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Zoe Folbigg - Dein erster Blick für immer / The Note

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  • Wo ist die Liebe geblieben?

    Maya arbeitet in einer der berühmtesten Modefirmen in London. Als sie eines Tages einen Mann in der Bahn sieht ist es um sie geschehen. Wochenlangen vergeblichen Versuchen, das er auf sie aufmerksam wird nimmt sie allen ihren Mut zusammen und übergibt ihm einen Zettel. Wenig später erhält sie eine Mail. Und damit lösen sich all ihre Träume in Rauch auf, denn James so heißt ihr Traummann ist bereits vergeben. Zwischenzeitlich ändert sich bei Maya in der Firma in der sie arbeitet so ziemlich alles. Mit Eintritt einer neuen Mitarbeiterin, die Maya nur allzu gut kennt, verschlechtert sich das Arbeitsklima und andere Teammitglieder werden gemobbt. Und dann fällt auch noch der Boni weg. Aus Frust über die Unzulänglichkeiten in ihrer Firma schreibt sie sich den angestauten Frust von der Seele weg. Eine Zeitung bekommt davon Wind und möchte dies gerne in einer Kolumne herausbringen. Ohne wirklich über die Konsequenzen nachzudenken macht sie es. Doch diese Kolumne schlägt hohe Wellen auch in ihrer Firma. Alle spekulieren wer sie schreibt. In dem letzten Teil der Kolumne outed sie sich und lässt dafür bei einem Fotographen Bilder von sich machen. Ohne es zu ahnen trifft sie dabei auf James, der mittlerweile wieder solo ist. So kommt es wie es kommen muss Maya wird entlassen obwohl sie eigentlich kündigen wollte. Doch das Schicksal hat noch eine kleine Überraschung für Maya und James im Ärmel…



    Auch wenn der Roman sich wirklich sehr schnell ließt, schafft die Autorin mit ihren Schreib- und Erzählstil nicht unbedingt den Leser zu fesseln. Die im Klappentext versprochene Romantik geht schlichtweg unter in einem viel zu nüchternen und einen vorlauten nervigen Erzähler.



    Von der versprochenen Romantik bekommt der Leser lediglich auf den ersten Kapiteln und am Ende das worauf er sich gefreut hat. Dazwischen geht es nur um Mode und das Leben und Arbeiten in der Modewelt. Dieser Roman ist eine Mischung aus „Der Teufel trägt Prada“ und „Tatsächlich Liebe“. Denn wo man als Leser auf eine nette Liebesgeschichte zwischen Maya und James wartet kommen fast alle anderen Figuren zur einer Liebesgeschichte. Ein Teammitglied wird bei einem Luxuswochenende schwanger und ist überglücklich. Eine Freundin von Maya verliebt sich und heiratet. Nur zwischen Maya und James will es einfach nicht funken. Und dann meint die Autorin auch noch die Geschichte in die Länge ziehen zu müssen in denen sie die beiden sich immer mal wieder fast begegnen lässt. Als Leser braucht man einen wirklich langen Atem.



    In einer Liebesgeschichte oder auch Romanze erwartet man als Leser eigentlich, dass einen die Protagonisten sympathisch sind. Das ist hier leider nicht der Fall. Maya kommt als versnobte, arrogante und eilte Person rüber. Auch wenn der Erzähler nicht müde wird dem Leser mit dem Vorschlaghammer zu versichern, wie nett und hilfsbereit und liebenswürdig Maya doch ist. James hingegen ist ein wirklich sehr netter Mensch, den man gleich in sein Herz schließt.



    Die nüchterne und distanzierte Erzählweise, die die Autorin in diesem Roman an den Tag legt passt weder zu diesem Roman noch zur Geschichte. Sie zerstört damit auch den letzten wagen Hauch von Romantik oder gar Liebe.



    Fazit: Kann man ein Liebesroman ohne Romantik und Liebe schreiben und die Figuren so gestalten, dass man diese so gar nicht mehr mag? Ja man kann. Den Beweis hat die Autorin vorgelegt. Als Leser sucht man romantische Gefühle hier vergebens. Dies hier ist nicht wirklich ein Liebesroman, obwohl das Cover eben einen solchen versprechen.

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