannendes - wie bei einem plätschernden Bach oder ruhigen See - lesen möchte, sollte zu diesem Roman greifen.

  • Ein Mönch lebt in einem Kloster in dem er der Jüngste ist. Ein Mitbruder gleichen Alters hat es gerade verlassen. Er geht jeden Tag an den See um zu schwimmen und seine Gedanken zu sortieren und mit sich selbst ins Reine zu kommen.

    Es sind keine alltäglichen Gedanken, viel Raum nimmt im Anfang das Thema um seinen ehemaligen Mitbruder ein. Warum ist er gegangen, wie ist sein neues Leben und es schwingt unausgesprochen die Frage mit: Beneide ich ihn.

    Wichtig sind die Gedanken zu seinem Leben. Ist das richtig was und wie ich handle. Eine Frau nimmt Einfluss auf ihn. Wie geht er damit um.

    Ich hatte den Eindruck der Autor, der in einem abschließenden Interview sagt das er jedes Jahr eine Auszeit in einem Kloster nimmt, fordert uns auf uns mit dem Thema Zölibat und Kirche heute im allgemeinen aus einander zu setzen.

    Alle Gedanken zur Natur oder zu den Menschen sind keine mönchischen Gedanken sondern jeder Philosoph hat sich damit befasst.

    Wir als Leser tun das auch, ohne darüber im Besonderen nachzudenken.

    Vielleicht sollten wir uns dafür die Zeit nehmen.

    Das Buch fordert einen ganz, entweder lese ich, versuche zu verstehen was gemeint ist, oder ich lasse es.

    Im Anschluss entsteht der Eindruck ich habe die Hälfte verstanden und muss es noch einmal lesen.

    Es war in meinen Augen schwere Kost. Eher häppchenweise zu genießen auf keinen Fall alles auf einmal.

    Es wäre gut gewesen wenn der Autor einen direkteren Weg für sein Anliegen gefunden hätte. Aber vielleicht habe ich es im ersten Lesen nur nicht richtig verstanden.

  • Es ist so schön hier. Man muss hier nicht weg.

    Lukas lebt als mit Abstand Jüngster der Mönche in einem Benediktinerkloster. Bis vor kurzem lebte noch Andreas dort, doch dieser entschied sich, das Kloster zu verlassen und hat mittlerweile Frau und Kind. Lukas hadert sehr mit dieser Situation, fühlt sich von Andreas im Stich gelassen. In Gedanken spricht Lukas viel mit Andreas und auch mit dessen Frau Juli.


    Das Klostergelände grenzt an einen See, in dem Lukas täglich schwimmt. Er verbringt Stunden auf dem Badesteg, schaut hinaus aufs Wasser und hängt seinen Gedanken nach. Eines Tages kommt eine junge Frau über den See geschwommen und setzt sich zu ihm. Sie ist ganz unbefangen, sieht in ihm nicht nur den Mönch, sondern vor allem den Mensch Lukas. Sarah erzählt ihm offen von sich, was es Lukas einfach macht, sich auch ihr zu öffnen. Sarah ist eine attraktive Frau und Lukas entwickelt Gefühle für sie.


    Zur selben Zeit tritt ein Mitbruder mit der Bitte an Lukas heran, er möge die Position des Priors einnehmen. Lukas fühlt sich überrumpelt. Einerseits ist er gerne Mönch und als Jüngster gibt es nur Sinn, dass er die Stelle annimmt. Andererseits steckt er in einer Sinnkrise: hat er wirklich den richtigen Lebensentwurf für sich gewählt?


    Das Buch ist in einer sehr poetischen Sprache geschrieben, die aber nicht immer leicht zu lesen ist. Mit Sätzen wie beispielsweise "Ein Schöpfer, der nicht auch zerstört, ist keiner, sondern nur ein dementer Greis, der debil in eine gottlos gewordene Welt grinst“ kann ich so rein gar nichts anfangen. Obwohl mich solche Stellen sehr irritiert haben, bereue ich nicht, das Buch gelesen zu haben. Es hat mich nachdenklich gemacht und ich beschäftige mich auch nach der Lektüre noch gedanklich mit den angesprochenen Themen Zölibat, Lebensform Kloster, Sexualität von Priestern, um nur ein paar zu nennen. Über weite Strecken hat mich die Nabelschau des Mönchs allerdings auch gelangweilt. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Es gibt wenige Bücher, bei denen es mir am Ende schwerfällt eine passende Rezension mit einer stimmigen Bewertung zu verfassen. Dieses gehört für mich aber dazu.

