Martin Hühn - Das Edikt von Äreís

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  • Der verwöhnte Rechtswahrer Uktaupir hat sein Amt allein wegen des damit verbundenen Prestiges für die Familie inne. Solange er nichts arbeiten muss, stört ihn der Posten nicht. Das Leben hält aber noch anderweitige Verpflichtungen bereit, vor denen es sich zu drücken gilt. Um unabkömmlich zu erscheinen, eröffnet der Faulpelz eine Scheinermittlung zu einer Klatschgeschichte – eine offenkundige Täuschung, die eine Dienstaufseherin zu entlarven trachtet.

    Uktaupirs ältere Schwester Sanatauva will den drohenden Ehrverlust abwenden und schickt ihren Vertrauten Ruwind als „Kindermädchen“ aus. Der ohnehin überarbeitete Hausmeister soll ihren gleichgültigen Bruder bewegen, die Scharade wenigstens durchzuziehen, bis die Dienstaufsicht abzieht.

    Ruwinds abenteuerliche Ermittlungsreise führt allerdings zu Indizien, die das bisher nur als Ausrede gebrauchte Gerücht stützen. Es besagt, Bürgern des Inselmeeres würden ihre angeborenen Zauberkräfte gestohlen. Darüber hinaus ergeben sich Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Krieg der Nachbarstaaten, der nun auf Ruwinds Heimat überzugreifen droht.

    Der Handwerker sucht nach Wegen, das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Dabei laviert er zwischen himmelweit über ihm rangierenden Standespersonen und tief unter ihm stehenden Sklaven. Und er verhandelt mit Geheimagenten, die ganz andere Interessen verfolgen.

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    Als ich die Inhaltsangabe las, dachte ich zuerst „oh Gott, was sind das für Namen“, und obwohl ich den Sinn dahinter ganz witzig fand (als ich denn dahinter kam), sind einige der Namen doch recht beschwerlich.
    Aber gut. Man wird in die Geschichte hineingeworfen und obwohl ich das eigentlich mag, ließ es hier eher Verwirrung zurück. Ein paar wenige erklärende Sätze hier und da hätten da vermutlich Abhilfe geschaffen, denn ich gestehe, so 100%ig verstanden habe ich das Gesellschafts- und Magiesystem (inklusive der Vertrautentiere) auch nach Beenden des Buches nicht. Dazu kommt, dass sich der Anfang doch irgendwie hinzieht. Die ganzen Ausführungen Ruwinds zum großen Fest… man lernt ihn dadurch besser kennen, sicher, aber ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, das irgendwas passiert.


    Jedenfalls: ich mochte Ruwind sehr gerne. Ein kluger Kopf, der es mit mehr Bildung weit bringen könnte, vielleicht ein bisschen ein Querdenker, aber doch mit der Verantwortung, die ihm übergeholfen wird, ein wenig überfordert. Ein sehr sympathischer Kerl, aber wie und was genau er eigentlich für Sanatauva und Liagischt empfand, kam bei mir nicht so richtig an.

    Lasireh fand ich anfangs nervig, ihre Medika-Künste erschreckend-unheimlich, aber eigentlich ist sie ganz knuffig. Orkana konnte ich von Anfang an nicht leiden und Uktaupir fand ich furchtbar anstrengend (im weiteren Verlauf habe ich ihn aber doch vermisst).


    Die Geschichte hat etwas Leichtes an sich, mit einem unterschwelligen Humor, der mir gut gefällt, und dennoch sind einige Stellen darin, die so gar nichts leichtes an sich haben, sondern einen beinah krassen realistischen Gegensatz darstellen. Ein gewisser Pragmatismus, zum Beispiel zum Thema Tod, den ich nachvollziehen kann und der auch in die Gegebenheiten hineinpasst, aber durch die sonst so leichte (und in dem Fall dann irgendwie nüchterne) Erzählweise umso stärker auffällt.



    Ein Fazit fällt mir ehrlich schwer, aber die Fragezeichen überwiegen dann doch: 3 von 5 Sternen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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