Francesca Cavallo - Das Wunder von R./Elfi al quinto piano

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  • Wie Kinder und Elfen das Weihnachtsfest retten


    Das Buch ist, wie der Klappentext sagt, eine moderne Weihnachtsgeschichte, die in der nicht näher lokalisierten Stadt R. spielt. Dorthin kommt die Familie Greco-Aiden: zwei Mütter und drei Kinder. Die Stadt macht keinen herzlichen Eindruck und die Menschen benehmen sich sonderbar. Die Erwachsenen zeigen ein extrem abweisendes Verhalten. Einzig die Kinder scheinen freundlich zu sein. Da sie aber mit den neuen Fremden nicht sprechen dürfen, müssen sie einen Weg finden, um zu kommunizieren. Hier soll ein Brief an den Weihnachtsmann Abhilfe schaffen. Dieser antwortet prompt, hat aber selbst Probleme, die nur von den Greco-Aidens gelöst werden können.

    Diese kleine Weihnachtsgeschichte hat alles, was Kinder von diesem Genre erwarten. Elfen, Wunder, Geschenke, den Weihnachtsmann, eine nette Familie mit aufgeweckten Kindern, die das Weihnachtsfest für die ganze Stadt retten. Diese Geschichte will aber noch mehr. Sie möchte für Toleranz werben und für die Selbstverständlichkeit von Lebensgemeinschaften, die nicht der klassischen Familie mit Mutter, Vater und Kindern entsprechen.

    Im Vorwort zu ihrem Buch, beschreibt die Autorin ihr Anliegen in einer klaren und kindgerechten Sprache. Innerhalb der Geschichte wird erzählt, dass die Familie aufgrund ihrer Konstellation von zwei Müttern ihre Heimat verlassen musste. Dort drohte ihnen Gefängnis und für die Kinder der Einzug ins Waisenhaus. Diese Vorgeschichte wird aber nur mit wenigen Sätzen angerissen.

    Für meinen Sohn spielte dieser Aspekt der Gesichte aber gar keine Rolle. Er hat mit den Kindern mitgefiebert und die wirklich wunderbaren Illustrationen betrachtet, die den Text optimal ergänzen. Dass dies das erste Buchwerk der Illustration ist, mag man gar nicht glauben.

    Das Buch liest sich er schön und ist für die Kleinen sehr gut verständlich und nachvollziehbar. Die Figuren sind sympathisch und die eher garstigen Bewohner von R. flößen keine Angst ein.

    Mein Sohn hat sich die Geschichte sehr gerne vorlesen lassen.

    Für mich wurde jedoch ein Entwicklungsstrang, der wirklich sehr vielversprechend begann, nicht weiterverfolgt. Hier ging es um die Kinder in R., die sich bereits vor der Ankunft der "Fremden" organisiert hatten. Hier hatte ich eine kleine Revolution erwartet, auch im Zusammenhang mit dem "Ding", das sich die Greco-Aidens vom Weihnachtsmann gewünscht haben. Das habe ich wirklich bedauert.

    Dennoch ist das Buch eine süße Weihnachtsgeschichte, in der die Gemeinschaft über die Abgrenzung siegt. Die Ausstattung des Buches muss am Ende noch hervorgehoben werden. ein tolles Format, feste Seiten, große Schrift zum Vorlesen, kurze Kapitel und absolut schöne Illustrationen. Vier sehr gute Sterne und eine Lese- bzw. Vorleseempfehlung für die Weihnachtstage.

  • Emma Winter

    Hat den Titel des Themas von „Francesca Cavallo Das Wunder von R./Elfi al quinto piano“ zu „Francesca Cavallo - Das Wunder von R./Elfi al quinto piano“ geändert.
  • Es ist der 22 . Dezember als Camila , Manuel und Shonda mit ihren Müttern neu in die Stadt R . ziehen . Am nächsten Tag erhalten die Kinder einen Brief vom Weihnachtsmann , in dem steht , ob sie am 24 . Dezember helfen möchten für die Kinder in R . Geschenke zu verpacken ? Er würde auch zehn seiner Elfen vorbeischicken . Natürlich wird sogleich zugesagt . Am nächsten Morgen stehen dann tatsächlich die Elfen im Treppenhaus und 230119 Geschenke müssen eingepackt werden ...


    Die Protagonisten sind liebenswert und sehr sympathisch dargestellt . Die Elfen sind es ja sowieso . Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel . Dazwischen geht es dann im Minutentakt weiter , so dass auch ich immer weiterlesen musste . Der Schreibstil ist kindgerecht , sehr flüssig und bildhaft geschrieben .


