Maya Motayne - Das Spiel des Fuchses / Nocturna

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  • Inhalt:
    Es ist Jahre her, dass Finn zuletzt ihr eigenes Gesicht erblickt hat. Denn die Gesichtsdiebin verfügt über Magie, die es ihr erlaubt, ihre Erscheinung beliebig zu verändern. Doch nicht nur sie weiß, wie nützlich dieses Talent ist: Ein finsterer Unterweltboss hat Finn in seiner Gewalt. Sollte die Gesichtsdiebin daran scheitern, einen Auftrag für ihn auszuführen, wird sie ihrer Kräfte für immer beraubt werden. Der gutmütige Prinz Alfehr, Thronfolger wider Willen, wendet ebenfalls zwielichtige Magie an: Er will seinen verschwundenen älteren Bruder, den Kronprinzen, finden, obwohl alle glauben, er sei tot. Als sich Finn und Alfehr gegenüberstehen, ist es, als würden Kräfte so unterschiedlich wie Tag und Nacht aufeinanderprallen. Und diese Wucht setzt eine ungeahnt böse Magie frei ...


    Rezension:
    Prinz Alfehr wollte niemals König werden, doch nachdem sein Bruder Dezmin vor seinen Augen verschwunden ist und Alfie nach und nach die Möglichkeiten ausgehen, seinen Bruder zu retten, sieht er ein, dass er eines Tages der nächste König von Castellan sein wird.
    Gerade als er sich entschließt, seinen Pflichten als Kronprinz nachzukommen, passiert etwas, das Alfie zwingt, eine Magie freizusetzen, die allerdings so böse und gefährlich ist, dass er gemeinsam mit der Diebin Finn alles daran setzen muss, diese wieder festsetzen. Koste es, was es wolle.


    "Nocturna - Das Spiel des Fuchses" ist der erste Band der gefälschten Magie Trilogie von Maya Motayne.
    Das Buch wird überwiegend aus den personalen Erzählperspektiven von Prinz Alfehr Reyes und der Diebin Finn Voy erzählt, aber wir dürfen auch aus den Perspektiven von Alfies besten Freund Luka, der Attentäterin Xiomara und Finns ehemaligen Ziehvater Ignacio lesen, sodass man einen sehr guten Überblick über die Geschehnisse bekommen hat.


    Die Geschichte spielt in San Cristóbal, der Hauptstadt von Castellan und erinnert stark an Lateinamerika. Maya Motayne lässt viele spanische Ausdrücke beispielsweise als Zauberworte mit einfließen, was mir gut gefallen hat!
    Jeder Mensch kommt mit einem Hang zu den vier Elementen auf die Welt. So ist Alfie ein Wasserzauberer, wenn auch kein begabter, da der Adel das Studium der Elementmagie vernachlässigt, und Finn besitzt Steinmetzmagie.
    Beide besitzen aber auch ein sogenanntes Propio, eine einzelne Gabe, die manchmal zu einer Vielzahl von Fähigkeiten anwachsen kann.
    Während Finn eine Gesichtsdiebin ist, die ihr Gesicht und ihren Körper nach ihrem Willen verändern kann, sieht Alfie die Farben der Magie und kann die Farbe seiner Magie verändern.
    Die Welt und auch das Magiesystem haben mir sehr gut gefallen, obwohl ich sowohl über die Welt als auch über die Magie gerne noch mehr erfahren hätte!


