Benedict Wells - Hard Land

  • Buchdetails

    Titel: Hard Land


    Verlag: Diogenes

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 352

    ISBN: 9783257071481

    Termin: Neuerscheinung Februar 2021

  • Bewertung

    4.6 von 5 Sternen bei 16 Bewertungen

    91,9% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Hard Land"

    Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie ›The Breakfast Club‹ und ›Stand By Me‹ – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.
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    claudi-1963
    Eine Geschichte, die jede Art Gefühl in mir hervorgelockt und mich wieder in meine Jugend zurückversetzt hat.

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  • Der 15jährige Sam hat es nicht leicht. In der Schule ist er ein Außenseiter und seine Mutter ist schwer krank. Als die Sommerferien beginnen, beschließen Sams Eltern, ihn zu seiner Verwandtschaft nach Kansas zu schicken. Doch Sam hat überhaupt keine Lust darauf, zumal die beiden Cousins ihm in der Vergangenheit das Leben schwer gemacht haben. Als er am Kino seines Heimatortes Grady den Aushang „Aushilfe gesucht“ sieht, bewirbt er sich um den Job und wird genommen.


    Dort lernt er das eingeschworene Team Kirstie, Cameron und Hightower kennen. Die drei sind zwei Jahre älter als Sam und kennen sich schon ewig. Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den vieren und Sam lernt, aus sich herauszugehen. Besonders die unkonventionelle Kirstie hat es ihm angetan, doch sie hat einen festen Freund. Was sie allerdings nicht davon abhält, mit Sam zu flirten...


    Sam erlebt zum ersten Mal im Leben, wie es ist, einer Clique anzugehören, stundenlang zu diskutieren, nachts auf dem Dach des Kinos die Sterne anzuschauen, Dinge zu tun, die noch vor kurzem undenkbar gewesen wären. Es ist der schönste und gleichzeitig der traurigste Sommer seines bisherigen Lebens, denn leider gehört seine Mutter nicht zu den 30 Prozent derer, die den Krebs überleben.


    „Hard Land“ ist ein wunderschöner Coming-of-Age Roman, manchmal urkomisch, dann wieder herzzerreißend traurig. Benedict Wells versteht es wie kein anderer, mit Worten zu malen, Stimmungen zu erzeugen und seine Leser in den Bann zu schlagen. Ich hätte ewig weiterlesen mögen, allerdings ist das Ende absolut perfekt. Ein beeindruckender Roman, der noch lange in mir nachwirken wird! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Readaholic

    Hat den Titel des Themas von „Ein Sommer wie kein anderer“ zu „Hard Land - Benedict Wells“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Hard Land - Benedict Wells“ zu „Benedict Wells - Hard Land“ geändert.
  • Und damit nicht jeder glaubt man muss ein Original suchen:

    Benedict Wells (* 29. Februar 1984 in München) ist ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:


    Die Notiz am Cover, dass das Buch eine Hommage an 80s-Filme wie "The Breakfast Club" und "Stand By Me" hat schon gereicht, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich fand am Ende allerdings gar nicht so viele Parallelen zu den genannten Werken, die Geschicht stand vielmehr für sich. Wenn dann hat es mich eher noch an John Greens Protagonisten Quentin aus "Margos Spuren" erinnert.


    Aber gefallen hat mir dieser ganz besondere Sommer im Sams Leben doch. Auch wenn es von Beginn an einen melancholischen Beigeschmack hat - verrät der Ich-Erzähler doch bereits im ersten Satz, wohin ihn seine persönliche Reise führen wird. Das macht alles was danach kommt ein wenig schwermütig.


    Die Diskussionen über den Gedichtband "Hard Land" hätte ich gern eingetauscht gegen mehr Filmreferenzen (immerhin jobbt Sam in einem Kino! in den 80ern!). Auch war ich nach der Klimax (Sam macht selbst die Vergleiche zum Aufbau eines klassischen Dramas) ein bisschen enttäuscht - wie, das war es jetzt schon? Jedoch lässt Benedict Wells dann doch noch so einige Kapitel folgen, die das Ruder für mich noch einmal rumgerissen haben. Ganz perfekte 5 Sterne kann ich zwar nicht vergeben, aber sehr gute 4,5 sind es doch geworden.


    Am Ende des Buches findet sich sogar eine Playlist, der man zB bei Spotify lauschen kann. Das finde ich super, teils mit bekannten aber auch mit einer Handvoll total unbekannten Songs (und das sage ich, wo ich meine mich in punkto 80er Jahre Musik ziemlich gut auszukennen!). Aber wieso steht das erst am Ende, lieber Verlag? :-( Ich hätte das gerne schon vorher gewusst.