    Fazit : Ich war sofort begeistert als ich dieses Buch in den Händen hielt . Das Cover sieht sehr weihnachtlich aus und die Seiten sind sehr schön gestaltet . Es gibt dazwischen immer wieder Illustrationen die toll gestaltet sind . Es ist ein hochwertiges Buch , die Blätter sind stärker als normales Papier . Die Schrift ist relativ groß , so dass ich zügig durch die Geschichte kam . Es ist eine tolle Weihnachtsgeschichte mit einem abenteuerlichen und spannenden Handlung . Auch mich hat dieses Buch in seinen winterlichen Bann gezogen . Besonders gefiel mir auch das Vorwort der Autorin in dem sie einige Erklärungen zu diesem Buch abgibt . Diese Geschichte eignet sich für Kinder von 8 bis 10 Jahren .

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  • Ein Kinderbuch mit einer wichtigen Botschaft


    Inhalt: Kurz vor Weihnachten muss die Familie Greco-Aiden umziehen. Der neue Präsident ihres Landes hatte bestimmt, dass Familien mit zwei Müttern und drei Kindern ab sofort illegal seien. Doch auch ihre neue Stadt R. ist nicht perfekt: Die Erwachsenen reden nicht miteinander – aus Furcht, dass etwas Schlimmes passiert. Denn: Wenn nichts passiert, kann auch nichts Schlimmes passieren. Die Kinder aus R. (und auch der Weihnachtsmann) sehen das aber ganz anders.


    Persönliche Meinung: „Das Wunder von R.“ ist ein weihnachtliches Kinderbuch, das einige gesellschaftsrelevante Themen anspricht. So beschäftigt sich „Das Wunder von R.“ mit Homophobie und Egoismus innerhalb der Gesellschaft. Bereits im Vorwort benennt die Autorin Francesca Cavallo den Umstand, dass in Weihnachtserzählungen sehr selten Familien mit gleichgeschlechtlichen Paaren vorkommen. Früher habe sie immer gedacht, dass das wohl irgendwie sinnvoll begründet werden könne. Denn: Erwachsene wüssten schon, was sie tun. Erst im Erwachsenenalter wurde ihr bewusst, wie falsch das Fehlen gleichgeschlechtlicher Paare in weihnachtlichen Erzählungen ist. Dementsprechend widmet sie „Das Wunder von R.“ auch „[a]llen Kindern, die sich Erwachsenen widersetzen, um die Welt zu verändern.“ Diese Widmung umreißt auch grob den Plot der Erzählung: Die Kinder der Stadt R. möchten nicht so abgekapselt leben wie ihre Eltern und versuchen, ihre Eltern aus der selbstauferlegten Gefühlskälte zu befreien. Dabei ist die Handlung in ein weihnachtliches Setting eingebettet: Sie spielt kurz vor Weihnachten und Elfen sowie der Weihnachtsmann persönlich treten auf (besonders der Auftritt der Elfen ist dabei magisch). Die Erzählung ist in mehrere, kurze Kapitel unterteilt, die Schrift ist vergleichsweise groß und die Sprache sehr verständlich, sodass es sich sehr gut für jüngere Leser*innen eignet. Es finden sich zudem einige schön weihnachtliche Illustrationen von Verena Wugeditsch. Wenn man „Das Wunder von R.“ aus der Perspektive eines Erwachsenen liest, fallen möglicherweise ein paar Logikfehler auf und vielleicht findet man die Geschichte zu kurz. Beides fällt für mich allerdings nicht sonderlich ins Gewicht. Insgesamt ist „Das Wunder von R.“ eine schöne, kleine Weihnachtsgeschichte, die eine wichtige Botschaft besitzt und sich traut, gesellschaftliche Problemlagen zu benennen.

  • Mit einer fünfköpfigen Familie in eine neue Stadt zu ziehen ist nicht einfach. Vor allem dann nicht, wenn der Umzug ganz plötzlich ansteht und es auch noch kurz vor Heiligabend ist.

    Wie wird ein Weihnachtsfest, in einer noch unbekannten Stadt, in welcher man niemanden kennt und wo selbst die eigene Wohnung noch fremd ist, wohl sein? Können in einer solch kurzen Zeit bereits neue Freundschaften entstehen und was haben eigentlich 10 kleine Elfen mit der ganzen Geschichte zu tun?


    Dieses Buch hatte mich vollkommen überrascht und das in einem positiven Sinn. Angefangen hatte das schon vor der eigentlichen Geschichte, bei dem im Buch enthaltenen Vorwort.

