Sarah Burton - The Strange Adventures of H.

Anzeige

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)
    Orphaned young, H is sent to live with her doting aunt in London. H’s life is a happy one until her lecherous cousin robs her of her innocence, and the plague takes away the city and the people she loves. H is cast out – friendless, pregnant and destitute – into the rapidly emptying streets of London under quarantine.
    Forced to fend for herself, she is determined to gain back the life she lost. H will face a villain out for revenge, find love in the most unexpected places, and overcome a betrayal that she never could have foreseen. Weathering it all, can H charm, or scheme, her way to the life of freedom and independence that she longs for?


    Autorin (Quelle: Amazon)
    Sarah Burton was the course director of Cambridge University&;s MSt in Creative Writing. She has written for BBC History Magazine and done reviews for the Times, Spectator, Guardian and Independent.


    Allgemeines
    Erschienen am 1. Mai 2020 bei Legend Press als Kindle Version, entsprechend einem Druckumfang von 363 Seiten
    Gliederung: Prolog – Roman in drei Teilen mit insgesamt 79 Kapiteln – Danksagung
    Ich-Erzählung der Protagonistin H.
    Handlungszeit und -ort: London, in den Jahren ab 1665


    Inhalt
    H. wächst mit mehreren Schwestern in einer konservativen Familie auf. Ihre ältesten Schwestern Clarissa und Diana sind bereits mit zwei selbstgerechten Biedermännern verheiratet, die Schwestern Grace und Frances verlassen mehr oder weniger freiwillig das Elternhaus, nachdem Grace ein uneheliches Kind erwartet. Nur Evelyn und H. bleiben im Elternhaus, bis auch der strenge Vater stirbt und die Mädchen Vollwaisen sind. Ihre Tante Madge nimmt die beiden auf, dort leben sie zufrieden, bis die Zwillingssöhne ihrer Tante aus dem Studium heimkehren. Einer von ihnen, Roger, ist ein Lebemann und Nichtsnutz, er vergewaltigt und schwängert H. Während sie noch überlegt, wie sie vorgehen soll, bricht in London die Pest aus. Als Evelyn stirbt und Roger und seine hartherzige Frau H. aus dem Haus werfen, ist sie ganz auf sich allein gestellt…


    Beurteilung
    Der Roman erinnert trotz unterschiedlicher Handlungsverläufe in mancher Hinsicht an „Moll Flanders“, den 1722 erschienenen Klassiker von Daniel Defoe. Auch hier sieht sich eine junge Frau den Widrigkeiten eines Lebens im London des 17. Jahrhunderts ausgesetzt.
    H. ist eine zunächst naive, aber intelligente und anpassungsfähige junge Frau, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und viel Empathie mit Menschen hat, denen es noch schlechter geht als ihr selbst. Ungeachtet ihrer strengen Erziehung ist sie pragmatisch und zögert nicht, den Beruf einer Prostituierten zu ergreifen, um ihr Überleben zu sichern. Zunächst findet sie Unterschlupf im Bordell von Mother Cresswell, aber es ist ihr Ziel, sich unabhängig zu machen und nur noch wenige, gut betuchte „Klienten“ zu haben.
    Aus der Sicht von H. erlebt der Leser den Ausbruch der Pest 1665 und den Großen Brand von London (1666) mit. Das Leben der Londoner Bevölkerung Mitte des 17. Jahrhunderts wird anschaulich geschildert, ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf dem Theater, in diesem Bereich der Kultur ergeben sich neue Entwicklungen. Wurden Frauenrollen in Theaterstücken zuvor nur mit Männern besetzt, treten jetzt auch Frauen als Schauspieler auf. Der Ruf dieser Schauspielerinnen ist nicht der beste, man sagt ihnen einen liederlichen Lebenswandel nach. Allerdings wird auch deutlich, dass das Leben von Schauspielerinnen und sogar von (selbstbestimmten) Prostituierten in vieler Hinsicht angenehmer ist als das „ehrbarer“ Ehefrauen. Diese verlieren mit der Heirat jegliches Recht über ihre Körper und ihr Vermögen und müssen sich allzu oft demütigen, betrügen und misshandeln lassen.
    Sehr schön stellt die Autorin die Bigotterie und Heuchelei sogenannter „anständiger Leute“ heraus, ein zeitloses Phänomen, das man auch heute noch bei Geistlichen und Politikern beobachten kann.


    Fazit
    Ein lesenswerter Roman, der anhand des Schicksals einer liebenswerten, aber auch energischen Protagonistin Einblick in die Londoner Gesellschaft Mitte des 17. Jahrhunderts gibt!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Sarah Burton - The Strange Adventures oh H.“ zu „Sarah Burton - The Strange Adventures of H.“ geändert.
  • Das hört sich mal wieder richtig gut an, €nigma!


    Gibt es einen Grund dafür, dass die Protagonistin keinen kompletten Namen hat?

  • Gibt es einen Grund dafür, dass die Protagonistin keinen kompletten Namen hat?

    Ja, die Eltern haben ihren Kindern jeweils Namen mit Anfangsbuchstaben in alphabetischer Reihenfolge gegeben. Als sie bei H angekommen waren, konnten sie sich nicht einigen, so blieb es bei H. [Haitch]:mrgreen:

    Als Prostituierte nennt sie sich gegenüber ihren Klienten Doll(ie) und sie hält diese beiden Namen/Pertsönlichkeiten strikt getrennt.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

Anzeige