John Marrs - Wenn Schweigen tötet / What Lies Between Us

  • Kurzmeinung

    Emili
    Bösartige, gemeine und heimtückische Geschite, fesselnd erzählt mit vielen unerwarteten Momenten..
  • Kurzmeinung

    Irrlicht
    Eine spannende Reise in die Tiefen der Psyche, sehr perfide und verstörend

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  • "WENN SCHWEIGEN TÖTET" von John Marrs und dem Edition M Verlag ist ein Psychothriller, der von Tanja Lampa ins Deutsche übersetzt wurde.


    Dieser 421 Seiten lange Psychothriller hat mir den Atem geraubt. Ganz ehrlich, diese verrückte Story hat mich gefesselt und dieses Buch gehört zu den besten Psychothrillern, die ich bis jetzt gelesen habe. Mein lieber Scholli, was der Autor hier veröffentlicht hat, hat mich im positiven Sinne umgehauen.

    Da mich bis jetzt noch kein Thriller vom dem genannten Verlag enttäuscht hat, habe ich mich beim Stöbern für diesen Thriller entschieden. Und ich wurde wie erwartet nicht enttäuscht.


    Kurz zum Inhalt: Nina kann Maggie niemals verzeihen, was sie getan hat. Und sie kann sie niemals gehen lassen.

    Jeden zweiten Abend essen Maggie und Nina zusammen. Wenn sie fertig sind, bringt Nina Maggie zurück in ihr Zimmer im Dachgeschoss und legt sie in Ketten. Denn Maggie hat Dinge getan, die unverzeihlich sind, und jetzt bezahlt sie den Preis dafür.

    Aber in der Vergangenheit gibt es vieles, was Nina nicht weiß, und Maggie wird dafür sorgen, dass es so bleibt – auch wenn es sie tötet. Denn in diesem Haus ist die Wahrheit gefährlicher als jede Lüge.


    Ein bizarrer und genialer Plot hat mir unheimlich spannende Lesestunden beschert. Dies ist eine Familiengeschichte, die verstörender nicht sein kann. Nina und ihre Mutter Maggie wohnen in verschiedenen Zimmern zusammen in einem Haus, nur Maggie bezieht das schalldichte Zimmer im Dachgeschoss. Obwohl sie aus dem Fenster schauen kann, ist sie für die Menschen vor dem Haus nicht sichtbar. Dies ist nur eine von vielen Sicherheitsvorkehrungen, die Nina getroffen hat, damit Maggie nicht weglaufen kann. Nina hegt seit zwei Jahren ein schreckliches Machtspiel gegenüber ihrer Mutter, denn sie ist der Überzeugung, dass ihre Mutter ihr nicht nur ihren Vater genommen hat. Auch ihr kinderloses Leben ist ihrer Meinung nach Maggie zu verdanken. Da sie niemanden außer ihre Mutter hat und sie nicht alleine leben will, entschließt sie sich für diese Art der Rache.


    Maggie wird in ihrem Zimmer wie ein Tier gehalten. Es wird abwechselnd aus ihrer und aus Ninas Perspektive geschrieben, sodass ich mich in beide Gedanken und Handlungen perfekt hineinversetzen konnte.

    Ich habe Mitleid und zugleich Hass für beide Protagonisten empfunden, denn sowohl Nina als auch Maggie leben in einer abgedrehten Welt. Es liegen dunkle Geheimnisse in der Luft, die ich spüren konnte. Beide erzählen ihre Version einer schrecklichen Geschichte. Was sie denken und wie sie sich fühlen konnte ich einwandfrei herauslesen. Obwohl Nina ihre Verachtung für ihre Mutter nicht verbirgt, kann Maggie ihre Tochter nicht hassen. Sie will sie schützen und nimmt es in Kauf, psychisch und körperlich kaputtzugehen. Sie hat im Laufe der Jahre einige Fluchtversuche begonnen, die immer gescheitert und böse ausgegangen sind. Ihre Tochter ist ihr immer einen Schritt voraus.


    Es ist ein spannendes und rasantes Katz und Maus-Spiel, was der Autor hier veranstaltet.

    Beide Protagonisten haben eine eigene Wahrheit und Wahrnehmung, die wirkliche Wahrheit sorgt aber für ein knallhartes und wahnsinnig gutes Finale. Ich hatte einige Miträtsel Momente in einem gelungenem Verwirrspiel.

    Die Themen Kontrolle, Wahrheit, Lüge und Verrat werden hier sehr deutlich und glaubhaft in einen packenden Thriller gepackt.


    Großartige und unvorhersehbare Wendungen haben mich umgehauen. Ich hatte Einblicke in die Abgründe einer menschlichen Psyche, die ich bis jetzt so noch nicht gelesen habe. Stück für Stück habe ich erfahren, was hinter dieser düsteren Mutter-Tochter Beziehung steckt.

    Warum Maggie von ihrer Tochter gefangen gehalten wird und welches Geheimnis Nina niemals erfahren darf haben mir Gänsehautmomente beschert.

    Der Schreibstil von John Marrs ist hier flüssig, unheimlich fesselnd, spannend, facettenreich und packend.

    Die bedrückende und gefährliche Atmosphäre kam beim Lesen perfekt rüber. Einige Situationen haben bei mir einen Kloß im Hals verursacht, denn sie gingen wirklich tief unter die Haut.