    Nachdem sein älterer Bruder Dez bei einem Attentat auf ihn spurlos verschwunden ist, sucht Alfie verzweifelt nach einer Möglichkeit, seinen geliebten Bruder zu retten. Er hat Dez nicht aufgegeben, doch je mehr Zeit vergeht, desto aussichtsloser ist es, dass Dez lebend und wohlbehalten zurückkehrt.
    Alfie muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass er nun der Kronprinz ist, eine Rolle, die er nie wollte.
    Alfie ist ein sehr sanfter junger Mann, der stellenweise etwas unsicher wirkte. Durch einen Fehler seinerseits wird unglaublich dunkle und böse Magie freigesetzt, die die Bürger von San Cristóbal bedroht und Alfie versucht alles, um seinen Fehler wiedergutzumachen und alle zu beschützen. Er will kein König werden, doch vielleicht wird er aus genau diesem Grund einmal der König sein, den Castellan braucht.
    Finn hat seit Jahren ihr eigenes Gesicht nicht mehr gesehen. Seit sie ihrem Ziehvater Ignacio entkommen ist, stiehlt sie immer neue Gesichter und hält sich mit Diebstählen über Wasser.
    Ihr Weg trifft auf den von Prinz Alfehr und gemeinsam versuchen sie die böse Magie wieder festzusetzen.
    Finn ist stellenweise sehr rücksichtslos und egoistisch, was besonders im Vergleich zum sanften Wesen von Alfie auffällt. Aber Finn ist seit Jahren auf der Flucht, sie versucht zu überleben und tut alles dafür. In ihrer Vergangenheit hat sie schon viel Schlimmes erlebt und ich konnte verstehen, warum Finn so ist, wie sie nun mal ist.
    Ich fand es klasse, dass es keine richtige Liebesgeschichte gab. Es gab zwar Momente, in denen Finn und Alfie sich stark zueinander hingezogen gefühlt haben, aber sie haben diesen Gefühlen noch nicht nachgegeben, sondern sind innerhalb kurzer Zeit schnell zu guten Freunden und Verbündeten geworden.


    Den Anfang des Buches fand ich richtig stark und vielversprechend!
    Aber irgendwann hat mich die Geschichte sehr an "Die vier Farben der Magie" von V. E. Schwab erinnert, das mich damals auch nicht vom Hocker reißen konnte und das war leider der Punkt, ab dem mich "Nocturna - Das Spiel des Fuchses" auch nicht mehr so sehr packen konnte.
    Ich mochte die Welt echt gerne und das Magiesystem ist echt spannend, aber ich konnte leider nicht so sehr mit Finn und Alfie mitfiebern, wie ich es mir erhofft hatte.
    Auch die Handlung konnte mich nicht komplett überzeugen. Ein paar Mal hatte ich das Gefühl, über eine Logiklücke zu stolpern und besonders am Anfang verlief mir vieles zu reibungslos. Der Mittelteil konnte mich kaum fesseln, allerdings hat mir das Ende deutlich besser gefallen!
    Der Funke wollte einfach nicht überspringen, was ich sehr schade finde, da das Buch echt vielversprechend begonnen hat!


    Fazit:
    "Nocturna - Das Spiel des Fuchses" von Maya Motayne konnte mich leider nicht so begeistern, wie ich es mir erhofft hatte.
    Obwohl ich den Anfang sehr stark fand, konnte mich der Mittelteil kaum fesseln und auch Alfie und Finn konnten mich leider nicht so stark mitreißen.
    Die Welt und das Magiesystem fand ich aber richtig spannend und hätte da gerne auch noch mehr drüber erfahren!
    Für mich ein guter Auftakt, bei dem der Funke aber nicht so wirklich überspringen wollte, sodass ich drei Kleeblätter vergebe.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Die Geschichte hatte einen guten Start und hat mir direkt einen bildhaften Überblick gegeben. Wir befinden uns im Lande Castallan in der Hauptstadt San Cristóbal und begleiten die Diebin Finn und den Prinzen Alfher, die sich bei einem verbotenen Kartenspiel ungewollt über den Weg laufen.


    Der Prinz, der leider "Alfie" genannt wird (wodurch ich immer ein Kind vor Augen hatte und der Name wirklich überhaupt nicht passte), hat den Tod seines Bruders nicht verkraftet und schreckt vor allem davor zurück, dass er nun der nächste Thronfolger sein wird. Seine Entscheidungen sind deshalb risikofreudig und wirken nicht immer so erwachsen, wie man erwarten würde, dennoch hab ich ihn sehr ins Herz geschlossen. Trotz der Königsbürde und dem behüteten Aufwachsen hat er sich viel Mitgefühl bewahrt und kann seine Emotionen kaum vor anderen verbergen.


    Ganz anders Finn, deren Leben aus einem Überlebenskampf besteht, und darin, anderen nie ihr wahres Gesicht zu zeigen.


