Marie Lamballe - Der Leuchtturm auf den Klippen

  • Buchdetails

    Titel: Der Leuchtturm auf den Klippen


    Band 2 der

    Verlag: Bastei-Lübbe

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 560

    ISBN: 9783404173761

    Termin: Juli 2016

  • Bewertung

    3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Der Leuchtturm auf den Klippen"

    Nach einem Autounfall hat Susanne vorübergehend ihr Gedächtnis verloren. In ihrer Manteltasche findet sie eine Einladung in die Bretagne, adressiert an eine Anne-Marie LeBars. In der Annahme, sie sei jene Anne-Marie, reist Susanne in die Bretagne. Ihr Ziel ist ein malerischer Ort oberhalb steiler Felsklippen, der nur aus einigen Fischerhäuschen und einem Leuchtturm besteht. Im Haus des Leuchtturmwärters trifft Susanne auf eine warmherzige, alte Dame, die glaubt, nun endlich ihrer Enkelin Anne-Marie gegenüberzustehen ...
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  • Susanne Meyer-Schildt stammt aus sehr wohlhabenden Verhältnissen und lebt derzeit in Paris, wo sie kurz vor dem Abschluss ihres Studiums steht. Seit kurzem ist sie mit dem charmanten Paul liiert, der bei einer großen Investmentbank arbeitet und immer für eine spontane Eskapade zu haben ist. So auch jetzt, als er Susanne Hals über Kopf ins Auto packt, um mit ihr in die Bretagne zu fahren, obwohl der November dafür ja nicht gerade die typische Zeit ist.


    Und plötzlich findet sich Susanne alleine auf einem Autobahnrastplatz wieder, mit einigen Blessuren, dreckigen Klamotten und ohne Handtasche, Geld und Gedächtnis. Einziger Anhaltspunkt, wer sie sein könnte, ist ein Brief in ihrer Manteltasche, gerichtet an eine gewisse Anne-Marie Dupin. Inhalt ist die Todesanzeige von Anne-Maries Großvater und die Bitte seiner Witwe Gaëlle, Anne-Marie möge doch zur Beerdigung kommen.


    In dem Glauben, sie sei Anne-Marie, verschafft sich Susanne Mitfahrgelegenheiten in das bretonische Dorf, wo die Großmutter wohnt, und wird dort mit offenen Armen aufgenommen. Gaëlle ist überglücklich, weil sie mit ihrer Tochter seit Jahrzehnten zerstritten ist und die Enkelin zum letzten Mal als kleines Kind gesehen hat, und Susanne alias Anne-Marie fühlt sich wohl in dem winzigen Dörfchen mit seinen etwas knorrigen, aber größtenteils herzlichen Bewohnern. Nur der schweigsame Alan, der vor einigen Jahren bei einem Bootsunglück seine Familie verloren hat, ist schroff und abweisend zu ihr, doch er fasziniert sie auch.


    Allmählich kehrt Susannes Erinnerung zurück - und nicht alles daran gefällt ihr. Am liebsten würde sie einfach bei der geradlinigen Gaëlle bleiben, die das Herz am rechten Fleck hat und für die alles, was für Susannes standesbewusste, dünkelhafte Familie so unsagbar wichtig ist, überhaupt keine Rolle spielt. Kein Wunder also, dass sie zögert, Gaëlle und den anderen reinen Wein einzuschenken, wer sie wirklich ist, und sich von Tag zu Tag schwerer überwinden kann, die Verwechslung aufzuklären.


    Von den Ansätzen her hätte der Roman das Zeug zu einer zwar vielleicht etwas kitschigen, aber herzerwärmenden Schnulze mit viel Bretagne-Feeling. So ein bisschen pilcherös eben.


    Aber leider ergibt die Rezeptur "Man nehme viel Lokalkolorit, einige schrullige und einige hassenswerte Nebenfiguren, eine Hauptperson mit Gedächtnisverlust, einen geheimnisvollen muffelig-attraktiven Typen mit tragischer Vergangenheit, gebe viele Verwicklungen und Missverständnisse dazu und würze mit einer Prise Hund" hier nichts wirklich Schmackhaftes.


    Die meisten Figuren sind extrem eindimensional, und auch Susanne erscheint nicht so richtig "rund" und handelt oft sprunghaft und unlogisch. Die beliebte Frage "Wer mit wem" kann man spätestens nach der Hälfte des Buches richtig beantworten, trotz aller Hindernisse, die da noch kommen. Selbige sind entweder künstlich aufgebauschte Kleinigkeiten oder aber die volle Dröhnung Hyper-Drama, hier fehlt irgendwie das Maß.


    Ein kleiner Pluspunkt des Buches ist die wundervolle Gegend, in der es spielt, aber auch bei diesem Buch über die Gegend fällt auf, dass die Autorin ihre Hausaufgaben nicht gut gemacht hat. Bretonische oder französische Einsprengsel sind oft falsch, viele Namen bretagne-untypisch, ein Semaphor wird zum Leuchtturm erklärt, eine bretonische Legende fehlerhaft wiedergegeben, ein Gebäck falsch benannt. Alles Dinge, die easy zu ergoogeln gewesen wären und vor allem in der Häufung extrem nerven.


    Genauso nervig sind auch die Stereotypen und Klischees (jaaaaa, natürlich kann eine Braut mit Brille auf gaaaar keinen Fall hübsch sein ... und die Üppige ist natürlich auch die Fiese, die intrigiert und Männer zum Fremdgehen verführt), Susannes wiederkehrende wirre Träume von einem Seeungeheuer sind völlig verzichtbar, und auch der an sich ganz putzige Hund der Oma nervt irgendwann, weil bei jedem Spaziergang unbedingt beschrieben werden muss, wie er gegen den nächsten Felsen strullert.


    Ab sofort lasse ich die Finger von Bretagnebüchern dieser Autorin. So viel Cidre kann man beim Lesen gar nicht trinken, dass man das ertragen könnte. Das Beste an dem Buch ist der Leuchtturm von Saint-Mathieu auf dem Cover!

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