Karin Müller - Nordstern.

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  • Die Zeit fließt anders im Huldureich


    Wer schon jemals diesen liebenswerten, zutraulichen Islandpferden in der freien Natur begegnen durfte, wird das als bleibenden Eindruck mit nach Hause nehmen. Dazu bietet das Land der Feen und Trolle genügend Stoff für ein ergreifendes Buch.


    Über die grundlegende historische Situation habe ich mich vorzeiten in einem Dokumentarfilm informiert: deutsche Frauen wagten auf der Suche nach einer neuen Lebensperspektive in Island einen Neuanfang. Anschaulich lässt uns die Autorin durch die Augen einer Fünfzehnjährigen teilhaben an ihren Erlebnissen. Durchaus von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben, bietet Island als dünn besiedelte, agrarisch strukturierte und vor naturbedingten Herausforderungen stehende Nation wenig Komfort. Dabei hat mich aber dann doch die vielleicht nicht ganz angemessene Erwartungshaltung der Hauptperson ein bisschen irritiert. Dennoch – als Ausländerin der Sprache nicht mächtig nur mäßig freundlich aufgenommen zu werden und dann auch noch von der Mutter getrennt, das steckt man nicht so leicht weg, selbst wenn man als „Sehende“ Beziehungen aufnehmen kann zu Gestalten aus einer anderen Dimension.


    Als Erla aus dem Leidensdruck heraus lernt, selbstbewusst ihre Rechte einzufordern, erweitert sich ihr Bewegungsspielraum. Sie ist in der Lage, in einer schwierigen Situation spontan medizinische Hilfe zu leisten, und intensiviert so ihren Kontakt zu einer Huldufamilie.


    Nachdenkliche, geduldige Kinder können mit dieser anrührenden Geschichte sowohl zeitlich als auch geographisch ihren Horizont erweitern. Dass mich als Leser der allzu offene Schluss sozusagen zum Erwerb des zweiten Bandes zwingt, sehe ich als schwer akzeptablen verlegerischen Coup an.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Karin Müller: Nordstern.“ zu „Karin Müller - Nordstern.“ geändert.
  • Als Erla 1949 mit ihrer Mutter die Heimat verlassen und nach Island auswandern muss, landet die 14jährige durch ein Missgeschick an einem unterschiedlichen Hof als beabsichtigt. Fern von ihrer Mutter muss sie sich von nun an mit rüden Hausbesitzern, die sie lieber nicht dort hätten und viel Arbeit herumplagen. Ihr Lichtblick: Die schönen Stunden auf Schimmelstute Drifa. Und dann birgt Erla schließlich auch noch ein Geheimnis: Sie kann die Verborgenen sehen, das unsichtbare Folk. Und schon bald schließt sich Freundschaft mit Floki, einem verborgenen Jungen und gerät in eine Reihe sich überschlagender Ereignisse.


    Ich muss sagen, dieses Kinderbuch hatte es absolut in sich. Mehr in sich, als erwartet. Vom Cover, Klappentext und erstem Eindruck her hätte ich sofort auf ein Buch für absolute Pferdemädchen getippt. Nun, auch die kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, doch im Zentrum der Geschichte stehen die Pferde nun eigentlich nicht. Da wurden meine Erwartungen zwar enttäuscht, aber durchaus zum Positiven. Denn ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, noch ein kleiner Klax mehr und wir würden uns in einer wunderbaren Fantasy Geschichte wiederfinden, die fast schon ins New Adult hineinragen kann. Von daher würde ich die Empfehlung für das Lesealter schon etwas höher setzen, bei normaler Leserattengeschwindigkeit so um die 10 J+, das wird auch durch das Alter dar Protagonistin klar.


    Was mich überrascht hat war das rapide Ende der Geschichte. Es schreit förmlich nach einem zweiten Teil. Das halte ich persönlich bei Kindergeschichten für ungeeignet. Doch sonst war ich alles in allem sehr zufrieden

  • Dieses Buch hat mich vom ersten Moment an gefesselt und mein Herz berührt.

    Es handelt von der 14 jährigen Erna, die zusammen mit ihrer Mutter nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland verlässt, um als Landarbeiterin in Island eine neue Heimat zu finden. Doch in Island wartet nicht nur ein neues Land auf sie, sondern auch eine magische Verbindung zu einer Welt, die für die meisten Menschen irgendwann im Laufe der Kindheit unsichtbar wird.
    Der Autorin Karin Müller gelingt es auf besondere Art und Weise historische Ereignisse, Erlebnisse eines jungen Mädchens und die Faszination Islands mit der nordischen Mythologie über Asen und Wanen, Yggdrasil, die Nornen, Elfen und Trolle und die Runen zu verbinden.
    So werden diese zentralen spirituellen Wurzeln unserer Ahnen den jungen Leser_innen auf verständliche Art und Weise näher gebracht und aufgezeigt, das es mehr Welten gibt, als sich viele vorstellen können.
    Ich bin schon richtig auf Band Zwei gespannt und werde ihn dann bestimmt gerne wieder lesen.

  • Ein junges Mädchen, ihre Verbundenheit zu Pferden und eine Reise nach Irland!


    "Nordstern - der Ruf der freien Pferde" von Karin Müller ist ein spannendes und schönes Jugendbuch für beschauliche Lesestunden. Es geht um die vierzehnjährige Erla, die zusammen mit ihrer Mutter nach Island auswandert. Erla kann das verborgene Volk sehen, vor dem die Isländer jedoch Angst haben. Zudem hat Erla eine ganz besondere Bindung zu den Pferden und diese Verbundenheit hilft ihr sich in der neuen Umgebung einzufinden und sich nicht mehr so einsam zu fühlen.

    Ich fand den Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Es ist durchgängig flüssig geschrieben und auch mit vielen emotionalen und gefühlvollen, sowie spannenden Momenten. Man fühlt mit Erla mit, wie unwohl sie sich anfangs fühlt. Besonders schön sind die Beschreibungen von Irland gelungen, man bekommt direkt Fernweh wenn man die Landschaftsbeschreibungen liest.

    Auch das Cover passt sehr gut zur Geschichte, es ist ein bisschen mystisch, genau wie der Titel. Ich bin gespannt auf weitere Bände dieser Reihe.

    Eine schöne und gelungene Geschichte für alle Mädchen die Pferde lieben.

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