    In diesem berichtet die Autorin davon, wie sie selbst in ihrer Kindheit Weihnachtsgeschichten erlebt hatte und wie sehr sie sich wünschen würde, dass es in diesen mehr Vielfalt geben würde. Genau ein solches Buch hat sie mit „Das Wunder von R“ geschaffen. Eine Geschichte über eine ganz normale Familie, bei welcher die Kinder jedoch zwei weibliche Elternteile haben. Dabei steht die Sexualität der Eltern nicht im Vordergrund, diese ist ganz nebensächlich für die eigentliche Geschichte. Als eine Frau, die bis jetzt selbst nur Beziehungen mit anderen Frauen eingegangen ist, ist mir hierbei etwas das Herz aufgegangen. Denn hier wird mit einer Normalität mit dem Thema umgegangen, die wir noch viel öfter zu lesen/sehen bekommen sollten. Genau so sollte Liebe immer sein – etwas komplett normales.


    Worum geht es nun aber in der eigentlichen Geschichte?

    Auch wenn das Buch durchweg sehr Kindgerecht ist, scheut es sich nicht davor, wichtige Themen anzusprechen. Denn so geht es hier nicht ausschließlich um den Zauber von Weihnachten, sondern auch um den Aufbau von Vertrauen, das Kennenlernen neuer Freunde, das Loslassen von Gewohnheiten und darüber, über seinen eigenen Schatten zu springen. Zudem vermittelt die Geschichte, dass es nicht immer gut ist, sich zurückzuziehen und man offen neuem Gegenüber sein sollte.

    Das alles wird in einer zuckersüßen Weihnachtsgeschichte verpackt, welche voller Magie steckt und regelrecht zum Träumen einlädt. Hier wurde wirklich eine gute Mischung aus einer Geschichte geschaffen, welche zum Nachdenken anregt und dennoch ein absolut wohliges Gefühl vermittelt.


    Unterstrichen wird die weihnachtliche Stimmung von wunderschönen Illustrationen von Verena Wugeditsch. Diese passen immer gut zu dem geschriebenen Text und machen es dem Leser noch einfacher, in die Geschichte einzutauchen.


    Fazit:

    Diese Weihnachtsgeschichte schafft es, sowohl eine ganz festliche Stimmung zu verbreiten, als auch gute Werte zu vermittelt und zum Nachdenken anzuregen. Dabei ist „Das Wunder von R“ viel mehr, als nur ein Kinderbuch, denn viel eher ist es ein Buch für die ganze Familie, aus welchem jeder etwas lernen kann.


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  • Weihnachtsgeschichten gibt es viele, aber nur wenige davon verlassen durch ihre Charaktere die heteronormative Matrix. Eine der positiven Ausnahmen ist dieses wunderschön gestaltete Buch von Francesca Cavallo.
    In diesem lernen die Leser_innen die beiden Mamas Isabella und Dominique und ihre drei Kinder Manuel, Camila und Shonda kennen. Die fünf mussten aus ihren Heimatland fliehen, da Homosexualität dort kriminalisiert wurde und Verfolgung drohte.

    Ein neues Zuhause findet die Familie kurz vor Weihnachten in der Stadt R und es geschehen viele sonderbare Dinge wie der Kontakt mit Elfen und den Weihnachtsmann, bis sie dort Anschluss finden.

    Das Buch überzeugt vor allem durch die liebevoll gestaltete Geschichte und Charaktere, die mensch als Leser_in einfach ins Herz schließen muss.

    Auch die Selbstverständlichkeit, mit der die queere Familie eingeführt und das Thema Diversität behandelt wurde hat mir richtig gut gefallen und weist den richtigen Weg: Liebe ist Liebe, Familie ist Familie, egal welches Geschlecht oder welche Hautfarbe die jeweiligen Charaktere haben.

  • Dieses Buch ist von vorne bis hinten bezaubernd. Es hat mich auch als erwachsene Leserin tief bewegt und berührt. Es ist ein wahrer Schatz. Nicht nur, wie gut es sich mit seinem festen Einband anfühlt, sondern auch, wie es gestaltet ist, was für eine Geschichte die Autorin erzählt und wie sie sie erzählt. Ich bin völlig hin und weg von der liebevollen Aufmachung, den wundervollen Illustrationen. Ich konnte mich in der Betrachtung der Zeichnungen verlieren und dabei völlig die Welt um mich herum vergessen. So viel Liebe zum Detail liegt in den Illustrationen, so viel Wärme und Gefühl. Es war eine wahre Freude, dieses Buch zu lesen und zu betrachten. Auch mit dem Vorwort hat die Autorin mich sehr bewegt und ich bin ihr so dankbar dafür, dass sie dieses Werk geschaffen und es mit einer so starken Intention verknüpft hat. Es ist ein so wichtiges Buch!


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    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

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