    In dieser Welt können nämlich alle Menschen Magie wirken, vor allem elementare Magie, die sie mit ihren Instinkten lenken können. Doch es gibt auch magische Formeln, die man lernen kann und das sogenannte "Propio". Eine persönliche, besondere magische Fähigkeit, die bei jedem anders ausfällt und irgendwann in jungen Jahren zum Vorschein kommt. Diese Idee fand ich sehr faszinierend, vor allem, weil die Art der Gabe auch von der Persönlichkeit desjenigen abhängt bzw. von den tief gehenden Erlebnissen.


    Finns Propio ist es, ihr Gesicht und ihre Gestalt verändern zu können, so dass sie ständig wie jemand anders aussieht und dadurch vor ihrem wahren Ich Abstand findet.

    Ihre Vergangenheit, wie auch einiger anderer, ist durchsetzt von schlimmen Erfahrungen und so trägt sie sie ständig mit sich und sich hat gelernt, auf ihre Art damit umzugehen. Ihren bissigen Schutzpanzer und ihr hartherziges Geschick halten sie am Überleben, dennoch wirkt sie umso sympathischer, je näher man sie kennenlernt.


    Die Handlung geht gut voran, wirkt mir aber stellenweise schon sehr zurechtgebogen. Darüber konnte ich aber gut wegsehen, da das "Zusammenspiel" der Charaktere spannend zu verfolgen war und immer wieder Überraschungen neue Entwicklungen nach sich gezogen haben.


    Was mich etwas gestört hat waren die Wiederholungen, die öfter mal eingeflossen sind, die es nicht gebraucht hätte. Auch die "lateinamerikanische Note", die durch spanische Redewendungen oder Begriffe herausstechen soll, hab ich nicht wirklich spüren können. Das hat mir zu dem Schauplatz und zur Atmosphäre nicht so recht gepasst. Für mich war es ein ganz tolles Setting, das leicht auch ohne dem ausgekommen wäre.


    Die böse Magie, die die Castallaner und die ganze Welt bedroht, ist eine sehr coole Idee, wie überhaupt das ganze Magiesystem. Hier gabs zwar auch ein paar kleine Unstimmigkeiten, zumindest hab ich manches nicht so ganz begriffen wie was genau funktioniert, aber im großen und ganzen ist es gut durchdacht und war erfrischend neu.

    Vor allem auch die zwischenmenschlichen Momente fand ich an manchen Stellen sehr berührend. Gerade was die Diebin und den Prinzen angeht, die jeder für sich eine ungewohnte Entwicklung und Erfahrungen durchmachen müssen, zeigen viel Empathie und das Gespür der Autorin, tiefer zu blicken als nur auf den Schein.


    Das Verhalten der Protagonisten war mir allerdings manchmal zu jugendlich gefärbt. Ich weiß gar nicht genau, wie alt Finn ist, ich schätze sie auf 17-18 und Prinz Alfher auf 23, das wurde, glaub ich, sogar mal erwähnt. Durch die Erfahrungen wirkt Finn älter und "Alfie" dafür jünger und an sich ist das auch in Ordnung und passt zu ihnen, dennoch war es insgesamt nicht so stimmig für mich, da es durch die Brutalität und die Hintergründe einfach erwachsener gewirkt hat. Schwierig das in Worte in zu fassen :)


    Schön war vor allem auch die Botschaft, dass der Glauben Berge versetzen kann. Wenn auch nur ein Mensch an einen glaubt, an das Gute, das in einem steckt, dann wagt es sich umso schneller hervor. Auch wenn es schade ist, dass manche diesen Stupser brauchen, kann eine kleine Geste umso größeres hervorbringen.

    Ebenso sich selbst anzunehmen wie man ist, mit allen positiven und negativen Aspekten, die nunmal zu einem gehören.


    Zum Ende hin gab es ein großartiges und spannendes Finale, das mir leider zu einfach gelöst wurde. Aber vielleicht gibts ja dazu dann noch mehr im zweiten Teil. Der Schluss war jedenfalls super gelungen und macht mega neugierig, was für weitere Abenteuer hier noch auf uns zukommen.


    Mein Fazit: 4 Sterne


    Weltenwanderer

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