Tereza Vanek - Sturm über Formosa

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  • Zwei Kulturen, zwei Lieben auf einer Insel vereint


    Die Händlertochter Griet Verhoeven wächst in Rotterdam auf. Sie weiß ihren Kopf durchzusetzen und schafft es, dass sie den Mann heiraten darf, den sie sich selbst ausgesucht hat. Keine Selbstverständlichkeit in den Jahren der Mitte des 17. Jahrhunderts. Doch schon bald muss sie feststellen, dass ihre Wahl wohl nicht die klügste war. Ihr Mann trauert immer noch seiner ersten Frau nach und seine Kinder stehen der neuen Mutter nicht wohlwollend gegenüber. Doch dann bekommt er das Angebot einer Handelsgesellschaft, auf die ferne Insel Formosa zu gehen und dort für sie zu arbeiten. Für Griet öffnet sich eine völlig neue Welt. Die Insel verspricht ihr das Abenteuer ihres Lebens.

    Im weit entfernten China kämpft gleichzeitig eine junge Frau um ihr Leben und Ihre Freiheit. Qianqian verliert ihre Familie im Bürgerkrieg und sieht für sich nur die Flucht. Gemeinsam mit ihren letzten Freunden wagt sie die Flucht auf eine entfernte Insel. Hier hofft sie auf ein neues Leben und findet in den Armen eines Mannes die Liebe, nach der sie sich so gesehnt hat. Aber hat sie auch eine Zukunft mit ihm? Denn erneut droht der Krieg sie einzuholen.


    „Sturm über Formosa“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Tereza Vanek. Ich lese die Bücher dieser Autorin sehr gern und wurde auch hier nicht enttäuscht. Die Autorin nimmt ihre Leser mit ins weit entfernte Taiwan, wie Formosa heute heißt. Die niederländische Ostindien Kompanie hatte sich auf dieser Insel eingerichtet und dabei nicht bedacht, dass es auch andere geben könnte, die Interesse an dieser Insel haben könnten.


    Vanek beginnt ihre Geschichte allerdings zunächst in Rotterdam und stellt Griet und ihre Familie vor. Die junge Frau weiß genau, was sie will und auch wie es bekommen kann. Ihre Familie lässt ihr viele Freiheiten, was im 17. Jahrhundert nicht unbedingt üblich war, aber so gelingt der Sprung auf die ferne Insel.


    In einem zweiten Handlungsstrang, ein Kapitel später, geht es weiter nach China. Dort kämpft eine junge Frau ums Überleben. In China tobt ein Bürgerkrieg und keiner weiß, wer die Macht erringen wird. Für die junge Qianqian aus gutem Haus macht es keinen Unterschied mehr, sie muss fliehen und hat alles verloren. Es war interessant zu lesen, wie das Leben dieser jungen Frauen am Anfang ihrer Reise ausgesehen hat. Die Autorin hat es brillant verstanden, Bilder entstehen zu lassen. Auch wenn sich die ersten Kapitel wie zwei verschiedene Bücher gelesen haben und erst später zu einem Ganzen wurden, hat mir gut gefallen, wie sich die Geschichte im Laufe der Handlung entwickelt hat. Das Leben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen wurde glaubhaft beschrieben. Die politische Lage im Land fügte sich nahtlos in die fiktive Handlung um die jungen Paare.


    Im Mittelpunkt stehen Griet und ihre Familie mit ihrem Bruder Ruben. Ihr Leben und ihre Liebe werden lebhaft geschildert. Als zweiter Handlungsstrang kommt das Leben von Qianqian dazu. Die junge Chinesin bringt eine völlig andere Art zu Leben zum Ausdruck. Ihre Geschichte fand ich sogar noch aufregender als die der jungen Holländerin. Die Einblicke in die Kultur dieser jungen Frau waren spannend.


    Mir hat gut gefallen, wie hier zwei so unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallten und sich zu einem Ganzen zusammenfügen wollten. Die Liebe kennt keine Grenzen und Konventionen. Die Autorin hat dies lebhaft geschildert und mich damit gut unterhalten. Zugleich hat sie es verstanden, die politischen Ereignisse rund um Taiwan und China mit einzubinden und somit ein Stück Geschichte aus dem 17. Jahrhundert erzählt. Aber auch die Ureinwohner von Formosa hat Tereza glaubhaft mit ihrer Geschichte verwoben und so die Erzählstränge zu einem Ganzen werden lassen.


    In ihrem Nachwort geht Tereza Vanek noch einmal ausführlich auf Fiktion und Wahrheit ein, was mir gut gefallen hat. Es gibt nochmal einen anderen Blick auf das Gelesene.


    Fazit:

    Der Auftakt dieser neuen Trilogie hat mir gut gefallen und mich gut unterhalten. Die Protagonisten sind mir schnell ans Herz gewachsen. Man konnte mit ihnen mitfiebern, bangen und hoffen. Die Liebesgeschichte, die erzählt wird, ist dank der gelungenen Erzählweise der Autorin wunderbar in die Handlung eingebettet. Das Ende dieses Teils ist zwar in gewisser Weise offen und ich möchte schon wissen, wie es mit Griet, ihrem Bruder und Qianqian weitergeht, aber es könnte auch durchaus so stehen bleiben und der Fantasie der Leser überlassen bleiben, was weiter geschieht.


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