Rebecca Maly - Wo der Himmel die Prärie berührt

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  • Inhalt:

    Montana, 1871: Solange sie denken kann, zieht die rebellische Mary mit ihrem Vater, dem gestrengen Wunderheiler Joshua Jerobe, in einem Planwagen durch die Prärie. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als einen Ort, an dem sie sesshaft werden kann.

    Als ihr Vater nach einer schweren Verletzung beschließt, sich als Lehrer an einer Schule für indianische Waisenkinder in dem beschaulichen Dörfchen Ulyssus' Rest niederzulassen, verliebt sich die junge Frau gegen alle Widerstände in den Halbblut-Cree Timothy.

    Doch der ist mit einem gefährlichen Auftrag nach Ulyssus' Rest gekommen, und schon bald muss Mary für die Liebe alles aufs Spiel setzen.


    Rezi: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Romantisch, schaurig brutal, zart und roh


    Die Geschichte von Mary und Timothy beginnt mit einem eigenen Strang für jeden der Hauptprotagonisten. Mary zieht mit ihrem Vater durch die Prärie, während das Halbblut Tim mit seinem Vater auf einem Walfängerboot lebt. Über zwei Jahre soll es dauern, bis sich die Wege von Mary und Tim kreuzen. Dann sind beide so weit gereift, dass sich jeder von ihnen ein eigenständig gewähltes Leben aufbauen kann.


    „Wo der Himmel die Prärie berührt“ ist nicht einfach eine Liebesgeschichte mit Hindernissen. Der Leser kann wunderbar die Entwicklung beider Hauptfiguren mitverfolgen. Nicht in jedem Buch wird dies so deutlich beschrieben.


    Natürlich kommt auch die faszinierende Umgebung der Prärie hinzu. Pferde, Bisons, Banditen und „Wilde“ dürfen weder fehlen noch einen zu kleinen Teil für sich beanspruchen. Der Leser begibt sich einmal mit Mary und dann mit Timothy ins Abenteuer. Ich habe weder vom Leben in einem Planwagen noch auf einem Walfänger eine Ahnung, doch Rebecca Maly nimmt mich mit und zeigt mir die Schönheiten, aber auch die Brutalität dieser Welten.


    Innerhalb eines Kapitels wechseln die Schauplätze von Mary zu Tim. Mit einem kleinen, gekennzeichneten Absatz ist dies für den Leser schnell ersichtlich und nicht verwirrend. Durch den spannenden Schreibstil ist der Lesefluss schnell.


    Historische Romane sind meistens mit Karten, Personenliste oder auch Zeitleiste versehen. Diese fehlen hier gänzlich – zumindest in meiner ebook-Version -. Aufgrund der wenigen Hauptfiguren störte mich das aber gar nicht. Auch eine Zeitleiste war für mich nicht notwendig, da es geschichtlich um das große Thema Weiße gegen oder mit Indianer geht. Dies war weder in einem Menschenleben noch in einer begrenzten Zeitspanne gelöst.


    Ich konnte mich tief in die Geschichte versenken und hatte ergreifende Stunden mit Mary und Tim. Absolut empfehlenswert.

  • "Alles ist möglich, wenn du nur genug Mut dazu hast." (J.K. Rowling)

    1871. Seit dem Tod ihrer Mutter musste 15-jährige Mary Jerobe auf ein gesichertes Zuhause verzichten und mit ihrem Vater Joshua per Planwagen durchs Land ziehen, wo er sich als Wunderheiler betätigte und den Lebensunterhalt sicherte. Das harte Leben ging auch an Mary nicht vorbei, denn sie war den Züchtigungen ihres harten Vaters ausgesetzt. Erst eine Verletzung und ein unangenehmer Vorfall lassen Joshua sich in Ulyssus’ Rest niederlassen, um dort für indianische Waisenkinder als Lehrer zu arbeiten. Endlich kann Mary einen Ort ihr festes Zuhause nennen. Die Begegnung mit dem Halbblutindianern lässt Marys Herz bald höher schlagen, und schon bald verlieben sich die beiden, müssen jedoch Vorsicht walten lassen, weil ihre Beziehung gesellschaftlich nicht akzeptabel ist. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und Mary muss eine Wahl treffen…


    Rebecca Maly hat mit „Wo der Himmel die Prärie berührt“ einen kurzweiligen historischen Roman vorgelegt, der neben einen Hintergrund in Westernmanier und kulturellen Unterschieden auch eine Liebesgeschichte präsentiert. Der flüssige und bildhafte Schreibstil entführt den Leser in die Prärie des 19. Jahrhunderts, wo es noch Bisons, wilde Pferde und Wanderheiler gab, die von Ort zu Ort zogen, um mit allerlei dubiosen Arzneimittelchen aus Eigenherstellung die Heilung allerlei Krankheiten zu versprechen oder auch mal einen kranken Backenzahn mit der Zange zu entfernten. Aufgrund der farbenfrohen Erzählweise der Autorin erlebt der Leser durch wechselnde Perspektiven einmal die junge Mary, die ihrem strengen Vater alles recht machen will, nur um dann doch von ihm geschlagen und misshandelt zu werden, was dem Leser die verzweifelte Lage des Mädchens nur noch deutlicher macht. Zum anderen lernt er das Leben von Cree Timothy kennen, der ebenfalls schon so einiges erlebt hat als Sohn einer Prostituierten und eines indianischen Walfängers. Das Leben in dem kleinen Ort, in dem die Gemeinschaft eng ist, jedoch auch die Fehde zwischen Siedlern und Indianer deutlich hervortritt, ist nicht einfach. Die kulturellen Unterschiede treten deutlich zutage und fördern so manchen Disput sowie grausame Maßnahmen gegenüber den Minderheiten zutage, die dem Leser Gänsehaut über den Rücken laufen lassen.


    Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und überzeugen den Leser mit ihren glaubhaften menschlichen Eigenschaften, so dass dieser ihrem Schicksal gerne folgt und mit ihnen fiebert. Mary musste in ihrem jungen Leben schon einiges durchmachen, vor allem der harte Umgang ihres Vaters verletzt immer wieder ihre junge Seele. Sie sehnt sich nach festen Wurzeln und träumt von einem glücklichen Leben. Dafür entwickelt sie eine unbändige Kraft und genügend Mut, um dafür zu kämpfen. Cree Timothy lebt als Halbblut in einer Zwischenwelt, muss sich das Vertrauen der Indianer sowie der Weißen immer wieder erarbeiten, was zudem viel Fingerspitzengefühl verlangt. Joshua Jerobe ist ein unerbittlicher und harter Mann, der nur mit seinen Fäusten erziehen kann und dies seine Tochter immer wieder spüren lässt. Seine Grausamkeiten lässt er oftmals auch als Lehrer durchscheinen.


    „Wo der Himmel die Prärie berührt“ ist eine unterhaltsame und gefühlvolle Geschichte, die den Leser nicht nur in eine vergangene Zeit entführt, wo rauhe Sitten und Rassenkonflikte an der Tagesordnung waren, sondern auch Einblick in das Leben zweier junger Menschen erhält, die noch Träume haben. Verdiente Leseempfehlung!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

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