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Elmar Mittler Hrsg. et al. - Bibliotheca Palatina

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  • " Mutter aller Bibliotheken "hat der päpstliche Gesandte Allaci die Palatina schon 1623 genannt, dem Jahr, in dem sie nach Rom gebracht wurde. Dort, als eines der prominentesten Bestandteile der päpstlichen Bibliothek befindet sich die Palatina noch heute, im Vatikan.

    Gegründet hat diese einzigartige Bibliothek mit einem überreichen Schatz vor allem mittelalterlicher Buchkunst der pfälzische Kurfürst Ludwig III. in einer Stiftung von 1423, deren Stiftungsurkunde erhalten ist.

    Die Bibliothek war in ihrer Geschichte wissenschaftlich immer eng verbunden mit der Heidelberger Universität und noch heute gibt es regelmäßige Ausleihen von Rom dorthin, um besondere Exponate temporär auszustellen.

    Die Verbringung nach Rom wurde vielfach vor allem in späteren nationalistischen Zeiten in Deutschland als "Raub" polemisiert, hat aber tatsächlich im dreissigjährigen Krieg dieses Kulturerbe wohl vor der Zerstörung gerettet, was zum Beispiel dem Schloss der pfälzischen Kurfürsten in späterer Zeit nicht erspart blieb. (Zerstört im "Pfälzischen Erbfolgekrieg"1688 - 1694)



    Das vorliegende Werk hat zwei Teile, einen Bildband und einen Textteil zur Erläuterung der Verzeichnisse und Kompendien samt Register, Dokumentation und Quellenherleitung.

    Die Bücher und Urkunden sind unterteilt in:


    1. Gründungszeit und Mittelalter

    2. Zimelien (Spätantike Textfragmente )

    3. Reformation und Konfessionalismus

    (Orginale von M.Luther, Karl V., Friedrich

    dem Weisen von Sachsen,et al.)

    4. Schlossbibliothek ( Die Sammlungen der pfälzischen Kurfürsten)

    5. Ulrich Fugger ( Fuggerurkunden )

    6. Skriptorium (Mittelalter bis frühe Drucke )


    Fazit:

    Die Palatina ist eine fast unerschöpfliche Fundgrube für Liebhaber vor allem mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bücher und ihrer herrlichen Haptik und Beschaffenheit. Die hier vorliegenden zwei Bände bieten einen umfassenden Gegenstandskatalog der Sammlung. Seit es mir ermöglicht wurde vor zwanzig Jahren die Originale in Rom zu sehen, lässt diese Bibliothek auch mich nicht mehr los. Das hier vorliegende Werk ist das wohl umfassendste zu diesem einmaligen Schatz alter Buchkunst und wichtiger Originalurkunden zur europäischen Geschichte.

    Es ist wirklich : " Universum illum quantuscumque est, Palatinorum librorum thesaurum...", wie Papst Gregor XV. es 1623 gefordert und auch erhalten hat:

    ("Der gesamte Schatz der pfälzischen Bücher, wie gross er auch sein mag")


    Ein wichtiges Stück unserer Geschichte ist in Rom vor allen Zerstörungen, Bränden und Kriegen bewahrt worden. Ein kulturelles Erbe nicht nur Deutschlands sondern vor allem Europas.

  • Te lucis ante terminus

    Rerum creator poscimus

    Ut pro tua clementia

    Sis praesul et custodia


    Etwa: Nach dem Verschwinden des Lichts, bitten wir dich, Schöpfer der Dinge, sei nach deiner Güte unser Wächter und Schützer. (Anm.d.Verf.)

    Anfang eines Hymnus, der Papst Gregor dem Grossen zugeschrieben wird (Um 540 - 604 n.Chr.)

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