  • Klappentext/Verlagstext
    Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie ›The Breakfast Club‹ und ›Stand By Me‹ – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.


    Der Autor
    Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin. Dort entschied er sich gegen ein Studium und widmete sich dem Schreiben, seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Seine Bücher erschienen bisher in 38 Sprachen, sein vierter Roman "Vom Ende der Einsamkeit" stand über achtzig Wochen auf der Bestsellerliste. Er wurde u.a. mit dem European Union Prize For Literature ausgezeichnet und zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels 2016 gewählt. Nach einigen Jahren in Barcelona lebt Wells inzwischen in Zürich.


    Inerview


    Inhalt

    Für Sam Turner sollte der Sommer 1985 sein schönster und schrecklichster Sommer zugleich werden. Von einem schüchternen Mathe-Nerd hatte ich nicht unbedingt erwartet, dass er in schönen Momenten bereits an die mit großer Wahrscheinlichkeit folgende Krise denkt. „Er hat so eine Art, dass ich das Schlimmste befürchte“, trifft sein Freund Stevie die Sache auf den Punkt. Die gedrückte Atmosphäre zuhause jedoch wegen der Arbeitslosigkeit seines Vaters und der Krankheit seiner Mutter würde jeden deprimieren. Der Plan seiner Eltern, Sam zu Tante Eileen nach Kansas in die Ferien zu schicken, gibt einem Schwarzseher wie ihm den Rest. Als Mr Andretti für das Kleinstadt-Kino eine Aushilfe für die Sommermonate sucht, nimmt Sams besonderer Sommer eine unerwartete Wende. Er kann zuhause bleiben, seinem Vater aus dem Weg gehen und dabei noch Geld verdienen. Sam trifft nun regelmäßig Andrettis Tochter Kirstie, Cameron und „Hightower“ aka Brandon, den legendären schwarzen Football-Spieler des Ortes. Das Kino wird zum höchst privaten Club einer Clique von Außenseitern. Kirstie und Sam bilden darin wie Ying und Yang eine Einheit. Unter dem Druck provinzieller Rollenerwartungen auf alle drei Figuren empfinde ich Kirstie als die interessantere Figur, die sich bewusster mit dem Erwachsenwerden auseinandersetzt.


    Als Icherzähler beschreibt Sam seine Schwächen (oder was andere für Schwächen halten) ruhig und ironisch – ein sympathischer Zug in Wells Coming-of-Age-Roman. In einem konservativ, religiös und rassistisch geprägten Umfeld muss Sam sich mit der schweren Erkrankung seiner Mutter, den wirtschaftlichen Folgen und Familiengeheimnissen befassen. Warum seine Schwester Jean schon vor Jahren den Kontakt zur Familie abgebrochen hat, ist angesichts des bevorstehenden Todes der Mutter nun zügig zu klären.


    „Hard Land“ ist der Gedichtzyklus eines fiktiven William Morris, über den Sams Altersjahrgang einen Aufsatz schreibt. Dass nicht alle Schüler im „harten Land“ des Erwachsenwerdens Morris Werk verstehen, mag hier als weiteres Symbol für die amerikanische Provinz stehen.


    Fazit

    Vor dem Hintergrund einer Kleinstadt in der Wirtschaftskrise blickt Benedict Wells in liebenswürdiger Weise auf Gefühlswirrwarr und Sprachlosigkeit seiner Figuren. Neben der immerwährenden Frage Heranwachsender: Bleiben oder Fortgehen? findet die Zwanghaftigkeit von Riten und Normen in der amerikanischen Provinz ausreichend Raum. Das Jahrzehnt, in dem Wells selbst gerade erst geboren war, skizziert er vorrangig mit Blick auf den amerikanischen Film. Gradys/Missouri wirkt bei Wells wie eine Insel, weitab von einem Staat, der sich als Weltpolizist begreift und 1991 in den Irak einmarschieren wird.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    :study: -- Raven - Fuchs & ich

    :musik: --


    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

  • Erwachsenwerden im Mittleren Westen - Der Sommer meines Lebens


    Benedict Wells hat einen begeisterten neuen Fan. Ich hatte bisher noch nichts von ihm gelesen - ein großes Versäumnis.
    "Hard Land" hat mich wirklich gefesselt und absolut gut unterhalten.

