Ladina Bordoli - Der Tod lässt kein Schwein kalt

  • Kurzmeinung

    Bookdragon
    Ein hochsensibles Wollschwein und ein turbulentes Landleben
  • Kurzmeinung

    Chattys Buecherblog
    Ein Krimi, der nach einer Fortsetzung ruft.

Anzeige

  • Der Tod lässt kein Schwein kalt von Ladina Bordoli ist im Januar 2021 im Piper Verlag erschienen


    In Wahrheit aber war das Landleben sehr viel krimineller und turbulenter als jede Tatort-Folge. (Zitat Seite 137)


    Über die Autorin (lt. Verlag):

    Ladina Bordoli wurde 1984 im Schweizerischen Jenaz geboren und lebt bis heute im Prättigau, einem kleinen Tal in den Alpen. Nach ihrer Matura begann sie, als Fachfrau für Unternehmensführung im elterlichen Bauunternehmen zu arbeiten. Sie entdeckte schon früh ihre Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und schreibt vorwiegend in den Bereichen Fantasy und Frauenunterhaltung.


    Über das Buch (lt. Verlag):

    Als die divenhafte Schauspielerin Odette Montebello nicht mal mehr eine Statistenrolle als Leiche angeboten bekommt, kauft sie kurzerhand ein Chalet in den Schweizer Alpen, um durch den Tapetenwechsel einer drohenden Midlife-Crisis zu entgehen. Doch ihr Traum von einer ruhigen Auszeit nimmt ein jähes Ende, als sie eines Wintermorgens die Leiche eines Jugendlichen in ihrem Garten findet – zur Vogelscheuche zweckentfremdet.

    Offenbar gibt es für die Tat nur einen einzigen Zeugen: Wollschwein-Dame Persephone von Odettes mürrischem Nachbarn Anton. Während die örtliche Polizei den Fall schnell als einen unglücklichen Unfall zu den Akten legt, fallen der erfahrenen Krimistatistin Odette sofort Ungereimtheiten auf. So beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln, denn sie ahnt: Die entscheidenden Hinweise zur Überführung des Täters sind in Persephone verborgen – man muss nur kreativ werden …


    Allgemeines:

    Erschienen am 11.01.2021 als TB mit 336 Seiten für 10,00 € und als ebook für 8,99 €

    Handlungsort/-zeit: Schweiz, im hier und heute


    Mein Leseeindruck:

    Äusserlich betrachtet finde ich das Cover sehr witzig und ansprechend. Es wirkt regional und ist im Buchladen bestimmt ein Hingucker.

    Kommen wir zum Inhalt und somit zum ersten bzw. dem Einleitungssatz: "Wie soll ich es sagen, Odette... " Mit diesem Satz beginnt der Prolog und wir lernen Odette kennen. Genauer gesagt, Odette Ernestine Montebello. Rote Haare, grüne Augen, Highheels (auch bei Schnee) und eine Städterin. Und genau diese Frau zieht es nun aufs Land, in die Schweizer Alpen. Genauer gesagt, in ein Dörfchen mit zwanzig Häusern. Klar, dass sie dort sofort auffällt und entsprechend beäugt wird. Tja und dann findet sie auch noch eines Morgens in ihrem Garten einen Jungen am Kreuz. Schnell wird ihr Ermittlungsgespür geweckt, wenngleich auch die anderen Dorfbewohner ihre eigenen Theorien vom Tod des Jungen haben. Da ist von Nachtvolk die Rede, was Odette jedoch sehr unglaubwürdig erscheint. Für sie scheint Persephone, das Wollschwein, ein Tatzeuge zu sein. Und an dieser Stelle fiel mir ein Krimi ein, den ich vor einiger Zeit gelesen hatte. Auch dort half ein Schwein, ein Polizeischwein namens Raquel, bei den Ermittlungen. Insofern war "der Zeuge" jetzt nichts wirklich neues, aber dennoch sehr unterhaltsam. Denn, wie bringt man ein Schwein zum Reden? Und genau dieser Frage widmet sich Odette in den folgenden Kapiteln.

    Die Kapitel wechseln stets zwischen Anton, einem liebevollen Eigenbrötler und Odette, seiner Nachbarin, die anders ist, sich aber dennoch zu Anton hingezogen fühlt. Und Anton? Na ja, abgeneigt ist er auch nicht.

    Durch die kurzen Kapitel bleibt die Spannung stets auf hohem Level. Der bildhafte Schreibstil, die humorvollen Andeutungen und sehr interessante Protagonisten machen diesen Krimi zu etwas besonderem. Es ist weniger die superspannende, nervenaufreibende Ermittlungsarbeit, sondern vielmehr die leisen Zwischentöne, die die Seiten nur so dahinrasen lassen. Ich fühlte mich gänzlich gut unterhalten.


    Fazit:

    Die Autorin beschreibt in den neunzwanzig Kapiteln dreht eine rasante, komödiale Ermittlungsarbeit, die unvergleichlich ist. Doch wer ist der Hauptprotagonist? Anton, der Eigenbrötler mit der Vorliebe für seine weiblichen Haustiere? Oder Odette, die Zugereiste, die die Dorfgemeinschaft ganz schön aufwirbelt? Oder Persephone, das Wollschwein mit Ermittlerinstinkt? Alle Drei passen perfekt zueinander. Und da nun noch Hektor mit ins Spiel kommen soll, ist wohl eine Fortsetzung nicht unwahrscheinlich. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.


    Meine Bewertung:

    ⭐⭐⭐⭐⭐

  • Odette Ernestine Montebello hat genug ! Sie ist Schauspielerin aber nicht mal als Leiche bekommt sie eine Rolle . Zu alt sei sie ! Dabei ist sie gerade mal fünfundfünfzig ! Sie kauft sich kurzerhand ein Häuschen in dem Ostschweizer Weiler Schiers - Maria . Das Nachbarhaus ist ein kleiner Bauernhof dem Anton gehört . Mit Katze Olivia und dem Wollschwein Persephone und noch ein paar anderen Tieren lebt der dort ziemlich zufrieden . Als Odette morgens in ihrem Garten die Leiche eines Jugendlichen findet ist es allerdings mit der Idylle vorbei . Und ausgerechnet die hochsensible Persephone ist die einzige Zeugin in diesem Mordfall ...


    Der Spannungsbogen umfasst das ganze Buch und ist genau richtig . Dabei ist der Humor mit von der Partie und gerade das letzte Drittel ist zu aberwitzig und abgefahren . Die Protagonisten sind liebenswert dargestellt besonders Odette und Anton sind äußerst sympathisch . Der Schreib - und Erzählstil ist bildhaft , frisch , flüssig und leicht zu lesen .


    Fazit : Die Autorin schreibt abwechselnd aus Sicht von Odette und Anton . Dabei sind die Kapitel nicht allzu lang , so dass dieser Krimi kurzweilig zu lesen ist . Odette die etwas nervige und temperamentvolle , Anton der eher gelassene und ruhige sind ein super Team . Da die Handlung unter anderem um Weihnachten spielt hatte ich immer den Ort , der in der Nähe von Davos liegt , und die verschneiten Berge vor Augen . Diesen Flair hat die Autorin sehr gut umgesetzt . Die Charaktere , allen voran Persephone , sind schräg , etwas skurril und voller Aktionismus was mir besonders gefiel . Ich habe anfangs gelächelt und geschmunzelt zum Schluss hin bin ich aus dem lachen nicht mehr herausgekommen . Am liebsten hätte ich weitergelesen denn dieser Krimi ist für mich ein Lesehighlight und ich kann das Buch nicht nur Krimifans empfehlen .

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

Anzeige