Hanney Hill - Das Tattoo des Mörders

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  • Um den Mörder seiner Verlobten zu finden, muss er sich an die schlimmsten Tage seines Lebens erinnern.
    In einem Café wird Sarah Bierbach das Opfer eines brutalen Mordes. Der Täter entwischt, aber ihr Verlobter kann noch einen kurzen Blick auf das Tattoo des Mörders erhaschen. Eine Rose?
    Der Gedanke, dass er das Tattoo schon einmal irgendwo gesehen hat, lässt ihn nicht mehr los. Auf der Suche nach der verblassten Erinnerung begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Obwohl er seine schrecklichen Kindheitserinnerungen längst verdrängt hatte, muss er diese nun erneut durchleben und kommt dabei dem Grauen immer weiter auf die Spur.

    Der Thriller von Hanney Hill erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Leben nie einfach war. Die Autorin zieht ihre Leser mit ihrer Geschichte in ihren Bann. Es bleibt spannend und es wird auf der Suche nach dem Mörder nicht langweilig.

    Wieviel Leid kann eine Kinderseele ertragen???
    Diese Frage habe ich mir öfter in diesem wahnsinnig spannenden, schockierenden und harten Thriller gestellt. Ich bin selbst Mutter, Themen wie Missbrauch, Kindesentführung, Kindermord, Kindesmisshandlung und Mobbing kann ich gut in Thrillern wie diesen hier von der Realität trennen. Natürlich kam mir öfter die Frage was ich getan hätte, wenn...

    Das Cover ist sehr schön und spannend gestaltet. Der Titel und die Farbgestaltung des Covers verraten gute Unterhaltung. Aber das dieser Thriller so extrem gut und nervenzerreissend ist, damit habe ich nicht gerechnet. Da täuscht das Cover etwas.

    "Das Tattoo des Mörders" wird in der Ich-Form geschrieben, sodass ich mich direkt in die Hauptperson Leon hineinversetzen konnte. Er wird meiner Meinung nach sehr sympathisch, teilweise witzig und liebenswürdig dargestellt. Seine Freundin wird direkt am Anfang getötet und Leon wurde Zeuge der brutalen Szene. Doch bevor er reagieren kann, ist der Mörder verschwunden. Der einzige Hinweis ist ein Tattoo, was der Mörder hat.
    Da Leon sofort als Mörder verdächtigt wird, flieht er verständlicherweise.
    Er ist verzweifelt und sucht Hilfe und Rat bei seiner Freundin Thelma. Er vertraut ihr und findet Unterschlupf, Rat und Hilfe bei der Suche des Mörders.

    Das macht Thelma auch zu einem sehr sympathischen Charakter in der Geschichte. Zusammen verfolgen sie einigen Spuren, die nach und nach immer gefährlicher für beide werden. Leon bekommt Flashbacks und sieht seine grausame und erschreckende Kindheit wieder vor Augen. Der Verlust und Tod seines Bruders, wo er als Mörder beschuldigt wurde. Da er zu dieser Zeit erst acht Jahre alt war, war dies eine besonders schwere Zeit. Obwohl er seine Unschuld beteuert hat, wird ihm nicht im geringsten geglaubt. In der Zeit wurde auch noch seine Hand verstümmelt.
    Das hat mir sehr weh getan. Als wenn das alles nicht genug wäre, wird er von seinen verhassten Eltern kurzerhand in ein Kinderheim abgeschoben, wo die Tortour weitergeht.
    Es folgen Missbrauch, Misshandlungen und Mobbing. Trotz alledem ist Leon für mich ein sehr starker Charakter, der trotzdem immer wieder Mut und Stärke bewiesen hat.


    Der Thriller wird in zwei Zeitabschnitten geschrieben, sodass sich der Spannungsbogen permanent im oberen Bereich hält. Es wird abwechselnd aus der Gegenwart und der Vergangenheit geschrieben.
    Die Kapitel sind angenehm kurz, es macht Spass, diesen flüssigen und klaren Schreibstil zu lesen.
    Es passiert wirklich jede Menge, zu keiner Zeit wird es annähernd langweilig.

    Das Ende ist auch sehr gut gelungen. Ich bin froh, dass Leon nach all den Schicksalsschlägen wenigstens diesmal Gerechtigkeit erfährt. Er tut mir öfter leid, denn der Beschreibung nach leidet er an einer sehr schweren PTBS. Ich finde es gut und mutig, dass er Thelma nochmal aufgesucht hat und ich würde sehr gerne wissen, wie Thelma reagiert und ob Leon in Therapie ist. Somit hoffe ich auf eine baldige Fortsetzung.

    Ein klasse Thriller, der aber wirklich nichts für schwache Nerven ist.

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