    Im Mittleren Westen der USA, im Bundesstaat Missouri, geht die Kleinstadt Grady langsam aber sicher den Bach runter. Der größte Arbeitgeber, eine Textilfabrik, ist seit Jahren geschlossen und die Wirtschaftskraft des Ortes sinkt. Viele Menschen ziehen weg und zwingen so immer mehr Läden zum Aufgeben. Dem 15-jährigen Sam stehen elf lange Wochen Sommerferien bevor, mit seinem arbeitslosen Vater und seiner kranken Mutter. Um zu verhindern, dass er zu unliebsamen Verwandten geschickt wird, beginnt er in einem Kino zu jobben. Dabei läßt er sich grundsätzlich ungern auf Neues ein, denn seine "Komfortzone [ist] so klein wie ein Penny". Dieser erste Schritt runter von seinem Penny, ist der Beginn einer Verwandlung. Als er im Kino das unzertrennliche Kleeblatt Kirstie, Cameron und Brandon kennenlernt, hat die Zeit der Einsamkeit ein Ende. Und dann wird dieser Sommer ganz anders als erwartet.

    Der Roman spielt 1985, in der Zeit vor Internet und Handy, vor der permanenten Erreichbarkeit und allem, was damit zusammenhängt und uns heute ständig ablenkt und stresst. Obwohl der Autor selbst erst 1984 geboren wurde, versteht er es großartig, diese Zeit in Worte zu fassen und das Gefühl jener Jahre aufleben zu lassen.
    Bereits das Zitat zu Beginn des Buches fasst so viel von dem zusammen, was auf den kommenden 338 Seiten geschehen wird. Das Zitat stammt aus dem Film "Ferris Bueller's Day Off" ("Ferris macht blau") von 1986 und besagt, dass das Leben ziemlich schnell voranschreitet und wenn man nicht ab und an stehen bleibt und sich umschaut, kann man es verpassen. Dass der beste Freund von Ferris Cameron (!) heißt und dieser durch den einen besonderen Tag an Selbstwertgefühl gewinnt, sei nur am Rande erwähnt. Was bei Ferris auf einen Tag reduziert ist, spielt sich für Sam einen ganzen Sommer lang ab. Eigentlich ist es nichts Neues, was Wells die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erleben läßt, aber es ist so geschrieben, als würde man es das erste Mal lesen. Das Zusammensein, das Trinken, die Gefühle, die Mutproben, der Ärger mit den Eltern, das Unverstandensein und diese Zerrissenheit, nicht zu wissen wohin man gehört und wer man eigentlich ist. Das alles wird so leicht und doch so tief, echt und glaubwürdig geschildert, dass die Geschichte von Sam und seinem prägenden Sommer noch lange nachklingt. Die Charaktere sind durchweg realistisch und überzeugend gezeichnet. Alle haben Züge, die verhindern, sie in ein Klischee pressen zu können. Famos konstruiert ist die Geschichte der Stadt (und ihrer 49 Geheimnisse) und seines Heimatdichters William Morris mit Sams Erlebnissen.

    Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, die wunderbar passende Überschriften haben und gleichzeitig jeweils wichtige Entwicklungsschritte von Sam darstellen. Ein schönes Special am Ende ist der aufgelistete Soundtrack zum Buch, der im Internet abgerufen werden kann.

    Ich kann nicht sagen, ob Benedict Wells in diesem Roman wiederholt, was er in seinen anderen bereits geschrieben hat. Dies ist, wie gesagt, mein erstes Buch von ihm. Ich kann es nur empfehlen, es hat so viele wunderbare Anspielungen auf die 1980er Jahre und ist in einer so direkten, treffenden und ansprechenden Art geschrieben, dass ich die zweite Hälfte bis spät in die Nacht durchlesen musste. Dieser Roman vom Erwachsenenwerden eines sensiblen Jungen in einer ganz besonderen Kleinstadt, mit einer ganz besonderen Familie und ganz besonderen Freunden, ist einfach ein wunderschönes Leseerlebnis.
    Fünf Sterne.

  • Sehr berührend


    Die Handlung spielt in Missouri im Jahre 1985. Sam ist 15 Jahre alt. Seine Mutter ist schwer krank. Um den Problemen zu Hause zu entkommen, nimmt er einen Ferienjob in einem Kino an. Bis jetzt war er immer ein Außenseiter. Aber nun findet er Freunde und erlebt dabei einen magischen Sommer.