    "Wenn Schweigen tötet" ist ein gelungener Psychothriller über Wut, Rache und Wahn, der tief in die Abgründe menschlicher Seelen blicken lässt.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „John Marrs - Wenn schweigen tötet“ zu „John Marrs - Wenn schweigen tötet / What Lies Between Us“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „John Marrs - Wenn schweigen tötet / What Lies Between Us“ zu „John Marrs - Wenn Schweigen tötet / What Lies Between Us“ geändert.
  • Jeden zweiten Abend holt Nina Maggie vom Dachboden ab, um mit ihr gemeinsam zu Abend zu essen. Das ist der einzige menschliche Kontakt, der Maggie bleibt. Denn sie hat etwas unverzeihliches getan, das Nina ihr niemals verzeihen kann ...


    Viele Geheimnisse schlummern in dem Haus, in dem Maggie und Nina leben. Jede von ihnen hat ihre eigenen und jede von ihnen geht anders damit um.

    Das Buch erzählt immer abwechselnd die Geschichte der beiden aus der Gegenwart und auch aus der Vergangenheit. Stück für Stück taucht man in die Geschichte der beiden ein und bekommt immer mehr Informationen darüber, wie die aktuelle Situation zustande gekommen ist.

    Es gibt viele Wendungen, ein paar davon sind mehr oder weniger überraschend, jede aber ähnlich schockierend.

    Für mich war das Buch in letzter Zeit mit das Spannendste. Sympathie für die Charaktere kam keine auf, dennoch wollte ich permanent wissen, wie es weiter geht und vor allem, wie das Buch endet.


    Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: .

    So many things become beautiful when you really look.


    Lauren Oliver

  • Meine Meinung


    Es ist die Geschichte von Maggie und Nina, die abwechselnd von beiden in der Ich-Form im Präsens in verschiedenen Zeitebenen erzählt wurde: In der Gegenwart und Vergangenheit vor über 20 Jahren und vor ca. 2 Jahren, was die Entwicklung der Geschehnisse verdeutlichte und nachvollziehbar machte.


    Nach kurzer Zeit war das Verhältnis der Beiden zueinander klar, aber dadurch fand ich die Geschichte immer skurriler, so dass es mir manchmal etwas zu viel war. Mich hat auch gewundert, dass Nina mit allem anstandslos durchgekommen ist. Warum wurde nie nachgehakt?


    Es ist ein ausgeklügeltes Psychospiel. Immer wenn ich meinte, zu verstehen, Zusammenhänge zu erahnen, tauchte wieder ein Detail auf, das ein neues Licht auf alles warf. Es taten sich psychische Abgründe auf, es gab Geheimniskrämerei, Eigennutz, Niedertracht, Fremdbestimmung, absoluten Egoismus und fehlgeleitete Fürsorge, die schwer zu verstehen waren. Und jede der Beiden redete sich immer ein, das Richtige zu tun - der Zweck heiligt die Mittel. Das führte zu immer abstruseren Gedankengängen.


    Die Erzählweise gestattete es mir, mich in beide Figuren hineinzudenken und -zufühlen. Ich schwankte lange in meiner Sympathie, häppchenweise und langsam wurde nach und nach eröffnet, was wirklich passiert ist. Letztendlich verschwand aber jegliche Sympathie für Maggie und Nina.


    Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

  • Es ist Geschichte einer Mutter und ihrer Tochter. Alles andere als gewöhnlich, erschreckend, befremdlich, unglaublich, seltsam und dennoch möglich. Die Tochter kann ihrer Mutter nicht verzeihen, was die getan hat. Um sie zu strafen, bringt sie die Mutter in einem Zimmer im Dachgeschoss, isoliert alles, damit kein Ton nach draußen drängt und leg die über 60zig jährige Frau in Ketten. Die Tochter will, dass die Mutter für ihre Taten bezahlt. :evil:


    So beginnt die Geschichte von Nina und Maggie.

    Fesselnd von der ersten Seiten. Nichts ist so wie es scheint, nach und nach wird die Wahrheit rauskommen, doch es ist ein langer Weg bis dahin. Dennoch liest sich die Geschichte der Mutter und Tochter extrem spannend. :thumleft: Man ist ständig von dem Gefühl des drohenden Unheils umgeben. Das Buch ist ein Pageturner. Nicht zu vergessen, dass es zahlreiche Wendungen in dem Roman aufkommen, auf die man so nicht gekommen wäre. Der Autor sorgt dafür, dass nicht nur die Charaktere eine Achterbahn der Gefühle erleben, sondern auch der Leser.


    Die Erzählungen finden in mehreren Zeitebenen statt, was den Plot um so spannender macht. Erzählt wird aus der Sicht der Tochter und der Mutter. Die Gefühle sind intensiv, sodass man beide Erzählstränge mit Spannung verfolgt. Die bedrückende, gefahrvolle, düstere Atmosphäre ist hervorragend eingefangen worden. Auch an überraschenden Wendungen wird nicht gespart. Ein guter unblutiger Psychothriller, wo es viel mehr um die Fragen nach Schuld, psychische Zustände, und zwischenmenschliches geht.


    Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne und eine Empfehlung.

    Es ist mein drittes Buch von John Marrs und alle hatten eine ausgefallene Idee und haben sich großartig lesen lassen.

    2022: Bücher: 92/Seiten: 40 261
    2021: Bücher: 205/Seiten: 93 417
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    „Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz“

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Ludwig, Stephan - Zorn-Opferlamm

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