Werner Fuchs-Heinritz - Auguste Comte

  • Buchdetails

    Titel: Auguste Comte. Einführung in Leben und W...


    Verlag: Westdeutscher Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 340

    ISBN: 9783531132334

    Termin: Februar 2012

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Auguste Comte. Einführung in Leben und W..."

    Auguste Comte, geboren vor 200 Jahren, hat der Soziologie ihren Namen gegeben. Aber war er auch der Begründer dieser Wissenschaft, wie er das selbst behauptet? Bis heute besteht darüber keine Übereinstimmung. Wie kommt es, daß die Soziologie unsicher ist, wer ihr 'Vater' ist? Hängt das mit Comtes Werk zusammen?
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  • "Vor Begeisterung über die eigene Methode verliert man leicht den Gegenstand seiner Untersuchung aus den Augen".(Der Physiker Werner Heisenberg zur Unschärferelation).

    Als Sohn einer katholischen,südfranzösischen Familie dachte Auguste Comte (1798-1857)weniger revolutionär als sein Lehrer Saint- Simon.

    "Die heilsame Erschütterung,welche die Intelligenz durch die Französische Revolution erhalten hat war unentbehrlich,um positive Erkenntnisse über die gesellschaftliche Entwicklung zu bekommen".

    Comte sah den von ihm formulierten Positivismus als Tatsächlichkeitsstandpunkt ,der sich auf erkennbare und fassbare Tatsachen zu stützen habe.

    Beobachtung und Experiment soll den Menschen befähigen,die" Zukunft beherrschen "zu können.Als erster Autor prägte Comte den Begriff Soziologie.Die "Positive Philosophie" habe sich wie eine Naturwissenschaft an die Tatsachen zu halten,Metaphysik und Transzendenz haben darin keinen Platz.Comte setzte seine Definition der Soziologie mit" Sozialer Physik"gleich.Er entwickelte das "Dreistadiengesetz",das die Vergangenheit als Stufe der Entwicklung der Menschheit zu einer Wissenschaft der Geschichte sehen wollte.

    1.Die theologische Stufe(Magie,Religion)

    2.Die metaphysische Stufe (Philosophie,Metaphysik)

    3.Die positive Stufe(Wissenschaft,Empirik)

    Die Zeitenwende vom 18.Jhdt. bis zur Mitte des 19.Jhdt.brachte Umwälzungen mit sich,welche,um nicht in Orientierungslosigkeit zu versinken,neue Wege zur Erfassung und Beurteilung der gesellschaftlichen Strukturen erforderten.

    Die Fülle neuer Einzelphänomene erforderte einen Paradigmenwechsel gesellschaftlichen Denkens sowie neue Methoden zu ihrer Erfassung.

    Comtes und Saint-Simons Versuch der Deutung dieser Methoden als Positivismus war ein zunächst gangbarer Weg,die Sozialwissenschaften als Untersuchungsinstrumente für Wirkungszusammenhänge auf die Bahn zu bringen.


    Fazit:


    Fuchs-Heinritz ordnet Comte hier klar als Pionier einer neuen Sichtweise auf Formen menschlichen Zusammenlebens ein,ohne die Schwächen dieser Positivismusinstitution zu verkennen.

    Die Geschichte der Gesellschaften läuft nun einmal nicht streng nach naturwissenschaftlichen Gesetzen an,kennt Zyklen und Sprünge,die Einflussmöglichkeiten von Ideologien,Verzerrungen und Irrationalismus.

    Der Autor erkennt Comtes Verdienst,die Grundlage für die Debatte darum geschaffen und die Geschichtsbetrachtung so von "Ballast" befreit zu haben.

    Das Sammeln von Daten und Tatsachen und das in Zusammenhang bringen dieser Fakten zur Klärung gesellschaftlicher Phänomene ist auch heute noch die Hauptmethode sozialwissenschaftlicher Arbeit.

    Auch wenn das menschliche Zusammenleben sich sicher nicht erschöpft in "Sozialer Physik",wie der Autor subsummiert.Noch in den sechziger Jahren des letzten Jhdt.und danach sorgte der "Positivismusstreit" auch für viele fruchtbare Ansätze.

    Die ontologische Methode,die empirisch-analytische Vorgehensweise wie auch die historisch-dialektische Spielart brachten die Sozialwissenschaft zu Ergebnissen,die sicher nur in Form einer Kybernetik dieser Formen in die Zukunft weisen.Begründet ist diese methodische Freiheit des Denkens in den Sozialwissenschaften aber nicht zuletzt in Auguste Comtes Arbeiten.

    Fuchs-Heinritz Beurteilung ist in meinen Augen dort gerecht,wo man den historischen Verdienst Comtes würdigen sollte ohne die Überheblichkeit der späteren Generationen.Dennoch mahnt auch immer das anfangs erwähnte Zitat Heisenbergs.Die Anthropologie geht vor jeder Struktur,der Gegenstand vor der Methode.

    Eine gelungene Monographie,die ihren Gegenstand zufriedenstellend erfasst.



    Werner Fuchs -Heinritz(1941-2018)war ein deutscher Soziologe in Münster und Freiburg und Mitbegründer der Fernuniversität Hagen,wo er auch die Professur für Soziologie innehatte.

  • Historix Ich mag deine Rezensionen und Beiträge, aber ich habe eine Bitte: setz doch hinter Satzzeichen ein Leerzeichen ein wie es in Texten üblich ist. Dann werden deine Beiträge besser lesbar und die Titelzeilen erst recht. So sieht es gerade aus, als ob der Autor Werner-Fuchs-Heinritz-Auguste heißt. :-? Das ändere ich nachher noch ab. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Charles Dickens - Hard Times

    :study: Neil MacGregor - Shakespeares ruhelose Welt


  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Werner Fuchs-Heinritz-Auguste Comte“ zu „Werner Fuchs - Heinritz Auguste Comte“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Werner Fuchs - Heinritz Auguste Comte“ zu „Werner Fuchs-Heinritz - Auguste Comte“ geändert.

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