    Der Autor Benedict Wells hat mich sehr begeistert und berührt mit seinem neuen Roman. Sein Schreibstil hat mich mitgerissen. Der Roman ist in der Ich-Perpektive von Sam geschrieben. Man begleitet Sam, wie er erwachsen wird, wobei er sich verliebt und einen großen Verlust verkraften muss. Ich habe mit Sam seine Freuden und seine Trauer geteilt. Ich fand es erstaunlich, wie detailliert der Autor die verschiedenen Stimmungen von Sam vermitteln konnte so, dass ich als Leser immer genau diese Stimmung übernommen habe. Der Autor läßt gekonnt die 80er Jahre beim Leser wieder auf leben. Er versetzt ihn zurück zu Marty McFly in "Zurück in die Zukunft" oder zu Don't stop believin' von The Journey. Das war eine Zeit, wo es kein Internet gab und damit auch keine Social Media. Auf der letzten Seite hat Benedict Wells das Soundtrack zu Hard Land, mit Songs der 80er Jahre, auf einer Seite zusammen getragen. Das fand ich ein schönes Add-On.


    Ein sehr berührendes Coming-Of-Age Meisterstück.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Eine schöne Hommage

    Ein Coming-of-Age Roman der 80er Jahre, ruhig aber intensiv erzählt. Benedict Wells konzentriert sich voll und ganz auf die Details seiner Beschreibungen und auf eine aufwendige Charaktergestaltungen. Besonders gern mochte ich den authentischen und emotionalen Schreibstil der mich sehr berührt hat. Ebenfalls mochte ich den nostaligischen Aspekt mit den vielen Liedern und Filmen aus den 80er Jahren die erwähnt werden. Sam hat mir als Protagonist sehr gefallen. Seine Gedanken waren sehr interessant und seine schon fast analytischen Beobachtungen sehr lesenswert. Obwohl für viel Leser_innen aus diesem Genre die Handlung nicht unbedingt innovativ oder überraschend ist, macht dies der tolle Schreibstil wieder wett. Ein sommerlicher Roman über das Erwachsen werden, Freundschaft, Liebe und die alltäglichen Probleme

  • Sommer 1985 in der Kleinstadt Grady im US-Bundesstaat Missouri: Samuel Turner (15) ist ein schüchterner Außenseiter, der von seinen Mitschülern gemieden wird. Sein Kumpel Stevie ist gerade weggezogen, seine Schwester Jean ist schon länger aus dem Haus. Der Vater, Joseph, ist seit Längerem arbeitslos. Zudem hat Sam damit zu kämpfen, dass seine Mutter Annie unter einem Hirntumor leidet. Wie soll er bloß die langen Ferien rumbringen? Da kommt es ihm gerade recht, dass das örtliche Kino eine Aushilfe sucht. Sam findet dort nicht nur einen Job, sondern auch drei Freunde. Es beginnt ein unvergesslicher Sommer...


    „Hard Land“ ist ein Coming-of-Age-Roman von Benedict Wells.


    Meine Meinung:

    Die Struktur ist wohl durchdacht. Der Roman besteht aus fünf Teilen - ebenso wie das gleichnamige, aber fiktive Werk, das in der Geschichte behandelt wird. In dem Gedichtband dreht es sich unter anderem um die angeblich 49 Geheimnisse von Grady. Genau so viele Kapitel hat folglich Wells Roman. Diese Verknüpfung finde ich sehr gelungen, zumal das fiktive „Hard Land“ auch dem Genre Coming of Age zuzuordnen sei, heißt es in dem Roman. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Sam.


    Stilistisch ist der Roman der Jugendsprache nachempfunden, ohne jedoch zu vulgär oder salopp zu sein. Starke Dialoge machen das Geschehen lebhaft. Sehr angetan bin ich von den kreativen Wortneuschöpfungen und den tollen Sprachbildern.


    Als gelungen empfinde ich außerdem die Darstellung der Figuren, die nicht stereotyp angelegt sind. Mit Sam steht ein sympathischer Protagonist im Vordergrund. Er kommt authentisch rüber. Seine Entwicklung habe ich gerne verfolgt. Auch die übrigen Charaktere wirken lebensnah und besitzen psychologische Tiefe.


    Der Stoff des Romans ist weder neu noch einzigartig. Dennoch habe ich mich beim Lesen der etwas mehr als 300 Seiten nicht gelangweilt, denn der Autor schafft es zu berühren, ohne ins Kitschige abzudriften. Es geht um die großen, universellen Themen wie Liebe, Freundschaft, Familie, Trauer und natürlich alle Aspekte des Erwachsenwerdens - eingebettet in eine Hommage an die 1980er-Jahre mit vielen Referenzen zu Musik, Film und Lifestyle dieser Zeit. Immer wieder sind lebenskluge Sätze eingestreut, die zum Nachdenken anregen.


    Die Handlung bietet nur wenige Überraschungen, ist aber durchweg stimmig. Im letzten Teil wird die Story inhaltlich ein wenig schwächer. Das schmälert meinen positiven Gesamteindruck aber kaum, zumal der Autor am Ende sogar Selbstironie beweist.


