Leon de Winter - Serenade

  • Buchdetails

    Titel: Serenade


    Verlag: Diogenes Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 168

    ISBN: 9783257229721

    Termin: Juli 1997

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Serenade"

    Anneke Weiss, Mitte siebzig, seit langem Witwe, hat ihre Lebenslust und ihren Elan, sich munter in das Leben ihres Sohnes Bennie, eines verhinderten Komponisten, einzumischen, gerade erst richtig wiederentdeckt. Da diagnostizieren die Ärzte bei ihr ein Karzinom. Bennie drängt darauf, dass man seiner Mutter ihre tödliche Krankheit verschweigt. Das Leben scheint ganz normal weiterzugehen - Anneke verliebt sich sogar in den 77-jährigen Fred Bachmann -, doch dann, wie aus heiterem Himmel, gerät alles aus den Fugen: Die alte Dame ist spurlos verschwunden. Bleibt die Hoffnung, dass sie zu einer ihrer Vergnügungsreisen aufgebrochen ist, mit der sie ihren Sohn immer stolz überrascht. Warum gibt sie nur kein Lebenszeichen von sich? Bennie und Fred machen sich auf die Suche. Sie finden Anneke - aber nicht etwa auf den Champs-Elysées, sondern auf dem Güterbahnhof von Split. Was hat Anneke zu dieser 'Reise' bewogen? Nur vordergründig witzig und leichtfüßig erzählt dieser Roman von einem Trauma, das jeden Tag neu aufzubrechen vermag.
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  • Bei Anneke Weiss, 74, wird im Rahmen einer Operation ein unheilbarer Tumor entdeckt. Ihr Sohn Bennie erfährt davon, während sie noch in Narkose liegt, und beschließt, es seiner Mutter nicht zu sagen, um ihr nicht die Lebensfreude zu nehmen - unter anderem, weil sie vor kurzem erstmals seit dem Tod ihres Mannes vor langer Zeit eine neue Beziehung mit dem etwas älteren Fred angefangen hat.


    Das Verhältnis zwischen Bennie, einem Werbekomponisten um die 40, und seiner Mutter ist ein liebevoll-genervtes. An ihre täglichen Anrufe, bei denen sie stundenlang über Nichtigkeiten plaudern kann, hat er sich längst gewöhnt, auch wenn sie ihm auf den Wecker gehen, und so läuten gerade mit dem Wissen um ihre Erkrankung die Alarmglocken in seinem Kopf, als sich Anneke eines Tages weder bei ihm meldet noch an ihr Telefon geht. Doch als er ihre Wohnung aufsucht, ist diese gähnend leer.


    Gemeinsam mit Fred macht sich Bennie auf die Suche nach seiner Mutter und fördert dabei Erstaunliches zutage ...


    Innerhalb weniger Seiten hatte mich Leon de Winter in die Geschichte hineingezogen, die nach dem Auftakt mit der durchaus diskussionswürdigen Entscheidung Bennies, seine Mutter über ihren Gesundheitszustand zu täuschen, eher unspektakulär daherkommt, Szenen aus dem Leben eines Musikers, der seinen eigenen künstlerischen Ansprüchen bei seiner kommerziellen Arbeit nicht gerecht wird und eine dahinplätschernde Liebesbeziehung pflegt. Alles ziemlich durchschnittlich auf den ersten Blick, doch dahinter liegt, stets präsent, wenn auch nicht immer im Vordergrund, die Vergangenheit seiner Eltern, beide Holocaust-Überlebende mit traumatischen Erinnerungen.


    Darin liegt schließlich auch in gewisser Weise der Grund für Annekes Verschwinden - wobei mich der Zusammenhang nur teilweise überzeugen konnte. Dass dermaßen einschneidende Erlebnisse einen Menschen fürs Leben prägen und bis ins hohe Alter nachwirken, ist gut eingefangen (und ja auch ein Herzensthema von de Winter), aber wie das hier zum Tragen kommt, erschien mir doch ein bisschen arg überzeichnet, ja schon fast lächerlich, und nimmt der Message ein wenig die Ernsthaftigkeit. Das ist ziemlich schade, weil mir der kurze Roman ansonsten gut gefallen hat und auch ein schönes rundes Ende findet.

    1. Serenade

      (Ø)

      Verlag: Diogenes Verlag


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Leon de Winter - Serenade/Serenade“ zu „Leon de Winter - Serenade“ geändert.

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