    "Aus der Mitte des Sees" handelt über den Mönch Lukas, der immer mehr in Selbstweifel gerät und sich zentrale Sinnfragen stellt. Dabei findet er im Laufe des Buches für ihn passende eigene Wege und beginnt diese dann auch zu gehen. Zentrale Themen wie der Umgang mit Sexualität oder die Überalterung in Klostern werden gut angesprochen und erhalten ihren Raum.

    Die Geschichte wird von Lukas aus der Ich - Perspektive im Stile von Tagebucheinträgen erzählt und bewegt sich öfter abwechselnd auf philosophischen und Allerweltsebenen, was es den Leser_innen häufig schwer macht, der Erzählung zu folgen.

    Ich habe häufig den roten Faden der Geschichte verloren, wusste zwischenzeitlich nicht mehr richtig, bei welcher Erzählung, welchem Thema Lukas gerade war und fühlte mich von der Sprache des Autors auch nicht wirklich abgeholt. Drei Sterne sind da eine passende Bewertung.

  • Eine mühsame Entscheidungsfindung

    Lukas ist ein junger Mönch, der bereits seit 16 Jahren im Kloster lebt und dort seine festen Aufgaben hat. Er ist von seinen Brüdern voll akzeptiert und genießt einen geschätzten Status. Innere Unruhe kommt aber in ihm auf, als sein Bruder Andreas, in seinem Alter und sein guter Freund, das Kloster verlässt, um eine Familie zu gründen. Als ihn Fotos von Andreas Baby erreichen, gerät sein Alltagstrott ins Wanken, und er hat Zweifel, ob sein Weg der Richtige ist. Das verstärkt sich noch, als er Sarah kennenlernt, eine junge Frau, die ihn emotional sehr anspricht.

    Zum Kloster gehört ein See, in dem Lukas schwimmen geht. Während er sich im See bewegt, philosophiert er über sein Leben, seine Gefühle und seine Zukunft. Hier hat er die Ruhe, die er braucht, um in sein Inneres abzutauchen.

    Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, da es viele tiefgehende Gedanken ausdrückt und man sich bisweilen sogar eine Passage zweimal durchlesen muss, um die Aussage in vollem Umfang zu verstehen. Aber in meinen Augen lohnt sich das. Lukas kehrt sein Inneres nach außen und lässt uns teilhaben an seiner inneren Zerrissenheit. Da spielen viele Gefühle eine Rolle: z.B. Liebe, Trauer, Neid, Eifersucht, Stolz. Außerdem glänzt der Autor mit grandiosen Naturbeschreibungen, die Lukas Empfindungen ausdrücken und teilweise ins Mystische abdriften. Hierbei verändert sich bisweilen die grammatische Wertigkeit. Das hat mir gut gefallen.

    Am Anfang war es für mich nicht leicht, in das Buch hineinzufinden, aber ich muss sagen, dass sich das mit den Seiten gewandelt hat, ich wollte einfach teilhaben an Lukas Gedanken, die ihn schließlich zu einer Entscheidung führen sollten. So war der Roman trotz aller Tiefe und Interpretationsmöglichkeiten gleichzeitig auch spannend.

    Dies ist sicherlich kein Buch, das man am Strand oder unterwegs lesen kann, man braucht Ruhe, um den Gedankengängen zu folgen, auf diese Weise fängt man dann auch an, sich mit dem eigenen Lebensweg auseinanderzusetzen. Das Buch hat mich sehr beeindruckt!

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  • Geschichte hat noch Luft nach oben