    Das Cover ist hübsch. Wie bei einigen anderen Büchern des Verlags erschließt sich mir das Motiv jedoch nicht. Der Titel wiederum ist äußerst passend.


    Mein Fazit:

    „Hard Land“ von Benedict Wells ist ein Roman, der mich sowohl emotional bewegt als auch trefflich unterhalten hat.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • "Kind sein ist wie einen Ball hochwerfen, Erwachsenwerden ist, wenn er wieder herunterfällt." (Buchauszug)

    Missouri 1985: Der 15-jährige Sam versucht in seinen Sommerferien vor den Problemen zu Hause zu entfliehen. Durch die angespannte Stimmung sich sein Vater immer mehr in sein Schneckenhaus zurück, sodass Sam nicht mehr zu ihm durchdringt. Trotzdem er sich Sorgen um seine kranke Mutter macht, versucht er neue Freunde zu finden. Bei seinem Ferienjob im Kino trifft er auf eine Clique, die aus dem wortgewandten Cameron, dem nachdenklichen Hightower und der tapferen Kirstie besteht, in die er sich sofort verliebt. Alle drei haben erst kürzlich ihren Abschluss gemacht und nun genießen sie ihren letzten Sommer, ehe es aufs College geht. Für Außenseiter Sam bleibt also nur eine kurze Zeit, um sich mit seinen neuen Freunden zu vergnügen. In dieser Zeit jedoch lernt er nicht nur die Geheimnisse Gradys kennen, sondern vor allem sich selbst. Dieser Sommer wird jedoch nicht nur ihn verändern, sondern seine ganze Familie.


    Meine Meinung:

    Bisher kenne ich Benedikt Wells nur vom Hörensagen durch seine guten Bücher. Das war für mich ein Grund, endlich eines seiner Bücher zu lesen. Und ich muss sagen, jetzt kann ich ein wenig verstehen, warum er inzwischen Bestsellerautor ist. Den sein Schreibstil ist schon sehr individuell, bemerkenswert schön und überaus bildhaft. Vielleicht manchmal ein wenig überspitz, sodass ich mitunter das Gefühl habe, mitten in einem Film zu sein. Von warmherzig, melancholisch bis zu fröhlich humorvoll ist alles in dieser Geschichte enthalten. Während mich die eine Szene einfach nur schmunzeln lässt, kann ich in der nächsten meine Tränen kaum noch zurückhalten. Der Autor spielt hier förmlich mit meinen Emotionen, doch vor allem katapultiert er mich in meine eigene Jugendzeit zurück. Zwar bin ich 1985 schon etwas älter als Sam, doch sei es die Musik, Filme oder besonders die Verhaltensweisen, all dies lässt mich in meine eigene Vergangenheit zurückreisen. So etwas habe ich sonst bisher recht selten bei einem Buch erlebt. Grady ist so eine typisch durchschnittliche amerikanische Kleinstadt, die wir heute als Kaff oder Nest titulieren würden. Diese Stadt birgt 49 Geheimnisse, die es zu entdecken gibt. Leider habe ich nur wenige von diesen Geheimnissen im Buch gefunden, sicherlich weil ich zu sehr in Sams Geschichte vertieft war. Jedoch bei 49 Kapitel könnte man annehmen, dass sich in jedem eines dieser Geheimnisse versteckt hat. Es ist zudem ein Buch, das mich zum Nachdenken bringt. Ab einem gewissen Alter ist in Grady einfach jeder nur froh, wenn er endlich wegkann in die große weite Welt. Unter anderem die drei Absolventen Cameron, Hightower und Kirstie. Sam dagegen ist eher ein Außenseiter, introvertiert, speziell und außergewöhnlich, doch leider ohne Freunde. Selbst als er auf diese verschworene Gemeinschaft im Kino trifft, tut er sich zuerst schwer. Jedoch die Liebe zu Kirstie zieht ihn immer wieder zur Clique hin, bis sie ihn dann doch akzeptieren. Natürlich lernt Sam dabei nicht nur Gutes von seinen neuen Freunden, den sie rauchen, nehmen Drogen und trinken Alkohol. Klasse auch die Musik von REM, Simple Minds bis zu U2, die er ausgesucht hat und die alle auf einer Playlist bei YouTube zu finden sind. Sowie die angesagten Filme, die gerade zu der Zeit in dem kleinen Kino liefen und von denen ich viele kannte. Besonders Michael J. Fox, als selbstbewusster Marty McFly aus "Zurück in die Zukunft" hat es Sam angetan. Durchaus eindrücklich schildert Wells den plötzlichen und viel zu frühen Tod von Sams krebskranker Mutter, dass auch mich sehr berührt hat. Ich konnte mich durch die gute Darstellung des Autors sehr gut in Sam hineinversetzen, wie viel dieser Verlust für ihn bedeutet. Ebenso haben mich seine Protagonisten angesprochen, indem er jedem einzelnen seinen ganz eigenen Charakter verpasst hat. Dass er dabei seine persönliche Jugend und Erlebnisse in diesem Buch verarbeitet, gefiel mir ausgesprochen gut. Dadurch lernte ich sehr viel von der Persönlichkeit Benedikt Wells. Mich jedenfalls konnte diese Geschichte überzeugen, selbst wenn mir das Ende nicht ganz so zugesagt hat. Darum 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle Jugendliche, Junggebliebene und die, welche wieder jung sein wollen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :applause: :thumleft:

