Zusammenfassung
Start/Up ist die Geschichte des Gründers Mark, der als Vorzeigestudent ins Leben startet. Er hat hohe Ambitionen und will seine eigene Freiheit, die des offenen Internets, allen näher bringen. Er scheitert letztlich aber an der Vermarktung seiner eigenen Plattform. Geknickt und von seinen Freunden ausgegrenzt, wagt er den Neuanfang. Er erkennt im Online-Betrug seine wahre Berufung und erntet Erfolg. Immer größer, immer schneller wächst sein Unternehmen. Seine eigene Verwandlung nimmt unaufhaltsam ihren Lauf.
Positives
Für mich ist Start/Up wohl die Entdeckung der letzten Monate und ich bin immer noch ganz beeindruckt, dass es sich wohl um ein Erstlingswerk handelt. Der Roman gibt einen ungeschönten Einblick in die kalte Welt der Online-Startups. Es setzt an beim Wendepunkt in Marks Leben und verfolgt dann in abwechselnden Kapiteln Marks Werdegang - einmal aus Sicht der Vergangenheit, quasi dem Entwicklungsverlauf bis zu seinem "Fall-Out" Moment und einmal aus der Perspektive des schon gefallenen Mark.
Von Kapitel zu Kapitel lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Die Vergangenheit-Zeitlinie zeigt mit brutaler Deutlichkeit die Kälte seiner Freunde auf, zu denen er nie wirklich gehören wird. Die Fortlaufende-Zeitlinie zeigt ihn als Egomanen, der immer stärker seiner inneren Wut den freuen Lauf lässt und seine Stimmen immer stärker auch in Alkohol ertränkt. Dem Autor ist es dabei gelungen trotz der Härte des Stoffes nicht den Spaß am Leben zu nehmen. Irgendwie ist man zwar immer dabei, aber alles fühlt sich nachvollziehbar an. Man fiebert einfach mit, während Mark von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt taumelt und wartet gespannt auf das Ende, dass einen geradezu überfährt.
Ich persönlich fand diesen Mix aus fortlaufender Spannung absolut fesselnd und ich habe in der Vergangenen Woche (das Buch ist erst vor Kurzem erschienen und ich hatte es an einem Wochenende verschlungen) erst einmal einige Gespräche auch mit guten Freunden aus der Startup Szene gebraucht, um das Ende und auch Marks Geschichte wirklich zu begreifen. Es ist definitiv ein Buch, an das ich mich noch lange zurück erinnern werde.
Negatives
Negativ ist mir lediglich der Wechsel der Kapitel aufgefallen. Man braucht am Anfang einen Moment um zu verstehen, dass es sich um zwei Zeitstränge handelt, die abwechselnd behandelt werden (wobei in der Fußleiste zum Glück auch das Jahr immer mitgeteilt wird). Ich hatte allerdings beim Lesen durchaus den Eindruck, dass die Events der zwei Zeitstränge sich gegenseitig bedingen und auch eine Art Ying/Yang Moment eingefangen wird - insofern verstehe ich warum der Autor dies so gehandhabt hat.
Fazit
Mein persönliches Fazit ist eine ganz eindeutige Leseempfehlung an alle! Es ist ein unglaublich leicht zu lesendes Buch, was bei der Heftigkeit der Materie keine Selbstverständlichkeit ist und es bleibt fesselnd bis zum Schluss. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung gibt.
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