    Lukas, ein Mönch Anfang 40, ist schon sein halbes Leben in einem Kloster. Dieses Kloster ist in all den Jahren zu einer Heimat und auch zu einem Zuhause geworden. Doch nachdem ein Mitmönch, der zur gleichen Zeit wie er ins Kloster eintrat und seine Entscheidung revidierte und eine Familie gründete und dann auch noch konvertierte, geraten seine eingefahrenen Gedankenwege und Gefühle in Aufruhr. Er ist wütend auf Andreas, so hieß der Mönch, weil er ihn mit den alten Mönchen allein ließ. Und nun da nach und nach durch den Tod des einen oder anderen Mönches die Gemeinschaft, seine Familie, immer kleiner wird kommt er ins Grübeln ob dies wirklich sein Weg ist. Als Sarah dann auch noch in sein Leben tritt und seine Mitbrüder schon glauben die beiden hätten ein Verhältnis, nimmt er es erst noch mit Humor dann jedoch ist doch sehr pikiert darüber. Auch wenn er laut über das Zölibat nachdenkt und sein Verhältnis zu Gott. Seine entfachten Triebe versucht er durch lange Schwimmeinheiten zu zügeln. Kurz er befindet sich seelisch in einen Strudel der Gefühle, die er erstmal ordnen muss, wenig hilfreich ist dabei dass sein engster Vertrauter einen Schlaganfall erleidet.



    Der Autor schafft es mit Hilfe seiner fast schon meditativen Erzählweise, den Leser zu entschleunigen. Jedoch kratz er mit den Themen Zölibat, Rechte der Geschiedenen etc. lediglich an der Oberfläche. Und das finde ich wirklich schade, denn er hatte so viele Steilvorlagen und hat sie einfach verpuffen lassen.



    Durch einen inneren Monolog und wenige Dialoge wird die Handlung bestimmt. Bemerkenswert ist wie sich der Hauptprotagonist entwickelt. Da Lukas sich in einen Gewissenskonflikt befindet und emotional aufgeladen ist. So ist er Anfangs richtig wütend auf Andreas, der gegangen ist um sein Leben wieder aufzunehmen. Und er ist der der zurückblieb, auf dem jetzt alle Hoffnung ruht auch der Fortbestand des Klosters. Hin und hergerissen sinniert er grübelt und versucht seine Gedanken beim Schwimmen zu ordnen. Insgesamt ist mir die Handlung jedoch viel zu oberflächlich. Auch wenn der Glaube der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist fehlt mir doch dieses gewisse Etwas, was mich sagen lässt toll, aber das fehlt hier leider



    Auch die Person des Lukas wird nicht unbedingt greifbar. Man erfährt zwar so einiges über ihn und seine Familie. Aber richtig nachvollziehen, warum er ausgerechnet das Leben als Mönch gewählt hat, kann ich auch am Ende nicht. Auch jetzt wo er mit sich einen Gewissenskonflikt ausficht bleiben oder gehen wird er nicht greifbar. Man könnte auch sagen er ist tief in seinem Glauben verwurzelt. Aber eine Entwicklung findet bei ihm erst statt als er diese Schauspielerin Sarah trifft.



    Fazit: Ein schönes Buch zum entschleunigen und runterkommen und nachdenken. Jedoch hat die Handlung als auch die Ausgestaltung der Figuren und reichlich Luft nach oben. Das Buch ist schon sehr speziell und bestimmt nicht für jedes was, aber doch ein netter zeitvertreib.

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  • Lukas ist Mönch und lebt schon lange im Kloster Maria Laach. Es gibt nur wenige junge Mönche wie ihn im Kloster. Als sein Mitbruder und Freund das Kloster wegen einer Frau verlässt, stürzt dass Lukas in eine Sinnkrise. Er denkt unentwegt nach. Dabei kommen die Erinnerungen und er grübelt über seine Entscheidung Mönch zu werden nach. In dieser Zeit voller Zweifel begegnet er Sarah, die für eine Auszeit ins Kloster gekommen ist. Die beiden führen angeregte Unterhaltungen und die Fragen werden drängender. Das Schwimmen im Laacher See soll Lukas Klarheit bringen, da es den Körper fordert und den Geist öffnet.


    Die Geschichte verläuft sehr ruhig und ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich einzulesen. Der Schreibstil mit vielen Sprüngen, die nicht immer gleich zu erkennen sind, machte es mir nicht leicht. Doch dann hat mir das Buch gefallen und ich konnte mich auch gut auf die philosophischen Aspekte einlassen. Dabei geht es nicht vorrangig um Religion, sondern in erster Linie um das Leben.


    Lukas ist ein grüblerischer Mensch. Er hat einst eine Entscheidung getroffen und wird nun durch den Weggang seines Freundes dazu gebracht, darüber nachzudenken ob er wirklich den richtigen Weg gewählt hat. Dabei schweift er aber auch immer wieder ab und macht sich über alles Mögliche Gedanken.


    Eine interessante, nachdenklich stimmende Geschichte.

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