  • Der schwierige Weg ins Erwachsenenleben


    Der Roman spielt zwar in Missouri, könnte meiner Meinung nach aber ebenso in einer deutschen Kleinstadt spielen.

    Im Sommer 1985 nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Für ihn, der ein unscheinbarer Außenseiter ist, wird dieser Job zum Glücksfall. Er findet in Kirstie, der Tochter des Kinobesitzers und deren Kumpels, allmählich richtige Freunde, verliebt sich und wird zunehmend selbstbewusster. Durch die Zeit mit seinen Freunden, die ihn zu Alkohol und gefährlichen Mutproben verleiten, ihn aber auch dazu bringen, Probleme auszusprechen und sich ihnen zu stellen, wird es ein ganz besonderer Sommer für Sam. So vergisst Sam auch hin und wieder die unheilbare Krankheit seiner Mutter und das Schweigen seines Vaters.

    Die Geschichte ist an sich eine mehr oder weniger typische Geschichte des Erwachsenwerdens, die sowohl Erwachsene als auch ältere Jugendliche lesen können. Allerdings erzählt Wells sie auf besondere und sehr berührende Weise. Sams Geschichte geht zu Herzen, Tragik und Komik halten sich dennoch die Waage. Sprachlich ist der Roman ein wahrer Genuss. Poetische Wortschöpfungen wie Euphancholia bezeichnen treffend die Grundstimmung des Romans. Allerdings kann ich mit dem Ende des Romans wenig anfangen. Hier wird es vorhersehbar und kitschig, was mich im Vergleich zum restlichen Roman etwas enttäuscht zurücklässt.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Die Entdeckung der Euphancholie


    Inhalt: Grady (Missouri) 1985. Der fünfzehnjährige Sam ist ein Außenseiter. Sein einziger Freund ist weggezogen, sein Vater arbeitslos, seine Mutter an Krebs erkrankt. Nun soll er auch noch den Sommer bei seiner Tante in Kansas verbringen, wo auch seine zwei Cousins wohnen, die ihn schon des Öfteren verprügelt haben. Um den „Urlaub“ in Kansas zu umgehen, nimmt er einen Ferienjob im ortsansässigen Kino an. Dort freundet er sich mit anderen Jugendlichen an, verliebt sich und erlebt den Sommer seines Lebens – bis sich die Krankheit seiner Mutter zurückmeldet.


