Friedrich Dürrenmatt - Die Mansarde

Anzeige

  • Autor: Friedrich Dürrenmatt
    Titel: Die Mansarde, erschien erstmals 1995
    Seiten: 56
    Verlag: Diogenes
    ISBN: 9783257020526


    Der Autor: (von der Diogenes-Homepage)
    Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹. Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.


    Inhalt: (Klappentext)
    Dürrenmatts 40 Jahre verschollene Wandmalereien aus seiner Berner Studentenmansarde – ein einmaliger, in sich geschlossener Bildraum und «Spiegelsaal des in seinem chaotischen Innern gefangenen Rebellen»


    Meinung:
    Friedrich Dürrenmatt, der uns hauptsächlich als Schriftsteller bekannt ist, hatte in jungen Jahren mit der Malerei eine zweite Leidenschaft. Als Dürrenmatt 1942 in das Elternhaus einzog, bemalte er die Wände seiner Mansarde. Vier Jahre später, bei seinem Auszug, wurde die Malerei mit weißer Farbe überstrichen und erst Jahrzehnte später wieder freigelegt. Sicherlich eine Sensation für Kulturhistoriker, ganz nett für Dürrenmatt-Fans wie mich, und ansonsten nichts Bemerkenswertes, für Jene, die mit Dürrenmatt ohnehin nichts anzufangen wissen. Ein Büchlein mit 56 Seiten klingt nicht nach viel Inhalt, aber die Aufmachung ist doch liebevoll gemacht und umfasst alles, was ich für eine Handvoll Wandbilder und Kommentaren erwarten würde: ein kurzes Vorwort über die damalige Situation und in welcher Ausgangslage sich Friedrich Dürrenmatt damals 1942 befand. Fotos von ihm, dem Haus in der Berner Laubeggstrasse und ansonsten zahlreiche Abbildungen seiner Wandmalereien.
    Die Malereien (und dieses Buch) wurden erst nach Dürrenmatts Tod veröffentlicht, sodass der Künstler selbst keine Kommentare mehr zu seinen Bildern abgeben konnte. Sonderlich erwähnt hatte er die Zeichnungen auch zu seinen Lebzeiten nicht; die paar Hinweise aus persönlichen Anmerkungen sind im Band enthalten. Ansonsten hilft der Essay von Ludmila Vachtova, der Details von einigen Malereien nochmals hervorhebt und deren Entstehen kommentiert.
    Wie bereits erwähnt war das Ganze für mich «ganz nett», von seinen Bildern sagten mir die wenigsten zu, Dürrenmatt habe ich dadurch nicht besser kennen gelernt – eine Biographie steht schon lange auf meiner Merkliste – aber natürlich wollte ich das Büchlein haben, um meine Sammlung von seinen Werken weiter auszubauen. Empfehlenswert als Flohmarktfund, aber ansonsten sollte man besser zu seinen Romanen und Theaterstücken greifen.
    Ach ja: in normalen Zeiten, die nach Corona hoffentlich auch wieder kommen, kann man sogar in der Mansarde übernachten – oder sie wenigstens besichtigen: Dürrenmatt-Mansarde

    Unter diesem Link zur Schweizerischen Nationalbibliothek findet man auch eine Bildergalerie, unter der einige Werke zu sehen sind.

Anzeige