Denis Mukwege - Meine Stimme für das Leben / Plaidoyer pour la vie

Anzeige

  • Verlagstext:

    Martin Luther King, Mutter Teresa, Nelson Mandela – und nun Denis Mukwege: Seit dem 10. Dezember 2018 gehört der kongolesische Arzt zur Reihe der Friedensnobelpreisträger.

    In einer Zeit, in der Menschenrechte weltweit mit Füßen getreten werden, setzt sich Mukwege mit seinem ganzen Leben für sie ein. In seiner Heimatstadt Bukavu hat der Gynäkologe mit Spendengeldern eine Klinik errichtet. Dort vollbringt er wahre Wunder: Er operiert Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, und rettet ihnen damit nicht selten das Leben.

    Doch Mukwege hilft nicht nur als Arzt, er engagiert sich auch politisch und appelliert an die Weltgemeinschaft, gegen die Kriegsverbrechen an Frauen aufzustehen.

    In seiner mitreißenden Biografie erzählt er, wie aus dem Pastorensohn ein weltbekannter Mediziner wurde und warum er bereit ist, für die Frauen im Kongo sein Leben zu riskieren.
    Quelle: amazon.de


    Meine Meinung:

    Bereits vor dem Friedensnobelpreis waren Dr. Mukwege und sein Wirken mir ein Begriff, aber die Lektüre seiner Autobiografie habe ich lange vor mir hergeschoben. Mir war aus anderen Publikationen bekannt, in welchem Zustand sich die Frauen meist befinden, die sich auf den Weg in seine Klinik machen. Auch in diesem Buch nun war es ausgesprochen schmerzhaft, davon zu lesen, wie er diese aufs schlimmste vergewaltigten und grausam verletzten Frauen operiert, aber diese sehr expliziten Passagen haben nicht viel Raum eingenommen. (Gleichzeitig frage ich mich, wie ich mich davor wegducken kann, von diesen Dingen nur zu lesen, wo die betroffenen Frauen sie selbst erdulden mussten.) Dr. Mukwege heilt nicht nur, so gut es geht, die körperlichen Verletzungen, sondern versucht, den außerdem noch stigmatisierten und nicht selten von ihren Familien verstoßenen Frauen neuen Lebensmut und auch rein praktisch eine Perspektive zu geben (darüber hätte ich gern mehr gelesen) und gleichzeitig gegen die Ursachen dieser unbeschreiblichen Gewalt zu kämpfen.


    Dieser letzte Aspekt, für den Dr. Mukwege mehrfach vom Tode bedroht war und auch aktuell nur unter Personenschutz unterwegs sein kann, wird in der Autobiografie ausführlich dargelegt, ebenso der gesamte Lebensweg des Arztes, der zugleich noch Pastor einer kleinen Pfingstgemeinde ist und schon als Achtjähriger wusste, dass er einmal einen medizinischen Beruf ergreifen würde. Das Ganze liest sich spannend wie ein Krimi, ist aber (teils bittere) Realität. Die historischen und politischen Hintergründe der Gewalt im Ostkongo und angrenzenden Ruanda werden ebenso einbezogen wie die Hilfsbereitschaft (und deren Grenzen) seitens der schwedischen und norwegischen Missionsstationen im Land. So ergibt sich ein komplexes Bild von einem aufopferungsvollen Leben für die Schwachen und Verletzlichen der ostkongolesischen Gesellschaft, vor dem ich nun noch tieferen Respekt hege als vor der Lektüre dieses Buches.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:



    Man kann Dr. Mukwege und seine Arbeit über die Mukwege Foundation oder über „Brot für die Welt“ unterstützen:
    www.brot-fuer-die-welt.de/mukwege
    Stichwort: Panzi-Krankenhaus

    Lg Sarange :cat:


    :study: Maja Lunde - Die Letzten ihrer Art

    :study: Miki Sakamoto - Zen und das Glück, im Garten zu arbeiten

    :musik: Nadia Murad - Ich bin eure Stimme



  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Denis Mukwege - Meine Stimme für das Leben / Plaidoyer pour la vie. L'autobiographie de "l'homme qui répare les femmes"“ zu „Denis Mukwege - Meine Stimme für das Leben / Plaidoyer pour la vie“ geändert.

Anzeige