    Persönliche Meinung: „Hard Land“ ist ein Coming-of-Age-Roman von Benedict Wells. Erzählt wird die Handlung retrospektiv aus der Ich-Perspektive von Sam, dessen Gedanken und Gefühle authentisch und emphatisch beschrieben werden. Die Krebserkrankung seiner Mutter ist in seiner Gefühlswelt omnipräsent: Er sehnt sich nach Normalität und Unbeschwertheit, sucht sie auch, allerdings holt der Gedanke an den möglichen Tod seiner Mutter ihn immer wieder ein, sodass potentiell jede schöne Situation kippen kann. Kurzzeitig schleicht sich auch der Gedanke ein, dass die ganze Last, die die Krankheit seiner Mutter auf die Familie ausübt, mit dem Tod der Mutter endlich vorbei wäre. Gleichzeitig plagen ihn Gewissensbisse: Darf er auf seine Mutter wütend sein? Generell sind die Figuren schön ausgestaltet. Sie besitzen durch ihre Hintergrundgeschichten und die Darstellung ihrer Gedanken- und Gefühlswelt eine große Tiefe. Durchströmt ist die Handlung mit euphancholischen Momenten. Der Begriff „Euphancholie“ ist ein Neologismus, dessen Definition Wells einer Protagonistin in den Mund legt: Es handelt sich um eine Kreuzung aus „Euphorie“ und „Melancholie“ und bezeichnet das Gefühl höchster Glückseligkeit, wobei aber gleichzeitig bewusst ist, dass der Moment des Glücks endlich ist. Solche „euphancholischen“ Momente, die in lauen Sommernächten spielen, ziehen sich wie eine Perlenkette durch „Hard Land“. Laue Sommernächte mit Freunden, Partys, Gespräche im Kino, kleinere und größere Mutproben. Diese Szenen sind detailliert und glaubwürdig beschrieben, sodass man beim Lesen teilweise selbst von Euphancholie überschwemmt wird. Daneben finden sich viele Referenzen an die 1980er Jahre. Songs von Billy Idol, Bruce Springsteen oder Journey werden abgespielt; Filme wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Breakfast Club“ in die Handlung eingebaut und diskutiert. Interessant ist zudem der Titel „Hard Land“. „Hard Land“ heißt nämlich auch der Gedichtzyklus des (fiktiven) Autors William J. Morris, der einzige Literat, den Grady hervorgebracht hat (dementsprechend ist sein Werk auch Schulstoff). Spannend ist in diesem Kontext, dass zum Ende der Handlung Morris‘ „Hard Land“ gedeutet wird, wobei im Kleinen der literarische Interpretationsprozess durchgespielt wird (Interpretation der Oberflächenstruktur/Suche nach Metaphern/alternative Interpretationsmöglichkeiten/Offenheit der Interpretation). Insgesamt ist Benedict Wells‘ „Hard Land“ ein schöner Coming of Age-Roman mit viel Tiefgang, Empathie und Euphancholie, der Eighties-Vibes ausstrahlt.

  • Alle Kinder, außer einem, werden erwachsen


    Wäre ich Deutschlehrer mit Ambitionen, bei meinen Schülern die Freude an Büchern zu wecken statt ihnen das Lesen mit Verstaubtem zu vergällen, käme mir dieser Roman auf den Lehrplan. Und wäre ich heute 16 Jahre alt, würde ich ihn meinen Freunden als Geheimtipp empfehlen, denn genau solche Charaktere interessieren mich, ich mag sie allesamt, so unterschiedlich sie auch sind. Denn gerade die Mischung ist hier ausschlaggebend.


    Den Schuss Sentimentalität kann ich sehr gut verkraften, wenn sie in so passende Bilder wie das folgende, die Mutter beschreibend, verpackt sind: „Sie war wie diese Stützräder, wenn man Fahrradfahren lernt.“ So locker flockig der Stil erscheint, ist es doch sorgfältig durchkomponiert. Vor Witz überschäumende Passagen lösen die Melancholie ab und auch ein bisschen auf. Die Zitate aus Film, Literatur und Musik tauchen tief ein in die Achtziger, und die vom Autor Wells gewählte Kulisse einer amerikanischen Kleinstadt beschwört alte Vorabendserien herauf. Das kommt irgendwie cooler rüber als eine einheimische Szenerie.


    Die Freundschaft der vier jungen Leute hilft Sam, den Verlust der Mutter zu verarbeiten. Durch die Mutproben wird er ein Stück erwachsen, die zuverlässige Bindung an die Clique gibt ihm Selbstvertrauen.


    In dieser Geschichte werden Teenager sich verstanden fühlen mit all ihren Zweifeln und Hürden, die sie überwinden müssen, und in Grauköpfen erwacht eine schmunzelnde Nostalgie in der Erinnerung daran, was man damals zu bewältigen hatte, wenn es im Rückblick dann nicht mehr ganz so dramatisch ist. Unglaublich, wie schwer in dieser Lebensphase mickerige elf Wochen wiegen können, so dass man sie für den Rest des Lebens nicht mehr vergisst und als prägend erfährt.


    Ein zutiefst ermutigendes, tröstliches Buch - ganz klar fünf Sterne.

  • "In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb."


    So beginnt "Hard Land", die Geschichte des fünfzehnjährigen Sam und des Sommers 1985, in dem sich so viel in seinem Leben verändert. Der zurückhaltende, von starken Ängsten geplagte und nachdenkliche Sam tut sich schwer, Anschluss zu finden, nachdem sein bester Freund weggezogen ist, und er hat ein ungutes Bauchgefühl, was die Gesundheit seiner Mutter angeht, die einen Hirntumor hat. Sie tut zwar, als sei alles in Ordnung, doch die verräterischen Symptome lassen sich kaum verbergen.


