Ute Zembsch - Die Ehre des Henkersweibs

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  • Intrigen und Verrat im 13. Jahrhundert


    Runhild und ihr Mann der Henker Meinulf, haben die Hoffnung nie aufgegeben, ihre Ehre wieder herzustellen. Nur einer Intrige ist es zu verdanken, dass Meinulf als Henker leben muss. Er war einst ein Schildknappe und stand kurz vor dem Ritterschlag, als er eines schweren Verbrechens beschuldigt wurde. Runhild war eine unfreie Magd, die nur durch die Gnade und die Ehe mit dem Henker ihr Leben retten konnte. Gemeinsam versuchen sie nun mithilfe eines Gnadengesuchs ihre Ehre wieder herzustellen und dem Leben als Henkerspaar zu entkommen. Aber es ist schwieriger als gedacht, diese Gnade zu bekommen. Weitere Intrigen werden um Meinulf gesponnen und Runhild hegt die Befürchtung, diesem Schicksal nicht mehr entfliehen zu können. Einzig die erwachte Liebe zwischen ihr und dem Henker hält sie beide zusammen.


    Diese Geschichte spielt im Jahre 1233 in Marburg und erzählt aus dem Leben eines Henkers und seiner Familie. Ute Zembsch schildert durchaus anschaulich, wie sich das Leben dieses Mannes gestaltet hat. Die Höhen und Tiefen, die er durchleiden musste, fließen glaubhaft in die Handlung ein. Allerdings ist Meinulf nicht in diesen Beruf hineingeboren worden, sondern wurde dazu verurteilt. Er fühlt sich zu Unrecht behandelt und setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen, um vielleicht dem Henkersschicksal zu entkommen. Einzig die glückliche Fügung, dass er eine Frau an seiner Seite hat, die ihn liebt und ihm immer wieder das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden, hält ihn am Leben. Ihre gemeinsamen Versuche, diesem Leben zu entkommen, ist der Kernpunkt dieser Geschichte.


    „Die Ehre des Henkersweibs“ ist die Fortsetzung zu „Henkersweib“. Ich habe den ersten Teil leider nicht gelesen und auch wenn einige Rückblenden dafür sorgen, dass man die Vorgeschichte der beiden kennenlernt, hatte ich schon das Gefühl, mir sind wichtige Details nicht bekannt. Der Einstieg fiel mir dadurch ein bisschen schwieriger. Ute Zembsch erzählt durchaus glaubhaft aus dem Leben von Meinulf, von seiner Arbeit, seinem Leben mit seiner Frau und vor allem von seinem Kampf um Gerechtigkeit. Ihr Erzählstil ist zu Beginn etwas schwierig zu lesen, da er schon ein wenig der Zeit angepasst ist und nicht zu modern daherkommt, aber nach den ersten Seiten war ich dann doch in der Geschichte gefangen.


    Manche Szenen fand ich zwar etwas übertrieben, zum Beispiel stehen er und seine Frau mir zu oft in der Öffentlichkeit und bezeugen sich gegenseitig ihrer Liebe, aber im Ganzen gesehen hat mich diese Geschichte gut unterhalten. Das Leben im 13. Jahrhundert als ehrlose Leute hat Ute Zembsch hingegen wunderbar dargestellt. Sie erzählt authentisch aus dem Leben dieser Zeit und wie schwer es für Menschen war, die von der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt waren. Vor allem erzählt sie eine Geschichte von Lügen, Intrigen und Verrat. Einmal als unehrlich betrachtet war es schwer, wieder anerkannt zu werden.


    Fazit:

    „Die Ehre des Henkersweibs“ ist ein historischer Roman, der eine etwas ungewöhnliche Geschichte erzählt. Das Leben an der Seite eines Henkers war nicht leicht, diesem Schicksal zu entkommen, eine große Herausforderung. Insgesamt hat mir dieser Roman gut gefallen, auch wenn es kleine Schwachpunkte für mich gab. Mir war die Liebesgeschichte ein bisschen zu ausführlich. Dafür die Intrige rundum Meinulf aber wieder spannend. Das Leben im 13. Jahrhundert hat die Autorin auf jeden Fall gut eingefangen und lebendig werden lassen.


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