    Immerhin kann Sam verhindern, dass er die Ferien bei seinen Schlägertypencousins in Kansas verbringen muss, und er ergattert einen Ferienjob im Metropolis, dem örtlichen Kino, das seine besten Zeiten schon längst hinter sich hat und kurz vor der Schließung steht. Die anderen drei Jugendlichen, die dort arbeiten, erscheinen ihm zunächst wie eine verschworene, undurchdringliche Gemeinschaft, doch zu Sams eigenem Erstaunen entwickelt sich recht schnell eine besondere Freundschaft zu den beiden Jungs, Cameron und Hightower ... und in Kirstie, die Tochter des Kinobesitzers, ist er ganz einfach unsterblich verliebt.


    Benedict Wells' neuestes Buch ist ein hinreißender Coming-of-Age-Roman, der, wie es sich in der amerikanischen Tradition gehört, in einer unbedeutenden Kleinstadt spielt und vor der Kulisse eines heißen Sommers für eine kurze, aber zutiefst prägende und höchst gefühlsintensive Zeit den Erzähler und seine Familie und Freunde begleitet.


    Sam wird nicht unrealistischerweise über Nacht zum strahlenden Alleskönnerhelden, aber es gelingt ihm, manche Ängste zu überwinden, er lernt viel über sich und andere, erlebt zum ersten Mal die Gefühlsachterbahn des Verliebtseins und muss andererseits mit dem Schmerz und der Trauer über den Tod seiner Mutter umgehen lernen. Ihr Verlust trifft ihn sehr hart, weil sie immer seine Bezugsperson war und er sich mit dem wortkargen Vater oft schwer tut.


    In diese wenigen Sommerwochen packt Wells das Leben in seiner ganzen Fülle und Intensität; hier liegen wie auch so oft im richtigen Leben Freude und Leid, brüllende Komik und tiefe Traurigkeit, Mut und Angst ganz nahe beieinander, und man taucht tief ein in Sams Gefühle und Gedanken, mit vielen klugen Sätzen, die zum Niederknien schön formuliert sind, und vielen feinen Beobachtungen über das Leben aus der Sicht eines introvertierten Jugendlichen.


    Ein wundervolles Porträt der 80er Jahre ist das Buch außerdem, mit vielen liebevollen Popkultur-Referenzen und Hightowers entzückendem "Bruce-Mobil", in dem nur Musik vom Boss gespielt werden darf ... es sei denn, Kirstie muss mal wieder "Don't Stop Believin'" hören ...


    Schon jetzt eines meiner Bücher des Jahres. Ich habe gelacht und geweint (manchmal auch beides gleichzeitig) und mich so oft in Sam wiedererkannt, dass es schon beinahe unheimlich war. Benedict Wells hat hiermit erneut bestätigt, dass er für mich zu den besten aktuellen Autor*innen im deutschen Sprachraum gehört.

  • Und damit nicht jeder glaubt man muss ein Original suchen:

    Benedict Wells (* 29. Februar 1984 in München) ist ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

    Benedict Wells lässt viel Autobiographisches in seine Bücher einfliessen. Seine Mutter war Luzernerin.

    Benedict Wells wurde als Benedict von Schirach geboren. Er ist der Sohn von Richard von Schirach, Sinologe und Schriftsteller, und Enkel des nationalsozialistischen Reichsjugendführers Baldur von Schirach.

    Auch die Schwester von Benedict Wells, Ariadne von Schirach, ist Schriftstellerin, wie sein Cousin, der Strafverteidiger Ferdinand von Schirach.

    Bitte meinen Beiträgen keine Herzen geben, ich verteile auch keine.


    "Nicht jedes Buch ist seinem Klappentext gewachsen." (Peter Schifferli, Schweizer Verleger, 1921–1980)

  • Seinen Künstler-Nachnamen hat er sich übrigens nach einer Figur aus "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von John Irving gegeben und sich ganz offiziell in Benedict Wells umbenennen lassen.

  • Die Geschichte spielt in Grady, einem kleinen Ort in den USA und wir begleiten Sam beim Erwachsenwerden. Der Sommer des Jahres 1985: der Sommer in dem der ängstliche Sam Freunde findet und sich zum ersten Mal verliebt. Doch auch seine Mutter stribt.
    Benedict Wells nimmt uns mit in die damalige Zeit und Sams Welt, die Zeit des Walkmans, der MixTapes, der Kinos. Handys gab es noch keine. Sam durchlebt viel Freude, aber auch tiefen Schmerz.

    Ich habe mit Sam diesen wunderbaren und zeitgleich schrecklichsten Sommer durchlebt – habe mit ihm gelacht, getanzt, aber auch mit ihm geweint.

    Durch seine Art zu Schreiben hat Wells es geschafft, mich wirklich dabei sein zu lassen und ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen.

    Von mir eine definitive Leseempfehlung! :cheers:

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